Verwaltungsamt Tutuala300pxVerwaltungssitzTutualaFläche199,92 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl3.659 (2022)Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.SucosEinwohner (2022)Mehara2.330Tutuala1.329Übersichtskarte300px|Tutuala im Osten der Gemeinde Lautém
Tutuala ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt () in der Gemeinde Lautém. Tutuala bildet den östlichsten Punkt der Insel Timor.
Geographie mini|links|Der Suco Tutuala bildet den Ostteil des Verwaltungsamts. Die Insel Jaco gehört zum Suco Tutuala.
Tutuala ist das östlichste Verwaltungsamt Osttimors. Vom Norden umschließt die Bandasee mit der Straße von Wetar, vom Süden her die Timorsee das Verwaltungsamt. Bei der zum Verwaltungsamt gehörenden Insel Jaco, an der Ostspitze Timors, treffen die Meere aufeinander. An der Ostküste liegen das Kap Cutcha und der Strand von Valu. Im Westen grenzt Tutuala an die Verwaltungsämter Lautém und Lospalos. Tutuala teilt sich in zwei Sucos: Dem Suco Tutuala und Mehara. Der Verwaltungssitz des Verwaltungsamts ist Tutuala.Jornal da República:
Vor der Gebietsreform 2015 hatte Tutuala eine Fläche von 310,36 km². (PDF; 2,5 MB) Nun sind es 199,92 km², nachdem Tutuala große Teile seines Gebietes im Südwesten an das Verwaltungsamt Lospalos abgab.Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement: , abgerufen am 10. März 2017. Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet.
Der Vero ist ein Fluss im Suco Tutuala, der in die Timorsee am Südufer mündet. Nordwestlich vom Ort Tutuala liegt der kleine Lagoa Zeleha, ein See, der durch einen Fluss gespeist wird und durch seinen Abfluss mit der Straße von Wetar verbunden ist.
Der Suco Mehara liegt am Nordufer des Lagoa Ira Lalaro (auch Suro-bec), der mit 6,5 km Länge und 3 km Breite der größte See Osttimors ist. (englisch)
Bereits seit 2000 sind der Strand von Valu und der dahinter liegende Wald ein Wildschutzgebiet. Am 27. Juli 2007 wurden 123.600 Hektar (68.000 Hektar Landfläche und 55.600 Hektar des Meeres) von der Regierung zum Nationalpark Nino Konis Santana erklärt, dem ersten Nationalpark des Landes. Die offizielle Einweihung fand am 4. August 2008 statt.
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr Durchschnittliches Tagesmaximum [°C]30303132323232333332313133 Durchschnittliches Tagesminimum [°C]23232324242424242424242423 Durchschnittliche Regenmenge [mm]511,8446,5336,3210,8238,3175,1182,9160,3170,3186,5324,7413,63357,1 Jahreszeit Regenzeit Trockenzeit Regenzeit
Einwohner und Wirtschaft mini|Tänzer in Tutuala in traditioneller Tracht
Tutuala hat 3.659 Einwohner (2022), davon sind 1.788 Männer und 1.871 Frauen. Im Verwaltungsamt gibt es 706 Haushalte. Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Fataluku. Im Suco Mehara, westlich von Tutuala leben die letzten Sprecher der Nationalsprache Makuva, der einzigen in der Gemeinde heimischen malayo-polynesischen Sprache. Der Altersdurchschnitt beträgt 17,8 Jahre (2010, 2004: 17,4 Jahre (PDF; 14 MB)).
17 % der Haushalte in Tutuala bauen Mais an, 17 % Maniok, 16 % Kokosnüsse, 14 % Gemüse, 11 % Reis und 2 % Kaffee. (PDF; 9,8 MB)
Geschichte mini|links|Bis zu 5.000 Jahre alte animistischen Zeichen in Ile Kére Kére mini|Historische Stätten um Tutuala mini|Mann und Frau der Lovaia-Epulo, Álbum Fontoura, vor 1940
Im Verwaltungsamt Tutuala gibt es über 30 Höhlen und Felsüberhänge, in denen Tausende von Bildern an die Wände gemalt wurden.Sapo.tl: , abgerufen am 9. September 2014. So zum Beispiel Ile Kére Kére (Ili-kere-kere) und Lene Hara, in der Nähe vom Strand von Valu. Das genaue Alter der Zeichnungen wurde nie genau bestimmt, auch wenn es sicher beachtlich ist. Die Schätzungen für die Malereien in Ile Kére Kére gehen von 2.000 bis 6.000 Jahren aus. Eine Steingravur in der Höhle Lene Hara ist sogar 10.000 Jahre alt.ABConline, 11. Februar 2011, Scientists find 10,000-year-old stone carvings Weitere Felsmalereien finden sich an den Steilküsten von Tutuala und Tunu Taraleu, in Lene Kici, Lene Cécé und Vérulu.Sue O’Connor: Nine New Painted Rock Art Sites from East Timor in the Context of the Western Pacific Region, S. 19 ff., Asia Perspectives, Vol.42, No.1, 2003, abgerufen am 6. April 2020.
In der Kalksteinhöhle Jerimalai, nah dem Ort Tutuala wurden 42.000 Jahre alte Relikte von Archäologen entdeckt. Dies sind die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf den Kleinen Sundainseln überhaupt.Sue O’Connor, Matthew Spriggs, Peter Veth: (PDF; 1,2 MB) Unter anderem fand man in Jerimalai einen etwa vier Zentimeter langen Angelhaken, der aus einer der Schale einer Meeresschnecke hergestellt wurde. Er wird auf ein Alter zwischen 16.000 und 23.000 Jahre geschätzt und ist damit der älteste bekannte Angelhaken der Welt.Sue O’Connor et al.: Pelagic Fishing at 42,000 Years Before the Present and the Maritime Skills of Modern Humans, Science, Bd. 334, S. 1117, 2011Adelaide Now: World’s first anglers hooked in Timor, 26. November 2011
Wie viele der Ethnien Timors hat auch jeder Clan der Fataluku (ratu) einen entsprechenden Gründungsmythos, der von der Einwanderung der Vorfahren nach Timor erzählt. Eine Besonderheit bilden der Kati ratu und der Tutuala ratu. Deren Sagen erzählen, dass sie von ihrer jetzigen Heimat stammen, was darauf hinweist, dass sie möglicherweise länger auf Timor sind, als andere Fataluku und von ihnen assimiliert wurden. Die Ältesten des Tutuala ratu werden traditionell „Herrn des Landes“ (mua ocawa) genannt. Ihnen fallen daher besondere Rechte und Pflichten bei Zeremonien zu. Allein im Suco Tutuala gibt es 24 verschiedene Ratus. (PDF; 171 kB).John Norman Miksic, Geok Yian Goh, Sue O Connor: Rethinking Cultural Resource Management in Southeast Asia: Preservation, Development, and Neglect. 2011, ISBN 978-0-85728-389-4.
Im Verwaltungsamt Tutuala befinden sich Reste mehrerer Befestigungsanlagen (, fataluku: lata irinu), mit denen die Fataluku früher ihre Siedlungen schützten.Peter V. Lape: Chronology of Fortified Settlements in East Timor (PDF; 2,2 MB), Department of Anthropology, University of Washington, Seattle, Washington, USA So liegen im Flusstal des Veros im Norden die Bergfestung Mapulu und westlich des Unterlaufes auf dem Gebiet des Sucos Muapitine weitere ehemalige befestigte Wohnstätten, die alle bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert bewohnt waren, aber nach wie vor wichtige Orte der Ahnenverehrung sind. Nahe dem Ort Tutuala liegen zum Beispiel die Tranqueiras von Hi Maka Loli, Cailoro Lata und Haro. Auf der Insel Jaco finden sich mindestens drei Stellen mit Überresten von alten Befestigungsanlagen.Sue O’Connor, Andrew McWilliam, Sally Brockwell: Forts and Fortification in Wallacea: Archaeological and Ethnohistoric Investigations, S. 259, ANU Press 2020.
1999 kam es auch in Tutuala zu Gewalt im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendums in Osttimor 1999. Noch Jahre später konnte man im Ort die Ruinen zerstörter Gebäude sehen.
Politik mini|links|Administrator Carlito Pereira (2013)
Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015/2016 war dies Carlito Pereira.Ministério da Administração Estatal: .Jornal da República: RESOLUÇÃO DO GOVERNO N.º 34/2016 de 12 de Outubro, abgerufen am 12. Januar 2024. 2021 wurde Albino de Araújo zum Administrator ernannt.Jornal da República: DESPACHO Nº 49 / M - MAE / IX / 2021, 1. September 2021, abgerufen am 22. Dezember 2023. 2025 war Carlito Pereira wieder Administrator.
Kultur mini|Lee-teinu in Ioro (1970)
Zweimal im Jahr findet am Strand von Valu, auf Jaco und weiteren Orten im Verwaltungsamt das Mechi der Fataluku statt, das Sammeln der Meci-Würmer (Eunice viridis). Im letzten Mondviertel vom Februar findet das kleinere Mechi kiik und bei Neumond im März das große Mechi boot statt.Broschüre des Nationalparks Nino Konis Santana (englisch; PDF; 3,8 MB), abgerufen am 25. Dezember 2012 (PDF; 15,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012 (PDF; 9,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012 Neben Liedern auf Fataluku, werden bei den Feiern auch solche in der „Handelssprache“ gesungen. Dabei handelt es sich um Leti, der Sprache der indonesischen Leti-Inseln, die man segelnd innerhalb eines Tages erreichen kann. Traditionell gab es einen regen Handel zwischen Tutuala und den Leti-Inseln, unter anderem mit Batik-Sarongs. Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 ist der Handel über die nationalen Grenzen zurückgegangen.Lisa Palmer, Demétrio do Amaral de Carvalho: (PDF; 343 kB), abgerufen am 28. Dezember 2012.
Noch 1970 konnte man zahlreiche heilige Häuser (Lee-teinu) im Suco Tutuala finden. Allerdings wurden sie größtenteils während der indonesischen Besatzung zerstört. (PDF; 2,5 MB) aus dem Abschlussbericht der CAVR (englisch). Inzwischen sind die auffälligen Gebäude auf Stelzen und mit den steilen Dächern ein Nationalsymbol Osttimors und werden wieder neu aufgebaut.
Persönlichkeiten Caetano Lopes Ximenes (1954–2023), Unabhängigkeitsaktivist Nino Konis Santana (* 1957 in Vero; † 1998), Freiheitskämpfer Higínio das Neves (* 1966), Soldat. Arsénio Pereira da Silva (* 1973), Aktivist und Politiker Melio de Jesus (* 1977), Beamter
Weblinks
Protecting the rock art of Tutuala
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsamt in Lautém (Gemeinde)