mini|DVB-T-Logo mini|hochkant=2|Weltweite Verbreitung von DVB-T in Blau Diese Liste umfasst eine Aufstellung verschiedener Länder mit DVB-T oder DVB-T2 als terrestrischem digitalem Fernsehübertragungsverfahren. DVB-T, die Abkürzung steht für engl. „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“, zu Deutsch etwa: „Digitales, terrestrisches Fernsehen“ und der Nachfolger DVB-T2 bezeichnen Varianten von DVB, die für die Funkübertragung von digitalen Hörfunk- und Fernsehsignalen über terrestrische (erdgebundene) Wege verwendet werden.
DVB-T wurde 1997 von dem Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) im Standard EN 300 744 festgelegt. Es folgte im Jahr 2009 der Nachfolger DVB-T2 im Standard EN 302 755.
Übersichtstabelle DVB-T + Umstellung von analog auf digital nach LändernDTV-Weltkarte Verbreitungsgebiet Umstellungsbeginn Analogabschaltung Multiplexe Australien2001, Testbetrieb seit 1998 2010 (VIC) – 2013 (WA) nutzt DVB-T, auch für HDTV (in MPEG-2) Belgien2003–2007, Testbetrieb seit 2002 Flandern: abgeschaltet am 3. November 2008; Wallonien: 1. März 2010 je nach Region 0–15 Sender und Radio Bosnien und Herzegowina 2014Europa: Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens geht voran auf digitalfernsehen.de, vom 12. März 2013, abgerufen am 1. Juni 2013 Bulgarien von Rayna Nikolova; Rat für elektronische Medien, Sofia (IRIS 2008-4:10/13 Bulgarien)Juni 2008 2013 3 landesweite und 12, später 15 regionale Multiplexe (Mux) in MPEG-4 Dänemark 1. April 2006 31. Oktober 2009 5, davon 3 Pay-TV Deutschland Liste der DVB-T-Sender in Deutschland Estland 23. Dezember 2003 1. Juli 2010 levira.ee (englisch) 4 (Muxe 1–3 levira.ee (englisch) seit Dezember 2006 MPEG-4, Mux 7 DVB-T2 seit ca. Ende 2009), insges. bis 30 Programme frei und Pay-TV; Muxe 4/6 geplant (Mux 5 als „Digitale Dividende“ aufgegeben) Finnland 27. August 2001 1. September 2007 4 Frankreich 17. Januar 2005 29. November 2011 (25 Free-TV, 1 Pay-TV, alle in MPEG-4 AVC, HDTV in Auflösung 1080i, 35+ Regionalprogramme) Griechenland 16. Januar 2006 2013 14 landesweite und 24 regionale TV-Sender. 7 der landesweiten Sender strahlen in MPEG-4 aus, alle anderen in MPEG-2 GroßbritannienFreeview, Radioempfang: 15. November 1998 als ONDigital (Pay-TV) und 30. Oktober 2002 als „Freeview“ (frei empfangbar) 2008 bis 23. Oktober 2012BBC News Northern Ireland completes UK digital TV switchover, 23. Oktober 2012 6, auch RadioIrland29. Oktober 2010, Start des Betriebs ab 26. Mai 2011 24. Oktober 2012 11 Transmitter mit jeweils 2 Muxe. Italien11. April 2004, Testbetrieb seit 2003 4. Juli 2012 18 nationale (zukünftig 21) und zahlreiche regionale Muxe, auch Radio, SD in MPEG-2, HD in MPEG-4 (derzeit die Programme der RAI und Mediaset, in Südtirol auch Das Erste HD, ZDF HD, SF1 HD, SF2 HD, ORF eins HD und ORF 2 HD), Netto-Datenübertragungsraten der Muxe liegen zwischen circa 20–24,882 Mbit/s Kolumbien Im Jahre 2006 wurde die Entscheidung für die Einführung eines terrestrischen digitalen Fernsehstandards getroffen. Am 28. August 2008 entschied sich die zuständige nationale Fernsehkommission (CNTV) für den europäischen Standard für digitales terrestrisches Fernsehen DVB-T. Kroatien Januar 2010, Testbetrieb früher, teilweise HDTV, Abdeckung 98 % (Stand: 2010) Ende 2010 5 (davon 3 in DVB-T/MPEG-2 sowie 2 verschlüsselt in DVB-T2/MPEG-4) HRT1, HRT2, HRT3 & HRT4, NovaTV, DomaTV, RTL, RTL2 Landesweiter regionalisierter Mux D Bezahlfernsehen über DVB-T2 (evotv) in Betrieb. Litauen Juni 2006 29. Oktober 2012 3 Luxemburg 1. Juni 2006 1. September 2006 3 Marokko In einigen Städten im Binnenland finden DVB-T-Ausstrahlungen statt, beispielsweise in Fès, Ouarzazate und Zagora. Dabei werden jeweils zwei Muxe auf den unteren acht UHF-IV-Kanälen ausgestrahlt, deren Belegung stets gleich ist: Mux 1: Al Aoula (SNRT 1), Arrabia (SNRT 4), Arriadia (SNRT 3), Assadissa (SNRT 6), TV 2M Mux 2: Aflam.TV (SNRT 7), Amazighia (SNRT 8) Sämtliche Sender werden als verschlüsselt eingelesen, sind jedoch unverschlüsselt. Die Ausstrahlung erfolgt im Seitenverhältnis 4:3 in MPEG-2. Mazedonien 1. Juni 2013 8 Niederlande April 2003 bis 2006 11. Dezember 2006 5 (4 Free-TV, 19 Pay-TV, 17 Radio) Norwegen September 2007 Dezember 2009 3, später 5 (TV und Radio), teilweise in HDTV (MPEG-4) und mit AAC-Ton Österreich 5 sowie Mux C regional mit mehreren Privatsendern, teilweise in HDTV Polen nach 1. Januar 2010, Testbetrieb seit 2006 23. Juli 2013 3 (22 Free-TV, davon 2 auch in HDTV, MPEG-4) Rumänien 2014 Schweden April 1999 29. Oktober 2007 1 bis 5 Schweiz gestaffelt 1. Februar 2003 bis August 2007 gestaffelt 24. Juli 2006 bis 26. November 2007 am 3. Juni 2019 ersatzlos eingestellt Serbien 14. März 2012 17. Juni 2015 10 Free-TV Slowakei September 2007 31. Dezember 2012 1 Slowenien 2007 Dezember 2010 2 landesweit (Mux A, 4 TV in MPEG-4, davon 2 in HD sowie Mux C mit mehreren Privatsendern), einige regionale (je 1 in MPEG-4 mit teilweise AAC-Ton), bereits regionale Tests in DVB-T2 bis 2013 Spanien 2000 (Pay-TV, eingestellt)/2005 (allgemein) 2. April 2010 11 bis 13 Südafrika Testbetrieb seit 11/2008 November 2011 MPEG-4 Tschechien Oktober 2004 September 2010 3 (TV+Radio), in Prag 4; insgesamt 12 TV, in Prag 16 TV, teilweise in HDTV Ukraine Juni 2006, Testbetrieb seit 20022013 MPEG-4 Ungarn 12. Oktober 2004 31. Oktober 2013 3, nach der Umstellung ab 2014 5, seit 1. Dezember 2008 nur noch MPEG-4 Belarus 1. Juli 2005 1. August 2013 Zum 1. April 2011 wurden 94 Prozent der Bevölkerung im DVB-T-Standard versorgt. (Digital TV: 172 – Referenzdienst für den Übergang zu empfangbaren digitalen TV-Sendungen) brtpc.by
Übersichtstabelle DVB-T2 Deutschland
Am 8. Juni 2015 sind die Spezifikation und das Logo für Deutschland eingeführt worden. Die Verwendung setzt zwingend die Kompatibilität zum Codec H.265 und eine Decodierungsschnittstelle für die verschlüsselten Angebote der Privatsender voraus. Ab Frühjahr 2017 wurden in Deutschland Set-Top-Boxen benötigt, um mit nicht-DVB-T2-kompatiblen Geräten terrestrisches Fernsehen empfangen zu können. Die Festlegung auf den Codec H.265 stellt im europäischen Vergleich einen Sonderweg dar. In den meisten europäischen Ländern erfolgt die DVB-T2-Ausstrahlung mit H.264/MPEG-4-AVC-Kodierung. Entsprechend sind viele Set-Top-Boxen und TV-Geräte nicht mit dem in Deutschland eingesetzten H.265-Codec kompatibel und müssen speziell für den deutschen Markt angepasst werden. Mit dem effizienteren Codec H.265 können im Vergleich entweder etwa 20 % mehr oder höher auflösende Programme empfangen werden.
Frankreich
Die Medienbehörde CSA empfahl zwar bereits im Februar 2012, den Umstieg auf DVB-T2 mit HEVC-Kompression bis 2020 durchzuführen. Am 5. April 2016 wurden alle Multiplexe auf MPEG-4 (HDTV 1080i) mit DVB-T umgestellt, da ein Großteil der Fernseher und Set-Top-Boxen DVB-T mit H.264 unterstützen. Erste Schritte in Richtung DVB-T2 mit HEVC begannen erst am 23. Januar 2024 im Vorfeld der Olympischen Spiele 2024. Auf dem neuen Multiplex R9 wurde France 2 in Ultra-HD-Auflösung aufgeschaltet. Für zwei Monate sendete auch France 3 in UHD. Des Weiteren begann auf diesem Multiplex am 14. Juni 2024 die Ausstrahlung von M6 HDR.
Finnland Ein technischer Test von DVB-T2 in Verbindung mit MPEG-4 AVC und HDTV im Raum Lahti ging in den Regelbetrieb für zwei Multiplexe des Pay-Betreibers DANN Oy über. Ende 2010 wurden über VHF-Sender 40 Prozent der Haushalte in den Gebieten Helsinki, Espoo, Vantaa, Turku, Lahti, Hämeenlinna und Tampere, Ende 2011 60 Prozent versorgt. Offizieller Sendestart war am 1. Januar 2011. Mitte 2012 erreichte der Versorgungsgrad 85 Prozent. Im September 2011 bekam der Netzbetreiber Digita eine Genehmigung für Dienste mit DVB-T2 Lite. Damit soll das Mobilfernsehen mit DVB-H ersetzt werden.
Kroatien Kurz nach vollendetem Umstieg auf DVB-T begannen erste DVB-T2-Projekte. 2012 sollen die Multiplexe C und E mit Sendungen beginnen. Netzbetreiber ist Odasiljaci i Veze (OiV). Ziel des Ausbaus ist ein Versorgungsgrad von 95 Prozent des Landes.
Österreich
Die offizielle Einführung von DVB-T in Österreich fand am 26. Oktober 2006 statt. Nach 10 Jahren, Ende 2016, wurde der Betrieb mit DVB-T in Österreich zugunsten des Nachfolgestandard DVB-T2 eingestellt. Für die Einführung von DVB-T2 fanden von 2010 bis 2012 an verschiedenen Orten Versuchsbetriebe statt. Im April 2013 wurde unter dem Namen SimpliTV flächendeckendes, aber überwiegend verschlüsseltes DVB-T2 mit H.264 eingeführt. Abseits von SimpliTV gibt es drei TV- und drei Radiosender, die unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Die Umstellungsphase für die unverschlüsselten Programme auch mit H.264 erfolgte zwischen 2016 und 2017.
Rumänien Der Sendebetrieb für fünf nationale Multiplexe (davon einer über VHF) wurde im Mai 2014 ausgeschrieben. Ein Multiplex für frei empfangbare Programme soll bis 2016 für 80 % der Bevölkerung ausgebaut werden. Die anderen Muxe sind für 36 Standorte (bis zum ASO-Termin 2015) auszubauen.
Russland Im Mai 2011 begannen Tests in den Pilotgebieten Moskau, Sotschi, Kazan, Wladiwostok, Chabarowsk, Kaliningrad, Kursk und St. Petersburg. Bereits im September 2011 wählte eine Regierungskommission DVB-T2 für den weiteren Ausbau der Terrestrik. Ein Regelbetrieb startet in St. Petersburg im 2. Quartal 2012. 54 Mio. Euro, ursprünglich für den DVB-H-Ausbau vorgesehen, wurden für DVB-T2 (H.264) umgewidmet. Der Umstieg begann 2012. Im Januar 2015 wurden Moskau und Umgebung, Kursk und Kaliningrad mit den zwei Multiplexen von RTRS als letzte Regionen umgestellt.
Schweiz
In der Schweiz war schon per 2017 ein Ausbau auf DVB-T2 nicht geplant. DVB-T diente zu diesem Zeitpunkt ausschließlich der Grundversorgung (Service public) und «als Absicherung für den Fall, dass der Empfang über Satelliten oder Kabelnetze aus technischen, rechtlichen oder politischen Gründen verunmöglicht sein sollte». Jede über die Grundversorgung hinausgehende Leistung hatte durch andere Angebote abgedeckt werden sollen (DVB-C, DVB-S, IPTV). Zuletzt wurde eine Optimierung durchgeführt, um die Sendekosten zu minimieren. Am 3. Juni 2019 wurde DVB-T in der Schweiz eingestellt. Da DVB-T nicht mehr zum Service public gehört, gibt es auch keinen Nachfolger, DVB-T2 wurde nie aufgebaut oder gar in Betrieb genommen. In der Schweiz gibt es noch einen DVB-T-Regionalsender, ein Kabelnetz, in dem Fernsehen nicht in DVB-C, sondern DVB-T verbreitet wird (in Gland), sowie ein DVB-T2-Relay nach Österreich und bald eine DVB-T2-Antenne für Grand Genf.
Serbien Nach DVB-T-Tests im Mai 2005 wurde im Mai 2009 DVB-T2 mit MPEG-4 (H.264) als Standard adaptiert. Die in Aussicht genommenen Sendeparameter (256-QAM, 32k-FFT, Guard Interval 1/8, Coderate 3/4 – ergibt 40,38 Mbps Nettobitrate) erlaube es, mit nur 12 Sendestandorten zu arbeiten. Der Switchover soll, nach dem Aufbau dreier weiterer Multiplexe, im Juni 2015 bei einem Ausbaustand von 98 Prozent beendet werden. Mux 1 mit 95 % Versorgung (Zielstellung) transportiert 7 nationale und weitere regionale Programme, ein weiterer Multiplex ist lokal konzipiert. 30 regionale und 94 lokale Programme sind geplant.
Tschechien Soweit hier zu lesen wurde auf DVB-T2/HEVC umgestellt und nicht auf MPEG-4 wie im weiteren Verlauf des Artikels. Der Netzbetreiber České Radiokomunikace (Cra) will auf DVB-T2 umstellen, um mit Kompression HDTV-Programme zu ermöglichen. Ein Test lief von 2010 in Prag (Kanal 25, 40,2 Mbit/sec, mit ČT HD, Nova HD, Prima HD und Barrandov HD) und später in Budweis bis Ende 2011. Ein weiterer Test über 18 Monate begann im April 2012 in Prag, Brünn, Ostrava und Pilsen. Netzbetreiber ist wiederum Cra. 2016 wurde entschieden, dass der Umstieg auf DVB-T2 mit H.264 binnen 6 Jahren vonstattengehen soll. Im Mai 2016 kündigte Cra einen 7-Monate-Test in Prag mit UltraHD-Ausstrahlungen im Prager Kanal 50 an.
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