mini|Dorfstraße in Prejłowo Prejłowo [] () und Prejłowo (Osada) sind Orte in der Gmina Purda (Landgemeinde Groß Purden) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographie Geographische Lage Prejlowo liegt im Westen der Masurischen Seenplatte, die zum Baltischen Höhenrücken gehört. Südöstlich des Dorfes liegt der Binnensee Servent-See () mit einer Fläche von 250 Hektar. Charakteristisch für die Gegend sind zahlreiche Seen, Flüsse, sowie Nadel- und Mischwälder, die 53 Prozent des Gemeindegebiets Purda bedecken.
Die Entfernung nach Barczewo (Wartenburg i. Ostpr.) beträgt elf, nach Purda (Groß Purden) sechs, nach Olsztyn (Allenstein) 18, und nach Pasym (Passenheim) 19 Kilometer.
Prejłowo (Osada) liegt wenige hundert Meter nordwestlich des Dorfes.
Geologie Die Landschaft ist durch den Eisschild gestaltet worden und ist eine postglaziale, hügelige, bewaldete Grundmoräne mit vielen Rinnen-, Binnenseen und Flüssen.
Geschichte Ortsgeschichte Ursprünglich war hier die Gau Barten der Prußen. Nach der Zwangschristianisierung durch den Deutschen Orden war das Bistum Ermland ab 1243 ein Teil des Deutschordenslandes. Zuerst wurde hier 1359 die Handfeste dem Altpruzzen Preiwil verliehen; am 21. Januar 1380 hat das Domkapitel von Ermland der Lokationsvertrag mit 30 Hufen für den Vermesser Tylo erneuert. Nach dem Zweiten Frieden von Thorn im Jahr 1466 wurde Ermland als autonomes Fürstbistum Ermland der Krone Polens unterordnet.
Mit der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 wurde Ermland ein Teil des Königreichs Preußen.
Am 7. Mai 1874 ist der Amtsbezirk Preylowen (nach der Änderung der Ortsnamen: Preiwils 1938–1945) im Kreis Allenstein in der preußischen Provinz Ostpreußen gebildet worden.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Preylowen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Preylowen (Dorf und Gut) stimmten 140 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Hrsg.: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 69 mini|Gewerbebetrieb in Prejłowo Am 30. September 1928 schlossen sich die beiden bisher getrennt gewesenen Kommunalbezirk Landgemeinde sowie Gutsbezirk Preylowen zur neuen Landgemeinde Preylowen zusammen. In sie wurde das Gut Wallen (polnisch Wały) eingegliedert.
Die größten Bauernhöfe in den Jahren 1930–1933 waren:Landwirtschaftliches Adreßbuch der Domänen, Rittergüter, Güter und Höfe in der Provinz Ostpreußen. Auszug Ermland. Auflage 1932, S. 22 Holski & Merten, 250 ha, Brennerei Paul Buchholz, 130 ha
Nach dem 20. Januar 1945 wurde Preiwils von der Roten Armee eingenommen. Nach Kriegsende kam das Dorf zur Volksrepublik Polen und erhielt die polnische Namensform „Prejłowo“.
Zusammen mit der Osada Prejłowo, die anscheinend an der Ortsstelle des früheren Guts Preylowen liegtVon ihr gibt es keine geschichtlichen Belege, da sie vielleicht auch erst nach 1945 entstanden ist, gehört das Dorf zur Landgemeinde Purda (Groß Purden) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2011 zählte Prejłowo 433 Einwohner.
Einwohnerentwicklung 1861: 81GenWiki: Preylowen 1910: 107 Dorf, 164 Gut 1933: 412Michael Rademacher: 1939: 402 2011: 433
Amtsbezirk Preylowen/Preiwils (1874–1945) Bei seiner Errichtung gehörten zehn Kommunen zum Amtsbezirk Preylowen. Am Ende bildeten aufgrund von Strukturveränderungen noch fünf Dörfer den Amtsbezirk Preiwils: Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Gillau Giławy Grabowo1938–1945 Buchental Grabowo Graskau Groszkowo Klutznick1938–1945 Klausen Klucznik Nerwigk Nerwik Podlassen1938–1945 Klausenhof Podlazy 1928 nach Klutznick eingemeindet Preylowen1938–1945 Preiwils, Dorf Prejłowo Preylowen, Gut 1928 in die Landgemeinde Preylowen (Dorf) eingegliedert Wallen Wały 1928 nach Preylowen eingemeindet Wessolowen1938–1945 Frohwalde Wesołowo
Am 1. Januar 1945 bildeten noch Gillau, Graskau, Klausen, Nerwigk und Preiwils den Amtsbezirk Preiwils.
Kirche mini|links|150px|Bildstock von 1901 in Prejłowo Bis 1945 gehörten die römisch-katholischen Einwohner Preylowens resp. Preiwils dem Kirchspiel Groß PurdenGenWiki: Kirchspiel St. Michael Gruß Purden (polnisch Purda) im Bistum Ermland, die evangelischen dem Kirchspiel Wartenburg i. Ostpr.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490 (polnisch Barczewo) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union an.
Die Beziehung zur Purda, das jetz allerdings zum Erzbistum Ermland gehört, besteht katholischerseits noch heut. Evangelischerseits sind die Einwohner Prejłowos zur Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn (Allenstein) hin orientiert, die zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen gehört.
Verkehr mini|150px|Ortseinfahrtsschild Prejłowo Prejłowo liegt an einer Nebenstraße, die die Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn (Alkenstein) mit Zgniłocha (Gimmendorf) an der bedeutenden Landesstraße 58 (Olsztynek–Szczuczyn) verbindet. Von den Nachbarorten Krupoliny (Kroplainen) sowie Purda (Groß Purden) und Pajtuny (Pathaunen) kommen Nebenstraßen, die innerorts enden.
Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.
Weblinks Kreisgemeinschaft Allenstein e. V.
Preiwils – Ortsinformationen nach D. Lange. Sołectwo Prejłowo (polnisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Purda