mini|Heinz G. O. Becker ca. 1950
Heinz Georg Osmar Becker, meist zitiert als Heinz G. O. Becker (* 4. März 1922 in Dittersdorf, Sachsen; † 23. Juli 2017), war ein deutscher Chemiker (Organische Chemie, Fotochemie). Becker studierte Chemie an der TH Dresden mit Promotion 1956 und Habilitation 1962. Er war Professor an der TH Leuna-Merseburg. Seit 1974 war er korrespondierendes und seit 1977 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR.
Er befasste sich in den 1960er-Jahren mit Triazolen (besonders 4-Aminotriazol) als Bausteinen der von ihm sogenannten Relaissynthesen von Heterocyclen. In den 1970er-Jahren befasste er sich mit Fotochemie auf der Basis von Arendiazoniumverbindungen. Er war einer der Begründer und Mitautor des verbreiteten Lehrbuchs Organikum.Heinz G. O. Becker, Werner Berger, Günter Domschke, Egon Fanghänel, Jürgen Faust, Mechthild Fischer, Fritjof Gentz, Karl Gewald, Reiner Gluch, Roland Mayer, Klaus Müller, Dietrich Pavel, Hermann Schmidt, Karl Schollberg, Klaus Schwetlick, Erika Seiler und Günter Zeppenfeld: Organikum, Johann Ambrosius Barth Verlag, 2015, 24. Auflage bearbeitet von Rainer Beckert, Egon Fanghänel, Wolf D. Habicher, Hans-Joachim Knölker, Peter Metz und Klaus Schwetlick, ISBN 978-3-527-33968-6. Die Gesamtauflage des Organikums in elf Sprachen liegt bei 400.000 Exemplaren.
Becker förderte früh (Betreuung der Diplomarbeit) und langjährig die wissenschaftliche Entwicklung von Egon Fanghänel. Die 1980 mit dem Friedrich-Wöhler-Preis der Chemischen Gesellschaft der DDR ausgezeichneten Chemiker Horst Böttcher und Hans-Joachim Timpe sind akademische Schüler von Becker. Ihm selbst wurde 1982 der Ehrentitel Verdienter Hochschullehrer der DDR verliehen.
Schriften mit Rainer Beckert, Egon Fanghänel, Wolf D. Habicher, Hans-Joachim Knölker, Peter Metz, Klaus Schwetlick u. a.: Organikum: Organisch-chemisches Grundpraktikum, Wiley-VCH, 24. Auflage 2015, ISBN 978-3-527-33968-6. Herausgeber: Einführung in die Photochemie, 2. Auflage, Thieme 1983 (und Deutscher Verlag der Wissenschaften 1976). Einführung in die Elektronentheorie organisch-chemischer Reaktionen, Berlin, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 3. Auflage 1973. Neue Auffassungen zum Strukturbegriff in der Chemie, 1976, Akademie Verlag.
Literatur Eintrag in Winfried Pötsch, Annelore Fischer, Wolfgang Müller: Lexikon bedeutender Chemiker, Harri Deutsch 1989. Egon Fanghänel: 50 Jahre Organikum, in: Nachrichten aus der Chemie, Bd. 60, November 2012, S. 1090–1091 (doi:10.1002/nadc.201290396).
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Merseburg) Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Mann Kategorie:Verdienter Hochschullehrer der DDR