mini|200px|Wappen des Kreises Osterburg
Der Landkreis Osterburg, ursprünglich Kreis Osterburg, war von 1816 bis 1945 ein Landkreis in der preußischen Provinz Sachsen und von 1945 bis 1952 im Land Sachsen-Anhalt der SBZ bzw. DDR.
Verwaltungsgeschichte Königreich Preußen Im Rahmen der preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Juli 1816 der Kreis Osterburg im Regierungsbezirk Magdeburg der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet. Das Landratsamt war in Osterburg.
Norddeutscher Bund/Deutsches Reich Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und seit dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.
Gegen Ende der 1920er Jahre wurden im Kreis Osterburg alle Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.
Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zur neuen Provinz Magdeburg, Regierungsbezirk Magdeburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die amerikanischen Alliierten Streitkräfte besetzt.
Deutsche Demokratische Republik Am 1. Juli 1950 kam es in der DDR zu einer ersten Verwaltungsreform, in deren Rahmen die Gemeinden Binde, Fleetmark, Kaulitz, Kerkau, Mechau und Schernikau aus dem nunmehr Landkreis Osterburg genannten Kreis in den Landkreis Salzwedel wechselten. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR wurden an der Abgrenzung des Landkreises weitere umfangreiche Änderungen vorgenommen:
Die Städte Arendsee, Seehausen und Werben sowie die Gemeinden Aulosen, Behrend, Beuster, Bömenzien, Deutsch, Drüsedau, Falkenberg, Geestgottberg, Genzien, Gollensdorf, Groß Garz, Harpe, Höwisch, Kläden, Krüden, Leppin, Lichterfelde, Lindenberg, Losenrade, Losse, Neukirchen, Neulingen, Pollitz, Räbel, Schönberg, Schrampe, Thielbeer, Wahrenberg, Wanzer, Wendemark, Ziemendorf und Zießau bildeten den neuen Kreis Seehausen. Die Gemeinden Meßdorf und Späningen kamen zum neuen Kreis Kalbe. Alle übrigen Gemeinden bildeten zusammen mit den Gemeinden Baben, Häsewig, Klein Schwechten und Ziegenhagen des Landkreises Stendal den Kreis Osterburg. Die Kreise Osterburg, Seehausen und Kalbe wurden dem neuen Bezirk Magdeburg zugeordnet.
Der Kreis Seehausen wurde 1965 wieder aufgelöst und in den Kreis Osterburg eingegliedert.
Bundesrepublik Deutschland Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Kreis 1990 im wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt zum Landkreis Osterburg, der bei der Kreisreform von 1994 zum größten Teil im Landkreis Stendal aufging. Die Stadt Arendsee mit Umland schloss sich dem Altmarkkreis Salzwedel an.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1816 28.106 1843 36.780 1871 44.998 1890 47.354 1900 43.830 1910 45.206 1925 48.286 1933 45.862 1939 44.480 1946 66.111 Volkszählung 1946
Landräte 1816–1820 Leopold Wilhelm von der Schulenburg (1772–1838) 1820–1838 Wilhelm von Jagow (1770–1838) 1838–1846 Friedrich Ludwig Karl von Knoblauch 1846–1858 Friedrich von Jagow (1802–1858) 1858–1885 Friedrich Gottlob Jakob von der Schulenburg (1818–1893) 1885–1893 Ernst von Jagow (1853–1930) 1883–1912 Hermann von Jagow (1848–1923) 1912–1920 Armin von Lossow (1876–1945) 1920–1933 Konrad Zorn (1882–??) 1933–1945 Keßler
Kommunalverfassung Der Kreis Osterburg gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1929 – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab dem 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Städte und Gemeinden Stand 1945 Der Kreis Osterburg umfasste 1945 vier Städte und 121 weitere Gemeinden.
Altenzaun Arendsee, Stadt Aulosen Ballerstedt Behrend Behrendorf Berge Bertkow Beuster Biesenthal Binde Bömenzien Boock Bretsch Busch Calberwisch Dalchau Dequede Dessau Deutsch Dewitz Dobbrun Drösede Drüsedau Düsedau Einwinkel Erxleben Falkenberg Fleetmark Flessau Gagel Geestgottberg Genzien Gestien Gethlingen Giesenslage Gladigau Goldbeck Gollensdorf Groß Ellingen Groß Garz Groß Rossau Harpe Heiligenfelde Herzfelde Hindenburg Hohenberg-Krusemark Höwisch Iden Jeggel Kassuhn Kaulitz Kerkau Kerkuhn Kläden Klein Ellingen Klein Holzhausen Klein Rossau Kleinau Königsmark Kossebau Krevese Krüden Krumke Leppin Lichterfelde Lindenberg Lohne Losenrade Losse Lückstedt Mechau Meseberg Meßdorf Möllendorf Natterheide Neukirchen Neulingen Osterburg, Stadt Osterholz Ostorf Petersmark Plätz Polkau Polkern Pollitz Priemern Räbel Rathsleben Rengerslage Rohrbeck Rönnebeck Sandauerholz Sanne Scharpenlohe Schernikau Schliecksdorf Schmersau Schönberg Schönebeck Schrampe Schwarzholz Seehausen i./Altmark, Stadt Späningen Stapel Storbeck Stresow Thielbeer Uchtenhagen Vielbaum Wahrenberg Walsleben Wanzer Wasmerslage Wendemark Werben a./Elbe, Stadt Werder Wohlenberg Wollenrade Wolterslage Zedau Zehren Ziemendorf Zießau Zühlen
Bis 1945 aufgelöste Gemeinden Groß Aulosen und Klein Aulosen, 1928 zu Aulosen zusammengeschlossen Groß Ballerstedt und Klein Ballerstedt, 1939 zu Ballerstedt zusammengeschlossen Groß Beuster und Klein Beuster, 1928 zu Beuster zusammengeschlossen Kallehne und Velgau, 1939 zu Fleetmark zusammengeschlossen Hohenberg und Krusemark, 1928 zu Hohenberg-Krusemark zusammengeschlossen Groß Wanzer und Klein Wanzer, 1936 zu Wanzer zusammengeschlossen Blankensee, 1936 zu Wolterslage Ferchlipp, 1938 zu Lichterfelde Groß Holzhausen, 1939 zu Krüden Haverland, 1939 zu Groß Garz Kraatz, 1939 zu Kläden Möckern, 1938 zu Erxleben Orpensdorf, 1939 zu Schmersau Polkritz, 1939 zu Schwarzholz Rethhausen, 1936 zu Wolterslage
Weblinks
Landkreis Osterburg Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke), Stand 4. November 2013.
Einzelnachweise
Osterburg Osterburg Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Landkreis Stendal) Osterburg Kategorie:Aufgelöst 1952