Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der türkischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Die Türkei nahm bisher zweimal an Weltmeisterschaften teil und verlor dabei jeweils zweimal gegen den späteren Weltmeister. Die beste Platzierung war der dritte Platz bei der zweiten Teilnahme 2002. In der ewigen Rangliste belegten die Türken vor der WM 2026 den 40. Platz – alle besser platzierten Mannschaften hatten häufiger teilgenommen.
Übersicht
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB). Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930 nicht teilgenommen – – 1934 zurückgezogen – – 1938 nicht teilgenommen – – 1950 auf Endrundenteilnahme verzichtet – – 1954 Vorrunde Deutschland, Südkorea Deutschland 9. im Vorrunden-Entscheidungsspiel am späteren Weltmeister Deutschland gescheitert 1958 zurückgezogen – – in der Qualifikation zurückgezogen, da die Türkei nicht gegen Israel spielen wollte 1962 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an der UdSSR gescheitert 1966 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Portugal gescheitert 1970 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an der UdSSR gescheitert 1974 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Italien gescheitert 1978 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Österreich gescheitert 1982 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an der UdSSR und der Tschechoslowakei gescheitert 1986 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an England und Nordirland gescheitert 1990 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an der UdSSR und Österreich gescheitert 1994 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Norwegen und der Niederlande gescheitert 1998 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an den Niederlanden und Belgien gescheitert 2002 Spiel um Platz 3Südkorea 3. Platz Im Halbfinale am späteren Weltmeister Brasilien gescheitert. 2006 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation in der Relegation an der Schweiz gescheitert 2010 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Spanien und Bosnien-Herzegowina gescheitert 2014 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an den Niederlanden und Rumänien gescheitert 2018 nicht qualifiziert – – in der Qualifikation an Island und Kroatien gescheitert 2022 nicht qualifiziert – Im Play-off-Turnier an Portugal gescheitert. 2026 // VorrundeAustralien, Paraguay, USA Im Play-off-Turnier setzten sich die Türken im Finale gegen den Kosovo durch.
Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der türkischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Teilnahmeverzicht: 5× (21,7 %; 1930, 1934, 1938, 1950, 1958) Nicht qualifiziert: 15× (65,2 %; 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1990, 1994, 1998, 2006, 2010, 2014, 2018 und 2022) Sportliche Qualifikation: 3× (13,0 % bzw. bei 16,7 % der Versuche) Vorrunde: 2× (8,7 %; 1954, 2026) Spiel um Platz 3: 1× (4,3 %; 2002) Dritter: 1× (4,3 %; 2002)
Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay Wie die meisten europäischen Mannschaften nahm auch die türkische nicht an der ersten WM teil.
1934 in Italien Für die erste WM in Europa hatte sich die Türkei zunächst gemeldet, zog dann aber zurück.
1938 in Frankreich Für die erste WM in Frankreich hatte die Türkei sich nicht gemeldet.
1950 in Brasilien Für die erste WM in Brasilien musste die Türkei in der Qualifikation zunächst gegen den Nachbarn Syrien antreten. Für die Syrer war dies das erste Länderspiel überhaupt und die Türkei gewann in Ankara mit 7:0. Danach wäre Österreich der Gegner gewesen, die Österreicher zogen aber zurück. Die damit für Brasilien qualifizierte Türkei verzichtete aber auf die Teilnahme an der WM-Endrunde. Auch die Portugiesen, denen der Startplatz angeboten wurde, verzichteten auf die Teilnahme.
1954 in der Schweiz Für die WM in der Schweiz musste sich die türkische Mannschaft gegen Spanien qualifizieren. Das Hinspiel in Spanien wurde mit 1:4 verloren, das Rückspiel wurde 1:0 gewonnen. Da die Tordifferenz nicht zählte, gab es ein Entscheidungsspiel in Rom, das 2:2 n. V. endete und einen Losentscheid notwendig machte. Durch diesen qualifizierte sich die Türkei.
Die türkische Mannschaft wurde aufgrund dieses Erfolges, in Gruppe 2 zusammen mit Ungarn gesetzt und musste daher nicht gegen den Titelfavoriten Ungarn antreten, sondern nur gegen Deutschland und WM-Neuling Südkorea, galt aber als Außenseiter. Das erste Spiel verlor die Türkei dann auch gegen Deutschland mit 1:4, wobei Suat Mamat bereits in der 2. Spielminute mit dem 1:0 das erste WM-Tor für die Türkei erzielte. Drei Tage später besiegte man Südkorea deutlich mit 7:0, wobei wieder Suat Mamat das erste Tor und Burhan Sargın drei Tore erzielte, während Deutschland mit einer Mannschaft mit vielen Reservespielern gegen Ungarn mit 3:8 verlor. Da das Torverhältnis keine Rolle spielte, gab es am 23. April 1954 ein Entscheidungsspiel zwischen Türken und Deutschen. Die Türkei unterlag dem späteren Weltmeister mit 2:7 und verabschiedete sich für 48 Jahre von der WM-Bühne.
1958 in Schweden Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1958 sollte die Türkei in der Fußball-Weltmeisterschaft 1958/Qualifikation gegen Israel antreten, trat aber nicht an.
1962 in Chile Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1962 konnte sich die Türkei nicht qualifizieren. Die UdSSR war zu stark und beide Spiele gegen die UdSSR wurden verloren, während gegen Norwegen beide Spielen gewonnen wurden.
1966 in England Für die WM in England musste sich die Türkei in einer Gruppe mit Portugal, Vizeweltmeister Tschechoslowakei und Rumänien qualifizieren. Alle drei Gruppengegner waren insgesamt stärker, lediglich das Heimspiel gegen Rumänien wurde gewonnen, alle anderen Spiele verloren.
1970 in Mexiko Vier Jahre später konnte sich die Türkei erneut nicht qualifizieren. In einer Gruppe, in der sie wieder auf die UdSSR und zudem Nordirland traf, verlor sie alle vier Spiele.
1974 in der Bundesrepublik Deutschland Die Qualifikation zur ersten WM in Deutschland verlief zwar etwas besser, denn nur Italien lag am Ende vor der Türkei. Der zweite Platz vor der punktgleichen Schweiz und Luxemburg reichte aber nicht für die WM-Teilnahme.
1978 in Argentinien Die Qualifikation zur WM in Argentinien schloss die Türkei wieder nur als Gruppendritter ab. Österreich und die DDR lagen am Ende vor der Türkei, lediglich Punktelieferant Malta war noch hinter den Türken platziert.
Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Zwar war durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 24 Mannschaften für die WM in Spanien, wodurch sich 13 europäische Mannschaften qualifizieren konnten, die Qualifikation anscheinend leichter aber für die Türkei verlief die Qualifikation katastrophal: alle acht Spiele wurden verloren. Am Ende lagen die Sowjetunion, die Tschechoslowakei, Wales und sogar Island vor der Türkei.
1986 in Mexiko Nahezu ebenso schlecht verlief die Qualifikation vier Jahre später. Immerhin konnte diesmal mit einem torlosen Remis gegen Nordirland ein Punkt gewonnen werden, aber England, Nordirland, Rumänien und Finnland waren stärker. Das einzige Tor gelang dann im letzten Spiel beim 1:3 gegen Rumänien in Izmir.
1990 in Italien Die Qualifikation zur zweiten WM in Italien verlief dann etwas besser. Nun waren nur noch zwei Mannschaften, wieder die Sowjetunion und Österreich vor der Türkei platziert. Die DDR, die letztmals an der Qualifikation teilnahm sowie Island waren diesmal schwächer. Verspielt wurde die Qualifikation am letzten Spieltag durch ein 0:2 gegen die UdSSR, da Österreich gegen die DDR mit 3:0 gewann und damit zwei Punkte mehr als die Türken hatte.
1994 in den Vereinigten Staaten Für die Qualifikation zur WM in den USA wurde die Türkei in eine Gruppe mit überraschend starken Norwegern, der Niederlande, England, Polen und San Marino gelost, gegen das in San Marino nur ein 0:0 gelang. Da auch die anderen Spiele schlecht liefen und nur das Heimspiel gegen San Marino sowie die beiden letzten Heimspiele gegen Polen und bereits qualifizierte Norweger gewonnen wurden, blieb am Ende nur der vorletzte Platz.
Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich Nachdem sich die Türkei für die Fußball-Europameisterschaft 1996 qualifizieren konnte, gab es Hoffnungen, dass dies auch für die WM möglich sei. Diese waren allerdings trügerisch. Für die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich wurde die Türkei in eine Gruppe mit den Niederlanden, Belgien, Wales und wieder San Marino gelost, gegen das in San Marino nun ein 5:0-Sieg gelang. Aber Niederländer und Belgier waren zu stark, so dass nur der dritte Gruppenplatz erreicht wurde.
2002 in Japan und Südkorea mini|Die türkische WM-Mannschaft und Spielszenen auf einem aserbaidschanischen Briefmarkenblock
Zur Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea traten die Türken gegen Schweden, die Slowakei, Mazedonien, Moldawien und Aserbaidschan an, von denen Schweden im September 2000 mit Platz 21 in der FIFA-Weltrangliste am besten platziert war. Am Ende der Qualifikation belegten die Türken hinter Schweden den zweiten Platz. Damit war die Türkei für die Play-offs der Gruppenzweiten qualifiziert und traf dabei auf Österreich. Das Hinspiel in Wien wurde mit 1:0 gewonnen und das Rückspiel brachte dann durch ein 5:0 die zweite WM-Teilnahme.
Bei der Endrunde trafen die Türken auf den Rekordweltmeister Brasilien, Costa Rica und WM-Neuling China. Man galt hinter Brasilien als Favorit für die Qualifikation ins Achtelfinale. Im ersten Gruppenspiel gegen Brasilien boten die Türken ein gutes Spiel und gingen durch ein Tor von Hasan Şaş in Führung. Nachdem Ronaldo die Partie egalisiert hatte, bewertete der koreanische Schiedsrichter eine strittige Situation als Notbremse, verwies den Türken Alpay des Feldes und sprach den Brasilianern einen Elfmeter zu, den Rivaldo zum Siegtreffer verwandelte. In der Nachspielzeit sorgte Rivaldo für eine unrühmliche Szene, als er von Hakan Ünsal angeschossen wurde, eine Kopfverletzung vortäuschte und so den Platzverweis des türkischen Spielers herbeiführte.
Im zweiten Spiel gegen Costa Rica durfte die Türkei das Spiel nicht verlieren, denn sonst wären sie erneut wie bei der ersten Teilnahme bereits nach der Vorrunde ausgeschieden. Am Ende des Spiels hieß es 1:1-Unentschieden. Die Türkei musste auf die Schützenhilfe der Brasilianer hoffen und selbst das Spiel gegen China gewinnen. Sie besiegten die Chinesen souverän mit 3:0 und erhielten danach die Information, dass Brasilien mit 5:2 das Spiel für sich entschieden hatte. Somit war die Türkei im Achtelfinale. Im Achtelfinale besiegten die Türken den Gastgeber Japan durch ein frühes Kopfballtor von Ümit Davala mit 1:0. Im Viertelfinale traf man auf die Überraschungsmannschaft des Senegal, die den Titelverteidiger Frankreich im Eröffnungsspiel besiegt hatte. Durch ein Golden Goal von İlhan Mansız in der 95. Minute erreichte die Türkei das Halbfinale der WM 2002. Im Halbfinale trafen die Türken erneut auf Brasilien und genauso wie in der Begegnung davor verloren die Türken gegen die Mannschaft aus Südamerika, diesmal mit 0:1. Die Türkei erreichte dann im „kleinen Finale“ den 3. Platz, nachdem man Südkorea mit 3:2 besiegte. Das 1. Tor des Spieles von Hakan Şükür in der 11. Sekunde war dabei das schnellste Tor der WM-Geschichte. Damit verabschiedete sich die Türkei wieder von der WM-Bühne.
Da Europameister Frankreich schon als Gastgeber für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2003 qualifiziert war, rückte Vizeeuropameister Italien nach, das jedoch auf eine Teilnahme verzichtete. Darauf vergab die FIFA den freien Platz an den WM-Zweiten Deutschland, das ebenfalls verzichtete. Die Türkei rückte als WM-Dritter nach und erreichte beim Konföderationen-Pokal 2003 in Frankreich den dritten Platz.
2006 in Deutschland