Spielhof ist ein Gemeindeteil der Stadt Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern). Spielhof liegt in der Gemarkung Möhren.

Lage, Verkehr Die Einöde liegt in der Südlichen Frankenalb südwestlich von Treuchtlingen und nordwestlich von Gundelsheim. Nördlich befindet sich das Waldgebiet Grottenhof. Zu erreichen ist der Spielhof über eine Gemeindeverbindungsstraße von Eichhof her oder über eine Gemeindeverbindungsstraße, die bei Möhren von der Kreisstraße WUG 6 abzweigt.

Geschichte Als 1380 Ruprecht von Seckendorff Güter an Berthold vom Emetzheim und Heinrich von Ellingen verkaufte, waren darunter auch die „Spielberger Höfe“. 1446 kauften die Seckendorffer diesen Besitz von Margreth Tanhäuserin und ihren Söhnen wieder ab. 1508 ist die Rede davon, dass Jörg von Pappenheim ein Drittel des großen und kleinen Zehnt „zu Spilberg“ an Leonhard von Schaffhausen gegeben hat. Die Seckendorffer verkauften 1522 mit dem Gut Möhren auch den zu dieser Zeit „öden und unbesetzten“ Hof „zu Spilberge“ an Christoph Fuchs vom Bimbach. 1696 ist erstmals vom „Spielhof“ die Rede. Spätere Belege wechseln im Gebrauch beider Ortsnamen, so noch ein Beleg von 1836.Keller, S. 245 f.

Seit 1806 im Königreich Bayern, wurde der Spielhof, bestehend aus zwei Halbhöfen und einem „Gnadenhaus“ (Klein- oder Austragshaus),Pfister, S. 296 1808 dem Steuerdistrikt „Moehrn“ (= Möhren) im Landgericht/Rentamt Graisbach-Monheim zugeteilt; dieses ging 1862 im Bezirksamt (ab 1935 Landkreis) Donauwörth auf. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Möhren und damit auch die Einöde Spielhof mit Wirkung vom 1. Juli 1972 in die Stadt Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg (ab 1973 Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) eingegliedert. Damit wechselte der Spielhof vom Regierungsbezirk Schwaben in den Regierungsbezirk Mittelfranken über.Pfister, S. 358 Seitdem ist Spielhof einer von 54 amtlich benannten Gemeindeteilen Treuchtlingens.

Die 1815 gebildete Patrimonialgerichtsbarkeit II. Klasse des Carl Anton Graf von Fugger-Nordendorf, Inhaber der Herrschaft Möhren-Gundelsheim, zu der auch Spielberg gehörte, wurde durch Bayern 1848 aufgehoben.Keller, S. 332 f.

1839 hatte der Spielhof zwölf, 1961 neun Einwohner, die in einem Wohngebäude lebten.Georg Friedrich Kramer: Statistisches Handbuch für den Regierungs-Bezirk von Schwaben und Neuburg. 1. Abteilung, Augsburg 1839, S. 86; Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. München 1964, Spalte 930 Zusammen mit dem Schloss Möhren wurde der Spielhof mit seiner Flur 1966 an den Diakonieverband Hensoltshöhe in Gunzenhausen verkauft; der umfangreiche Wald kam in Privathände. 1983 wurde das stattliche Gutshaus, ein zweigeschossiger Satteldachbau aus dem 18./19. Jahrhundert, an Privat veräußert.Heimatbuch Treuchtlingen, S. 138, 143 1987 wohnte in dem Anwesen niemand.

Literatur Heimat- und Bäderverein Treuchtlingen e. V. (Hrsg.): Heimatbuch Treuchtlingen. Treuchtlingen [um 1984]

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Treuchtlingen Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kategorie:Ersterwähnung 1380