mini|hochkant|Großer Markt 4, Perleberg Das denkmalgeschützte Gebäude Großer Markt 4 ist eines der ältesten Fachwerkhäuser in Perleberg. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Rathaus. In ihm ist heute der Tourismusverband Prignitz e.V. ansässig.
Beschreibung Der Giebel des Gebäudes besteht aus rautenförmige Gefache, was darauf hindeutet, dass es aus dem 17. Jahrhundert stammt.Perleberg 1239–1964. Aus Vergangenheit und Gegenwart, S. 53. Im Gegensatz dazu sind die Gefache der unteren Geschosse rechteckig. Dass das Grundstück schon im frühen Mittelalter bebaut war, darauf deutet der Keller mit Tonnengewölbe hin.Perleberg Entdecken. (PDF; 783 kB) Rundgang durch die historische Altstadt. Informationsbroschüre der Stadtinformation Perleberg, abgerufen am 15. August 2014. Die Halle im Erdgeschoss hat eine Deckenhöhe von fünf Metern. Die zwei darüberliegenden Geschosse sind deutlich niedriger.
Auf Vorsprüngen befinden sich 13 etwa 80 cm hohe und 24 cm breite Knaggenfiguren, die Jesus Christus, vier Apostel (Paulus von Tarsus, Simon Petrus, Johannes und Andreas), Christophorus, Georg, einen König, einen Ritter, einen Knappen, einen Kriegsknecht, eine Bürgerfrau und eine unbekleidete Frau darstellen. Die Hintergrundfläche der Figuren ist geneigt und über ihnen befindet sich jeweils ein Baldachin. Auf dem Balken oberhalb der Knaggenfiguren steht in frühneuhochdeutscher Sprache:
Die Inschrift auf dem Balken zwischen den zweireihig angeordneten Figuren lautet:
Am Ende des Spruchbalkens befindet sich eine sog. Neidmaske, die eventuell die Spannung zu den Ratsherren verdeutlichen soll.Perleberg 1239–1964. Aus Vergangenheit und Gegenwart, S. 54.
Rechts am Gebäude führte bis etwa 1885 eine schmale Gasse, die sog. Klappstraße, entlang, die die Schuhstraße mit dem Großen Markt verband.Franz Grunick: Chronik der Kreis- und Garnisonstadt Perleberg. Perleberg 1939, S. 73.
Geschichte Das Gebäude wurde 1525 von einem reichen Bürger errichtet, bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts wurden auch die Knaggen angebracht, deren Farbe etwa zehn- bis fünfzehn Mal erneuert wurde. Die Figuren stammen aus der Zeit zwischen 1500 und 1520, sodass vermutet wird, dass sie ursprünglich nicht für dieses Gebäude geschaffen wurden. Die zuletzt aufgebrachte Farbschicht stammt von 1953, bis der Bürgerverein Perleberg in den Jahren 2003 bis 2005 alle Knaggenfiguren restaurieren ließ. Für einige Knaggenfiguren wurden Kopien angefertigt und die Originale dem Stadt- und Regionalmuseum Perleberg übergeben.Andreas Mieth: (zuletzt abgerufen am 14. August 2014) Im Jahr 1891 fand ein grundlegender Innenumbau statt. Die letzte Restaurierung fand 1998 mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz statt.
Literatur Franz Grunick: Chronik der Kreis- und Garnisonstadt Perleberg. Perleberg 1939, 71ff.
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Einzelnachweise
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