Ein Akutes cholinerges Syndrom (auch muskarinerges Syndrom) ist ein krankhafter Zustand des vegetativen Nervensystems, bei dem der Nervus vagus (Parasympathikus) überstimuliert wird.

Ursache Meist tritt das Syndrom als Folge von unerwünschten Arzneimittelwirkungen bzw. Vergiftungen, aber auch nach Insektenstichen auf, siehe Acetylcholin in Tier- und Pflanzengiften.

Es kann als vorübergehende Nebenwirkung bei Gabe des in der Chemotherapie verwendeten Irinotecan auftreten.

Ferner können Pestizide sowie Nervenkampfstoffe wie Sarin zu einem akuten cholinergen Syndrom führen.Fluoridealert.org (PDF).

Klinische Erscheinungen Die Symptome sind:journalonko.de Durchfall Schwitzen Bauchschmerzen tränende Augen Sehstörungen mit engen Pupillen vermehrter Speichelfluss Schüttelfrost Bindehautentzündungen Blutgefäßerweiterung mit niedrigem Blutdruck Benommenheit, Unwohlsein, Schwindel

Die Häufigkeit des Auftretens bei onkologischer Behandlung wird mit 1 % angegeben. medizin.uni-tuebingen.de; abgerufen am 17. April 2024.

Therapie Die Behandlung erfolgt durch Atropin, welches allerdings lediglich ein partielles Gegengift (Antidot) darstellt, da Atropin hauptsächlich an den muskarinergen Acetylcholinrezeptoren bindet, jedoch nicht an den nikotinischen Acetylcholinrezeptoren.

Siehe auch Anticholinerges Syndrom

Literatur M. J. Hsieh, Z. S. Yen, S. C. Chen, C. C. Fang: Acute cholinergic syndrome following ingestion of contaminated herbal extract. In: Emergency medicine journal (EMJ), November 2008, Band 25, Nummer 11, S. 781–782; . PMID 18955628.

Einzelnachweise

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