mini|Belgrad mini|Novi Sad mini|Niš mini|Dom des Heiligen Sava, auch als serbisches Taj Mahal bekannt.
Der Tourismus in Serbien ist ein wachsender und immer wichtiger werdender Zweig der Wirtschaft Serbiens. Im Jahre 2013 wurden 2,2 Millionen Besucher in Serbien gezählt. Obwohl Serbien keinen Zugang zur Adria oder anderen Meeren besitzt, ist es landschaftlich, kulturell und historisch außerordentlich vielfältig. Zahlreiche Festungen, Burgen und Sakralbauten, Städte, Dörfer und Ortschaften sowie Naturlandschaften und Veranstaltungen werden von Reisenden aufgesucht.
Im Jahr 2024 wurden in Serbien 4,4 Millionen Touristen gezählt, davon waren 55 % aus dem Ausland.
Der Tourismus in Serbien ist vielfältig und gliedert sich in verschiedene Bereiche, zu denen besonders der Land-, Natur- und Ökotourismus sowie der Sanfte, der Slow und Kulturtourismus zählt, aber auch der übliche Erholungs- und Badeurlaub sowie Wintersport, Kreuzfahrten und Bootstouren, Jagd- und Angeltourismus, oder Besonderheiten wie Fahrrad-, Rucksack- und Weintourismus, aber auch Medizintourismus.
Das Land verfügt über sechs Nationalparks, 20 Naturparks und rund 590 Naturschutzgebiete und Naturreservate mit einer Gesamtfläche von 7315,08 Quadratkilometern, womit mehr als 8 Prozent der Fläche Serbiens unter Naturschutz stehen. Im Vergleich dazu sind es in Deutschland 3,6 Prozent. Die Landschaft dieser Gebiete erhielt vor allem Schutz vor Entwicklungsprojekten. Ein Grund dafür besteht auch darin, dass Serbien zu 30 Prozent bewaldet und der Großteil davon naturbelassen ist. Des Weiteren sind acht Orte Serbiens in der Ramsar-Konvention für die Erhaltung von Feuchtgebieten aufgelistet.
Die touristischen Hauptziele in Serbien sind vor allem die Hauptstadt Belgrad sowie die weiteren Großstädte Novi Sad, Niš, Kragujevac und Subotica, aber auch kleinere Städte wie Jagodina, Užice, Požarevac sowie zahlreiche Kurorte, darunter Vrnjačka Banja und Sokobanja, oder die Gebirge Kopaonik und Zlatibor sowie die Donau, die mit Kreuzfahrtschiffen und Booten befahren wird.
Des Weiteren bietet Serbien zahlreiche Festungen und Klosteranlagen sowie eine Vielzahl von Seen und Schluchten, von denen das Eiserne Tor das größte in Europa ist sowie archäologische Fundstätte wie Mediana, Iustiniana Prima oder der Lepenski Vir. Viele dieser geografischen Besonderheiten sind als UNESCO-Welterbe unter Schutz gestellt.
Einleitung miniatur|Serben in Trachten der Šumadija-Region.
Serbien und seine Bevölkerung befand sich immer zwischen Ost und West, nicht nur im geographischen Sinne, sondern auch politisch und kulturell. Zuerst lag es zwischen dem Byzantinischen und dem Römischen Reich und danach zwischen dem Osmanischen Reich und dem westlichen Christentum. Auch in der Zeit Jugoslawiens standen die Bewohner dieser Region zwischen dem Warschauer Pakt und den NATO-Staaten. Durch die jugoslawische Ablehnung des Stalinismus und als Versammlungsort der Blockfreie Staaten war das Land mit seiner Hauptstadt Belgrad in der Zeit des Kalten Krieges ein bedeutendes politisches Zentrum.
Das damalige kommunistische Regime war gegenüber touristischen Aktivitäten sehr offen. Während der Jugoslawienkriege (1991–1995) sank die Anzahl ausländische Touristen, jedoch wurde Serbien weiterhin besucht, weil das Land, bis auf den Kosovokrieg 1999, von Auseinandersetzung weitestgehend verschont blieb. Dazu waren die Kämpfe, bis auf die Operation Allied Force der NATO, nur auf den Kosovo beschränkt. Seit Kriegsende erholten sich die Zahlen und man registrierte wieder einen Anstieg der Besucher.
Ebenfalls fand ein enormer Anstieg im Ausbau der touristischen Infrastruktur statt und im Ausland wurden diverse Reiseführer veröffentlicht. Seither hat eine rasante Entwicklung eingesetzt. In zahlreichen Städten und Bergregionen wurden neue Hotels und touristische Einrichtungen gebaut. Die Zahl serbischer Touristen aus dem In- und Ausland nimmt seither stetig zu. Besonders in den letzten Jahren nahm auch die Anzahl ausländischer Touristen wieder zu.
Daten und Fakten 2013 besuchten insgesamt 2.192.435 Millionen Touristen Serbien, davon waren 42 Prozent ausländische Besucher. Die Besucherzahl stieg im Vergleich zu 2012 um 5,4 Prozent. Ebenfalls wurde ein Anstieg von 1,3 Prozent der Übernachtungen verbucht, die insgesamt 6.567.460 Millionen betrugen.pks.rs: Mesečni makroekonomski pregled br.2 – Podaci o turističkom prometu (serbisch) (englisch) Die Zahl der ausländischen Touristen stieg um 13,8 Prozent und belief sich auf 921.768 Tausend mit insgesamt 1.988.393 Millionen Übernachtungen, die ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent anstieg. Darunter kamen 155.868 aus Bosnien und Herzegowina, 137.520 aus Montenegro, 121.997 aus Slowenien, 120.899 aus Russland, 107.840 aus Deutschland sowie über 100.000 Touristen aus Italien und Kroatien.
Das meistbesuchte Reiseziel im Vergleich zum Vorjahr blieb Belgrad, gefolgt von Novi Sad, dem Gebirge Zlatibor, den Kurorten Vrnjačka Banja und Sokobanja sowie das Kopaonik-Gebirge. 2014 besuchten bis Ende Februar 240.782 Touristen Serbien.Blic: Početkom 2014. broj turista u Srbiji povećan za tri odst (serbisch) Die Besucherzahl stieg im Vergleich zum Ende Februar des Vorjahres um 3 Prozent. Davon waren 40 Prozent ausländische Besucher, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die meistbesuchte Destination waren bis dahin weiterhin Belgrad und Novi Sad. Aufgrund des kontinuierlichen, jahrelangen Anstiegs der Touristen in Serbien, geht man nach Schätzungen davon aus, dass bis Ende 2014 insgesamt 2,5 bis 2,8 Millionen Touristen Serbien besuchen werden, sowie die eine-Million-Marke an ausländischen Besuchern erstmals seit dem Zerfall des sozialistischen Jugoslawien wieder erreicht wird.
Heilbäder und Kurorte miniatur|Vrnjačka Banja
In Serbien gibt es über 1000 kalte und warme Mineralquellen und einen großen Reichtum an natürlichen Mineralgasen und Heilerde oder Heilschlamm. In über 53 Thermalbädern, wovon einige bereits den Römern bekannt waren, wurden Kurbehandlung für ein breites Spektrum gesundheitlicher Beschwerden und Krankheiten entwickelt, die durch das Trinken von Heilwässern oder durch Heilbäder unterstützt werden. Neben den Bädern gibt es in Serbien auch Luftkurorte, die wegen ihrer günstigen klimatischen und geografischen Lage zu Kurorten erklärt wurden.
Die Bäder Serbiens befinden sich hauptsächlich in Tälern oder auf Hügelhängen, umgeben von Wäldern, Wiesen und Obstgärten. Die natürliche Landschaft der Bäder ist durch Parks und Wanderwege ergänzt. Moderne Unterkünfte, Sportplätze und Schwimmbäder ergänzen die grundlegenden Gesundheitseinrichtungen in den Heilbädern, aber auch Einrichtungen für verschiedene Sportarten, Massagesalons und Fitnesszentren. In den vergangenen Jahren wurden Wellnessprogramme in den serbischen Kurorten besonders beliebt. Die Bäder sind auch für Kongresse und Seminare sowie für Sportmannschaften ausgestattet. Die Umgebung der Thermen enthalten zahlreiche kulturelle, historische und andere Sehenswürdigkeiten. Zudem finden dort das ganze Jahr über eine Vielzahl von Veranstaltungen statt. Die bekanntesten Kurorte sind Vrnjačka Banja, Sokobanja und Niška Banja.
Bergtourismus und Wintersport miniatur|Kopaonik
Mehrheitlich wird Serbien von Bergen dominiert, von den pannonischen Hügeln im Norden bis hin zu den Grenzen ihrer Nachbarländer im Süden. Die Gebirge Serbiens gehören zum Rhodopen-, Karpaten- und Balkangebirge sowie zu der dinarischen Gebirgskette. Als besonders naturreich gelten Zlatibor, Zlatar und Rajac. Einige Berge sind im Rahmen von sechs Nationalparks geschützt oder zu Naturparks erklärt worden. Manche wurden dank des außergewöhnlichen Klimas zu Luftkurorten erklärt. Sowohl im Sommer als auch im Winter werden die Berge bestiegen. Die Erkundung von Karsthöhlen und Schluchten sowie Wintersport ist in den Gebirgen für Touristen möglich. Dafür bekannt ist besonders das Gebirge Kopaonik. Die Beherbergungsmöglichkeiten sind ebenfalls vielfältig, von Viersternehotels bis zu Waldhütten und Jugendherbergen. Besonders im Sommer sind die serbischen Berge bei mitteleuropäischen Wanderern beliebtes Ziel für Trekking in naturbelassenen Landschaften.
Serbische Volksparks miniatur|Drvengrad
Die Volksparks in Serbien entstanden zum Schutz der landestypischen Architektur und dem serbischen Ethnostil. Im Gegensatz zu den ursprünglichen serbischen Dörfern, gelten diese als Freiluftmuseen, die Gebäude von kultureller und historischer Bedeutung beinhalten, in denen aber kein Alltagsleben mehr stattfindet. Es handelt sich um rekonstruierte serbische Dörfer der vergangenen beiden Jahrhunderte, die hauptsächlich aus Holz und Stein erbaut wurden.
In den Höfen befinden sich Scheunen und andere Nebengebäude, welche das ehemalige Dorfleben widerspiegeln. Manche Volksparks verfügen darüber hinaus über Weinkeller, Pferdekoppeln und ständige Museumsausstellungen. An einem der Hänge der Mokra Gora wurde der Volkspark Drvengrad erbaut, eine Schöpfung des Filmregisseurs Emir Kusturica, in welchem es ein Restaurant, ein Kino und eine Galerie gibt. Weitere besuchte Ethnodörfer sind Divljakovac und Beli Kamen. Im archäologisch ausgerichteten Volkspark im Dorf Ravna, acht Kilometer nördlich von Knjaževac, nahe der römischen Festung Timacum Minus, befindet sich in der Dorfschule eine Forschungseinrichtung.
Festungen an der Donau miniatur|Festung Golubac an der Donau.
Der zentrale Teil Südosteuropas war lange Zeit Treffpunkt verschiedener Kulturen, Handelskarawanen und Truppen auf Feldzügen. Die Überreste von Befestigungsanlagen sind Zeugen dieser Ereignisse und spiegeln die Entwicklung europäischer Militärarchitektur von der Antike bis in die Gegenwart wider. Wegen der geografischen Lage des Donautals errichteten das Römische-, Serbische- und Osmanisches Reich von der Batschka bis zum Eisernen Tor flussabwärts eine große Anzahl von Festungsanlagen entlang des Flussufers. Die bekanntesten sind die Festung von Belgrad, das Wahrzeichen der Stadt, die Festung Petrovaradin in Novi Sad, auch als „Gibraltar der Donau“ bekannt und einst die größte Festung Europas im 17. Jahrhundert sowie die Festung Golubac, die den Beinamen Taubenstadt trägt.
Nationale und internationale Veranstaltungen Serbien, vor allem Belgrad, war in den letzten Jahrzehnten Gastgeber verschiedener internationaler Großveranstaltungen mit einer Vielzahl ausländischer Teilnehmer, die mit hohen Sicherheits- und organisatorischen Anforderungen verbunden waren. Weltweit bekannte Veranstaltungen sind der Exit, das Guča-Trompetenfestival und der Karneval von Vrnjačka Banja.
Weltkultur- und Weltdokumentenerbe sowie Biosphärenreservat miniatur|Nikola-Tesla-Museum Die Liste des Welterbes umfasst über 1000 Denkmäler von kulturellem und naturräumlichem Wert aus der ganzen Welt, die von der UNESCO aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind. Bei der Auswahl der Orte, die Serbien für eine Aufnahme in die Liste des Welterbes vorgestellt hatte, wurde der Schwerpunkt auf Serbiens mittelalterliches Erbe gelegt, im Besonderen auf Klöster der serbisch-orthodoxen Kirche und dessen königliche Grabstätten mit Einflüssen der romanischen- und byzantinischen Kunst sowie erkennbar serbischen Merkmalen, der auch als serbisch-byzantinischer Stil bekannt ist und architektonisch besonders durch die Raška-, Mazedonische- und Morava-Schule geprägt wurde.
Zu den bisher auf der Liste des UNESCO-Welterbes geführten Stätten zählen das Kloster Studenica, die mittelalterliche Stadt Stari Ras mit dem Kloster Sopoćani und der Peterskirche, die archäologische Ausgrabungsstätte Romuliana (Gamzigrad) sowie die mittelalterliche Sakralbauten und Denkmäler der serbischen Kultur im Kosovo, zu denen die Klöster Visoki Dečani und Gračanica zählen, sowie das Patriarchenkloster Peć und die Kirche der Jungfrau von Ljeviša.
mini|Das Miroslav-Evangelium