St. Martin ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Langerwehe im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche ist unter Nummer 4 in die Denkmalliste der Gemeinde Langerwehe eingetragen und dem hl. Martin von Tours geweiht.
Geschichte mini|Luftaufnahme von St. Martin mini|Innenraum mit Blick zum Altar mini|Orgel (2011, Eule Orgelbau) Die Kirche St. Martin wurde erbaut, da die alte Pfarrkirche auf dem Rymelsberg zu klein geworden war. Sie wurde von 1903 bis 1906 nach Plänen des Kölner Architekten Theodor Kremer als dreischiffige Hallenkirche mit vorgesetztem Glockenturm, Querschiff und einem dreiseitig geschlossenen Chor im Osten im neogotischen Baustil erbaut. Der erste Spatenstich war am 20. September 1903 und die Grundsteinlegung nahm am 29. Mai 1904 der Kölner Domkapitular Winand Blank vor, in den Grundstein wurde zu diesem Anlass eine Urkunde eingelassen. Nach dreijähriger Bauzeit war die neue Pfarrkirche vollendet, sodass der Kölner Weihbischof Joseph Müller bereits am 31. Mai 1906 im neuen Gotteshaus die Firmung spenden und eine Messe lesen konnte. Die feierliche Kirchweihe erfolgte am 5. Mai 1907 durch den Kölner Erzbischof Antonius Kardinal Fischer.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Obergeschosse des Turmes 1944 aus strategischen Gründen gesprengt. Nach dem Krieg wurde der Turm in vereinfachten Formen wieder aufgebaut.
Ausstattung In der Kirche befindet sich ein Antwerpener Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert. Er stammt aus der Kirche von Kloster Schwarzenbroich. Die Orgel ist ein Werk der Firma Hermann Eule Orgelbau Bautzen aus dem Jahr 2011. Die Orgel besitzt 22 Register, jedoch sind 34 geplant.
Die Kirche Enthält insgesamt 36 Buntglasfenster, 28 von Jonny Lucius aus den Jahren 1956 bis 1960 und fünf von Ernst Jansen-Winkeln aus den Jahren 1987 und 1988 sowie drei Fenster in der Taufkapelle von Ludwig Schaffrath aus dem Jahr 1990. Zumeist sind ornamentale Kompositionen dargestellt, aber einige Fenster haben auch biblische Themen zum Inhalt. So stellen etwa die sechs Fenster des Querschiffs Szenen aus dem Leben von Heiligen dar.
Glocken Im Jahr 1928 hatte die Glockengießerei Otto aus Hemelingen/Bremen drei Bronzeglocken mit den Tönen h0 – e' – g' und einem Gesamtgewicht von 4, 5 Tonnen geliefert. Alle drei Glocken fielen der Glockenvernichtung des Zweiten Weltkrieges zum Opfer. Als Ersatz schaffte sich die Gemeinde im Jahr 1957 drei Stahlglocken an, die in einem eventuell neuen Krieg nicht beschlagnahmt würden. Im Jahr 1960 wurde die Glockengießerei Otto mit dem Guss einer neuen Bronzeglocke beauftragt. Ihr Ton passte jedoch nicht zu den Stahlglocken des Bochumer Vereins, weshalb sie heute in der alten Martinskirche hängt. Name Schlagton Gießer Gussjahr 1. Christusglocke c¹ +/-0 Bochumer Verein für Gussstahlfabrikationen 19652. Apollinarisglocke d¹ +/-0 Bochumer Verein für Gussstahlfabrikationen 19573. Martinusglocke f¹ +2 Bochumer Verein für Gussstahlfabrikationen 19574. Marienglocke g¹ +1 Bochumer Verein für Gussstahlfabrikationen 1957
Motiv: „Christ ist entstanden“
Alle vier Glocken erklingen nur zu den höchsten Feiertagen, an Sonntagen im Jahreskreis erklingt ein Teilgeläute.
Pfarrer Folgende Priester wirkten bislang als Pfarrer an St. Martin:Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 415. –1844: Gottfried KopsErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 4, Köln 1840, S. 15. 1844–1861: Franz Joseph Hubert Aloys KoerferErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 9, Köln 1860, S. 83. 1861–1874: Wilhelm LückerathErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 13, Köln 1872, S. 67. 1874–1887: VakantErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 14, Köln 1878, S. 65. 1887–1897: Laurenz GossenErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 17, Köln 1895, S. 76. 1897–1921: Karl Engelbert KallenErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 21, Köln 1911, S. 100. 1921–1940: Kaspar Fasbender 1940–1953: Leonhard Netten 1953–1970: Hans Steffens 1971–1984: Josef Esser 1984–1997: Klaus Adalbert Hellebrandt 1997–2009: Rüdiger Hagens 2009–2025: Heinz Portz Seit 2025: Klemens Gößmann
Weblinks
St. Martin aus der Website der Pfarrei
Einzelnachweise
Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Aachen Kategorie:Kirchengebäude in Langerwehe Kategorie:Erbaut 1906 Kategorie:Martin-von-Tours-Kirche (Patrozinium) Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Hallenkirche in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Pastoraler Raum Inden/Langerwehe Kategorie:Bauwerk von Theodor Kremer