Amarok ist ein freier Mediaplayer für unixoide Betriebssysteme und Windows zum Abspielen von Audiodateien und um diese beliebig zu ordnen, sortieren und zu gruppieren. Auch Podcasts und Audiostreams wie Internetradios können verwaltet und abgespielt werden.

Die aktuelle stabile Version 3.0 aus dem Jahr 2024 basiert auf QT5, an einer QT6-Portierung wird gearbeitet.

Allgemeines Benannt wurde Amarok (bis Juni 2006 amaroK geschrieben) nach dem Album Amarok von Mike Oldfield. Wenn man dieses mit Amarok abspielt, erscheint ein kleines Popup, das sich für die Nutzung bedankt. Es ist der Name eines riesigen Wolfes aus der Mythologie der Eskimos, weshalb das Amarok-Symbol einen Wolf darstellt.

Da Amarok auf den KDE-Bibliotheken aufbaut, ist es auf vielen Unix-ähnlichen Betriebssystemen und Windows lauffähig.

Amarok unterscheidet sich von anderen Abspielprogrammen vor allem durch das Konzept der Kontextinformationen. Es wird versucht, zu einem gerade laufenden Stück passende Informationen anzuzeigen. Dazu gehören beispielsweise andere Alben des Künstlers, Sampler, auf denen er vertreten ist, empfohlene Interpreten und Stücke, die persönlichen Lieblingsstücke des Hörers, Liedtexte und Informationen aus der Wikipedia.

Zur Organisation der Audiodateien bedient es sich einer eigens geführten Musikbibliothek, um Musikdateien unterschiedlichster Formate mit Metainformationen (bei MP3 beispielsweise ID3-Tags) zu hinterlegen. Nach diesen kann flexibel sortiert und gefiltert werden. Eine weitere Eigenschaft in diesem Zusammenhang sind die sogenannten intelligenten Wiedergabelisten (englisch „“). Eine intelligente Wiedergabeliste wird erstellt, indem man Kriterien ähnlich einer Datenbankabfrage definiert. Daneben bietet Amarok eine Echtzeit-Suche, deren Suchresultate bereits bei der Eingabe erscheinen.

Speziell für Rechner ohne installiertes Linux/Unix wurde Amarok Live entwickelt, eine Live-CD zur Demonstration der Fähigkeiten von Amarok.

Funktionen Amarok verfügt über eine breite Palette an Funktionen; neben einigen eigenständigen Merkmalen ähneln manche denen anderer Medienplayer. Beispielsweise verfügt Amarok wie Winamp über globale Shortcuts, also Tastenkombinationen, mit denen es sich steuern lässt, auch wenn man gerade mit einem anderen Programm arbeitet oder sich sogar auf einem anderen virtuellen Desktop befindet.

Kontext-Ansicht Die Kontext-Ansicht im mittleren Teil des Amarok-Fensters zeigt Informationen zum aktuell laufenden Lied an. Mit Hilfe der Datenbank werden anderen Alben und Sampler mit Stücken des Interpreten ermittelt. Musikempfehlungen und Informationen zu anstehenden Terminen wie beispielsweise Konzerten holt Amarok über den Service von Last.fm.

Weiterhin gibt es hier Statistiken über die komplette Musiksammlung wie die Lieblingsstücke des Benutzers, neueste und zuletzt gespielte Stücke. Auch Informationen zum Interpreten, Album und dem aktuell laufenden Stück aus der Wikipedia, Liedtexte und Gitarrenakkorde werden innerhalb des Kontext-Browsers dargestellt.

Wikipedia-Integration mini|Amarok 1.4.5 mit geöffnetem Wikipedia-Artikel Direkt aus Amarok lassen sich Informationen über den Interpreten des gerade gespielten Liedes, das Album sowie das Lied selbst aus der Wikipedia abrufen. Welche Sprache der Wikipedia dabei verwendet wird, ist frei wählbar.

Textsuche Vergleichbar mit der Wikipedia-Integration ist die Suche und Anzeige des Textes des aktuellen Liedes direkt in Amarok integriert. Amarok fragt dazu externe Webseiten nach den Texten ab und stellt sie innerhalb des Programms dar. Dafür werden ab Version 1.4 austauschbare Skripte verwendet, womit man nicht von der Verfügbarkeit einer einzelnen Seite abhängig ist und auch die Möglichkeit hat, Textarchive mit weniger populären Stücken abzufragen.

Integration von CD-Covern Amarok besitzt eine integrierte Cover-Verwaltung und zeigt diese auch während der Wiedergabe im Kontext-Browser sowie im On-Screen Menü an. Es gibt die Möglichkeit, fehlende Covers direkt von verschiedenen Quellen herunterzuladen oder auf der Festplatte liegende Bilddateien als Cover einzubinden.

Musiksammlung mini|CD-Cover für leichtere Navigation in der Musiksammlung Die Musiksammlung ist nach Stichworten durchsuchbar, wodurch das Auffinden von bestimmten Stücken oder Interpreten möglich ist.

Es gibt auch eine etwas komplexere Suche. So findet beispielsweise „year:>1990“ alle Stücke, deren Erscheinungsjahr nach 1990 liegt, „Lyrics:love“ alle Stücke, deren Liedtext das Wort „love“ enthält; mit „tag OR nacht“ findet man alle Stücke, deren Metainformation mindestens eines der beiden Worte „tag“ beziehungsweise „nacht“ enthält.

Innerhalb der Sammlung werden nur Stücke angezeigt, die aktuell verfügbar sind. Befindet sich ein Teil der Musik beispielsweise auf einem gerade nicht verfügbaren Wechseldatenträger, dann werden diese Stücke ausgeblendet und erst wieder sichtbar, wenn der Datenträger angeschlossen wird. Dabei gehen keine Informationen aus der Datenbank verloren.Amarok: Außerdem ist es möglich, Stücke zu verschieben bzw. umzubenennen, ohne dass die über das Stück gesammelten Informationen verloren gehen. Gleiches gilt bei Änderungen der Metadaten durch externe Programme. Eine Umbenennung und Änderung der Metadaten zusammen wird jedoch nicht erkannt.Amarok:

Datenbankfunktionalität Amarok besitzt eine interne Datenbank, in der Informationen über alle Stücke der Musiksammlung (wie Titel, Interpret, Album, Erscheinungsjahr, aber auch Abspielstatistiken und eine daraus abgeleitete Bewertung der Stücke) gespeichert sind. Diese Informationen sind die Basis für viele der erweiterten Funktionen.

Aus technischer Sicht hat man die Wahl zwischen zwei verschiedenen Datenbanklösungen: das eingebettete MySQLe, das keinerlei Konfiguration durch den Nutzer benötigt, oder die Konfiguration eines externen MySQL-Servers, der dann auch von mehreren Amarok-Instanzen gemeinsam genutzt werden kann.

Wiedergabelisten, Internetradios und Podcasts Innerhalb von Amarok ist es möglich, Wiedergabelisten, Internetradios und Podcasts zu verwalten. Internetradios sind ablegbar und man kann das SHOUTcast-Verzeichnis nach Musikrichtung auf weitere Radiostationen hin durchsuchen. Die Podcast-Unterstützung erlaubt das Herunterladen von Podcasts sowie die automatische Übertragung auf mobile Geräte.

Intelligente Wiedergabelisten Intelligente Wiedergabelisten sind Wiedergabelisten, die nach festen Kriterien (bestimmter Interpret, bestimmte Musikrichtung, neueste Stücke etc.) Stücke aus der Sammlung enthalten. Beispielsweise könnte eine solche Liste alle Stücke eines Künstlers enthalten, die vor einem bestimmten Datum erschienen sind.

Dynamische Wiedergabelisten Dynamische Wiedergabelisten sind niemals endende Wiedergabelisten, die sich anhand vorgegebener intelligenter Wiedergabelisten selbst füllen. Abgespielte Stücke werden automatisch aus der Liste entfernt.

Man beginnt also mit einer Liste von nur wenigen Stücken, gibt vor, aus welchen (intelligenten) Wiedergabelisten neue Stücke hinzugefügt werden sollen, und Amarok erledigt das automatisch bei Bedarf. Somit bleibt die Wiedergabeliste immer klein und ressourcensparend, ohne an Funktionalität einzubüßen.

Integrierte Internetdienste Bereits vor Version 2 hatte Amarok den Shop des Netlabels Magnatune integriert. Mit Version 2 wurde die Einbettung von Internetdiensten weiter ausgebaut. Inzwischen lassen sich über Amarok auch direkt die Archive des freien Musikportals Jamendo und der freien Hörbuchsammlung LibriVox durchsuchen und Stücke daraus herunterladen. Auch kommerzielle Dienste wie der Amazon-MP3-Shop sind direkt aus Amarok heraus verfügbar. Durch weitere Skripte von Drittanbietern lassen sich viele weitere Dienste integrieren, unter anderem das Archiv der BBC, des NPR und der Free Music Charts.

Hinzu kommt die Integration von gPodder, einem Verzeichnisdienst für Podcasts, Last.fm und die Anbindung von Ampache-Servern.

On-Screen Display Das On-Screen Display blendet beim Liedwechsel Informationen über das aktuelle Stück auf dem Bildschirm ein, auch andere laufende Programme. Diese Funktion ist abschaltbar und frei konfigurierbar.

Überblendung Überblendung wurde bis Version 1.4 unterstützt, ab Version 2 jedoch nicht mehr. Eine Wiedereinführung könnte in späteren Veröffentlichungen der Version 2 erfolgen.

Verschiedene Module zur Klangausgabe Amarok selbst bietet keine Funktionalität zur Klangausgabe, sondern verwendet dafür die Multimedia-Schnittstelle Phonon, die selbst wiederum die Dekodierung der Audiodaten an Bibliotheken wie GStreamer oder VLC delegiert. Amarok kann somit alle von diesen Bibliotheken unterstützen Formate wiedergeben.

Viele Linux-Distributoren liefern diese jedoch aus Bedenken bezüglich Softwarepatenten ohne die Unterstützung für proprietäre Formate wie MP3 aus. In diesen Fällen müssen voll funktionsfähige Varianten zur Wiedergabe dieser Formate nachinstalliert werden.

Skripte, D-Bus Amarok ist durch Skripte erweiterbar. Dabei werden oft die eingebauten D-Bus-Funktionen verwendet, die eine Fernsteuerung und -abfrage von Informationen erlauben.

Integrierte MP3-Player-Unterstützung mini|Amarok 1.4.7 mit iPod-Unterstützung Amarok unterstützt neben verschiedenen Modellen von Apples iPod, diverse MTP- und USB-Massenspeicher-Geräte. Auf das angeschlossene Gerät kann Amarok direkt zugreifen, Musikstücke aufspielen und auch von den Geräten aus wiedergeben.

Die Unterstützung für die iPod-Reihe umfasst auch das Einbinden von Alben-Covern sowie die Abgleichung individueller Bewertungen einzelner Musikstücke. Jedoch gibt es einige Einschränkungen bzgl. mancher iPod-Modelle wie zum Beispiel dem iPod Touch mit der Firmware 2.x, da hier die Musikdatenbank auf dem iPod verschlüsselt wird und Amarok so keinen Zugriff auf sie hat.

Metadaten

MP3 Amarok schreibt die in MP3-Dateien verwendeten ID3-Tags in Version 2.4, die noch nicht von allen Endgeräten wie MP3-Playern und anderen Abspielprogrammen unterstützt werden. Gelesen werden jedoch auch ältere Versionen des Standards, wobei die aktuell vorhandene verwendet wird.

Ogg Vorbis Ausführliche, mit Vorbis comment geschriebene Daten, werden nur rudimentär unterstützt. Amarok vermittelt hier den Eindruck, diese Kommentare seien nicht oder nicht richtig vorhanden.Xiph.Org Ogg Vorbis I format specification: comment field and header specification

Andere Formate Metadaten anderer Formate kann Amarok teilweise über Plugins von TagLib, der verwendeten Bibliothek zum Auslesen und Bearbeiten von Metadaten, verwenden. Dazu gehören zum Beispiel die Metadaten von FLAC-, WMA-, AAC- und Real-Audio-Dateien.

Weitere Funktionen Umfangreiche Umsetzung von Drag and Drop 10-Band-Equalizer Interaktion mit dem Brennprogramm K3b. Integration in KDE (zum Beispiel Konqueror-Navigationsleiste). Übersetzungen sind in über 35 Sprachen verfügbar. Amarok ermöglicht die direkte Abfrage der MusicBrainz-Datenbank, um fehlende Metadaten (Tags) ergänzen zu können. Eine ähnliche Funktionalität ist für die 2.x-Versionen auch über den Last.fm-Fingerprint-Dienst geplant. Amarok unterstützt über die Bibliothek libvisual Visualisierungsmodule. Dies hat mit Version 1.4.5 die Unterstützung für XMMS-Module abgelöst. Amarok besitzt eine Wiedergabelistenverwaltung, die insbesondere auf das Verwalten großer Wiedergabelisten zugeschnitten ist. Last.fm-Anbindung Magnatune Musik-Onlineshop ab Version 1.4.4

Versionen und Versionsgeschichte

Version 1

Die Version 1, die 2004 erstmals erschien, bot in der Version 1.0 erstmals eine durchsuchbare Musikdatenbank. Außerdem wurde ein Musiksammlungs- und Datei-Browser sowie eine Statistikdatenbank integriert. In der Version 1.1 kam die Unterstützung für Xine und eine Bewertungsfunktion für Musik hinzu.

Version 2