Selenolessje (, , ) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.
Geographische Lage Selenolessje liegt am Nordufer der Scheschuppe (1939 bis 1945: Ostfluß, russisch: Scheschupe, litauisch: Šešupė), sieben Kilometer nordwestlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und 25 Kilometer nördlich der einstigen Kreisstadt Pillkallen (1938 bis 1945: Schloßberg, heute russisch: Dobrowolsk). Der Ort ist über eine Nebenstraße (27K-290) zu erreichen, die Krasnosnamensk mit Nemanskoje (Trappönen/Trappen) verbindet. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte mini|Die Landgemeinde Gricklaucken auf einem Messtischblatt von 1927 Grugcklaugcken wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Zuge einer Schatullsiedlungstätigkeit auf ehemaligem Forstland als köllmisches Bauerndorf gegründet. 1857 wurde das ehemalige Erbfreigut Wilklaugken in die Landgemeinde Gricklaugken eingemeindet, die seit 1874 zum Amtsbezirk Jucknaten im Kreis Pillkallen gehörte.Rolf Jehke, Amtsbezirk Jucknaten/Meißnersrode 1929 kam auch die Försterei Gricklaugken zur Landgemeinde Gricklaugken. 1938 wurde Gricklaugken in Bönick umbenannt – wobei man wohl auf den historischen Namen von Wilklaugken zurückgriff.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 bekam er die russische Bezeichnung Selenolessje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Liwenski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Später gelangte der Ort in den Timofejewski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Selenolessje zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 173 1871 164 davon in Wilklaugken 81, in der Försterei Gricklaugken zusätzlich 6 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 161 davon in Wilklaugken 78, in der Försterei Gricklaugken zusätzlich 8 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 153 davon 92 litauischsprachige, insgesamt davon in Wilklaugken 57, in der Försterei Gricklaugken zusätzlich 6 1910Uli Schubert: auf gemeindeverzeichnis.de 160 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 163 einschließlich der Försterei Gricklaugken 1939 164 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 20 2002Allrussische Volkszählung von 2002 22 2010Allrussische Volkszählung von 2010 23 2021Allrussische Volkszählung von 2021 17
Kirche Fast ausnahmslos war die Bevölkerung Gricklaugkens resp. Bönicks vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Lasdehnen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Haselberg, heute russisch: Krasnosnamensk) eingepfarrt, die zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heut liegt Selenolessje im weitflächigen Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Söhne und Töchter des Ortes Jürgen Kretschmer (* 1943), deutscher Sportdidaktiker
Weblinks Selenolessje bei bankgorodov.ru Selenolessje bei prussia39.ru Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Bönick
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk