Illowaiskoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er besteht aus zwei ursprünglich eigenständigen Ortschaften und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.
Geographische Lage Illowaiskoje liegt 22 Kilometer nördlich der einstigen Kreisstadt Pillkallen (1938 bis 1945: Schloßberg, heute russisch: Dobrowolsk) und zwei Kilometer nördlich der heutigen Rajonshauptstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg). Der Ort ist über die Kommunalstraße 27K-291 zu erreichen, die von der Verbindungsstraße Krasnosnamensk–Pogranitschny (Schillehnen/Waldheide) (Kommunalstraße 27K-104) abzweigt. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte Jucknaten (Meißnersrode) mini|Die (Land)gemeinde Jucknaten auf zwei Messtischblättern von 1927 und 1936 Das südlich gelegene Jucknaten fand seine erste Erwähnung im Jahre 1580, als neun Bauern ihm zugehörig genannt wurden.Jucknaten - Meißnersrode Um 1780 wurde Jucknat(h)en als meliertes Dorf bezeichnet.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 60. Am 8. April 1874 wurde die Landgemeinde Jucknaten namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Jucknaten/Meißnersrode 1938 wurde Jucknaten in Meißnersrode umbenannt. Im Jahre 1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkriegs mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 263 1871 267 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 260 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 272 1910 239 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 257 1939 211
Amtsbezirk Jucknaten (Meißnersrode) 1874–1945 Der Amtsbezirk Jucknaten resp. Meißnersrode bestand zwischen 1874 und 1945 innerhalb des Kreises Pillkallen (Schloßberg) in der Provinz Ostpreußen. Anfangs gehörten zu ihm 18 Kommunen, am Ende waren es noch 14:
Name Änderungsname von 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Alt Skardupönen (Dorf) vor 1900 zum Gutsbezirk Alt Skardupönen Alt Skardupönen (Gut) 1928 zu Karunischken Antbudupönen Vormwalde Beinigkehmen Beinicken Dolgoje Endruscheiten Kleinluben Udarnoje 1923 zu Lubinehlen Eygarren Eigern Gricklaugken Bönick Selenolessje Jucknaten Meißnersrode Illowaiskoje Karunischken Königsfeld (1928) Lubinehlen Lubenwalde Illowaiskoje Maszuiken Blockswalde Udarnoje 1936–38: Maschuiken Neu Skardupönen Grenzwald Pugatschowo Nickelstanaten Smolenskoje 1928 zu Neuhof-Lasdehnen Schillenöhlen Flußfelde Tulpeningken Tulpeningen Saretschnoje Uszeszuppenab 1936: Uscheschuppen Smolenskoje 1928 zu Neuhof-Lasdehnen Uszproduppen Dachsheide Udarnoje 1936–38: Uschproduppen Woitekaten Ostfurt Saretschnoje ab 1928: Neuhof-Lasdehnen Altbaum Smolenskoje war vorher Gutsbezirk im Amtsbezirk Lasdehnen
Am 1. Januar 1945 bildeten noch die Gemeinden Altbaum, Beinicken, Blockswalde, Bönick, Dachsheide, Eigern, Flußfelde, Grenzwald, Königsfelde, Lubenwalde, Meißnersrode, Ostfurt, Tulpeningen und Vormwalde den Amtsbezirk.
Lubinehlen (Lubenwalde) mini|Die Landgemeinde Lubinehlen auf einem Messtischblatt von 1927 Das nördlich gelegene Lubinehlen wurde 1625 erstmals erwähnt. Um 1780 war Lubenöhlen ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 89. 1874 wurde die Landgemeinde Lubinehlen in den Amtsbezirk Jucknaten eingegliedert. Am 2. Juni 1923 vergrößerte sich die Gemeinde Lubinehlen um den Nachbarort Endruscheiten (1938 bis 1945: Kleinluben, ab 1950 Teil von Udarnoje, nicht mehr existent). 1929 wurde auch das Forsthaus Lubinehlen eingemeindet. 1938 wurde Lubinehlen in Lubenwalde umbenannt. Im Jahre 1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkriegs mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 58 1871 60 1885 53 1905 76 1910 49 1933 45 Einschließlich Endruscheiten und Forsthaus Lubinehlen 1939 52
Illowaiskoje Im Jahr 1950 wurden die beiden Dörfer Jucknaten (Meißnersrode) und Lubinehlen (Lubenwalde) unter der russischen Bezeichnung Illowaiskoje zusammengefasst und gleichzeitig dem Dorfsowjet Nemanski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Später (vor 1975) gelangte der Ort in den Chlebnikowski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Illowaiskoje zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-046 ~ 130 2002Allrussische Volkszählung von 2002 151 2010Allrussische Volkszählung von 2010 143 2021Allrussische Volkszählung von 2021 101
Kirche Die Bevölkerung sowohl Jucknatens resp. Meißnersrodes als auch Lubinehlens resp. Lubenwaldes war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession und in das Kirchspiel der Kirche Lasdehnen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Haselberg, heute russisch: Krasnosnamensk) eingepfarrt. Diese war Teil des Kirchenkreises Pillkallen (Schloßberg) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Illowaiskoje im weitflächigen Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Schule Zwischen 1737 und 1944 war Jucknaten (Meißnersrode) Schulort. Die Schule hier war eine der ältesten Schulen des Bezirks und wurde von König Friedrich Wilhelm I. gegründetZeitgeschichte der Schule Jucknaten/Meißnersrode. Das einstige Schulgebäude, in dem 1937 das 200-jährige Bestehen der Schule gefeiert wurde, ist heute noch erhalten.
Weblinks Illowaiskoje bei bankgorodov.ru Illowaiskoje bei prussia39.ru Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Meißnersrode Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Lubenwalde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk