Bernhard Caspar (* 9. Dezember 1844 in Stavenhagen; † 20. Mai 1918 in Hannover) war ein deutscher Bankier,Peter Schulze: CASPAR ... (siehe Literatur) Geheimer Kommerzienrat, Generalkonsul und Wirtschaftsführer.Vergleiche die Angaben unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek
Leben Familie
mini|Initialen BC auf Muschelkalk-Relief mit zwei nackten Knaben im Stil von Putten mit Früchten am Bankhaus Caspar
Bernhard Caspar wurde als Sohn des jüdischen Kaufmanns Joseph Caspar und dessen Ehefrau Louise, geb. Dessauer, in der kleinen mecklenburgischen Landstadt Stavenhagen geboren. Durch die Heirat seines Sohnes Julius (schwedischer Generalkonsul und Teilhaber des von Bernhard gegründeten Bankhauses Caspar) mit Dorothea Bergmann, einer Tochter des Sigmund Bergmann, des US-amerikanischen Erfinders und in Berlin Gründers der Elektrizitätswerke Bergmann, war er verwandt mit diesem.
Werdegang Geboren zur Zeit des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin, arbeitete Bernhard Caspar nach der Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs in Hannover anfangs als Prokurist der Provinzial-Disconto-Gesellschaft Hannover, einer Bankgesellschaft, die sich während der sogenannten Gründerjahre auf die Gründung von Firmen spezialisiert hatte und deren Zentrale in Berlin lag.Carsten Burhop: Die Kreditbanken in der Gründerzeit ( = Schriftenreihe des Instituts für Bankhistorische Forschung e.V., Band 21), zugleich Dissertation 2002 an der Universität Bonn, Stuttgart: Steiner, 2004, ISBN 3-515-08413-4, passim; Vorschau über Google-Bücher 1874 gründete Caspar selbst eine eigene Bank, das Bankhaus Caspar.Conrad von Meding: Alte Häuser in der City „Es muss Schluss sein mit Abrissen“ / Erneut werden in Hannovers City zwei historische Gebäude abgerissen. Hannovers Baudenkmalstiftung fordert angesichts der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und des Verschwindens vieler weiterer alter Häuser bis heute, dass in der Innenstadt damit endlich Schluss sein müsse. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. September 2013, zuletzt abgerufen am 11. August 2014
Für die Besorgung von Bankgeschäften für Großherzog Friedrich Wilhelm II. von Mecklenburg-Strelitz wurde Bernhard Caspar ab 1881 zunächst als Kommerzienrat tituliert, ab 1889 dann als Geheimer Kommerzienrat. Der Bankier engagierte sich vor allem bei expandierenden Unternehmen, vor allem in Handels- und Industrieunternehmen und hier während des Kautschukbooms insbesondere in der Gummiverarbeitenden Industrie. So gelangte er schon bald zu Einfluss und Wohlstand und konnte an der damaligen Parkstraße 2Vergleiche Alla sökträffar ... (siehe unter dem Abschnitt Weblinks) am Puttenser Feld (der heutigen Wilhelm-Busch-Straße am Welfengarten nahe dem Welfenschloss) einen repräsentativen Wohnsitz leisten.Helmut Zimmermann: Am Puttenser Felde. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Hannover: Hahnsche Buchhandlung, 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 20
Bernhard Caspar wirkte mit bei der Gründung der „Vereinigung der Banken und Bankiers“ sowie der „Kaufmännischen Vereinigung“, die am 1. Februar 1889 in der Ständehausstraße 1 ein eigenes Vereinslokal bezog und mit der er schließlich die Entstehung der Börse Hannover förderte.Thomas Ledermann, Sandra Reich (Vertretungsberechtigter Vorstand): auf der Seite boersenag.de, zuletzt abgerufen am 11. August 2014
Bernhard Caspar war Mitglied im Aufsichtsrat ab 1882 der Continental AG, wo er 1897 Aufsichtsratsvorsitzender wurde; seit 1890 der Braunschweig-Hannoverschen Hypothekenbank (Aufsichtsratsvorsitzender ab 1913); der späteren Berlin HypHelmut Knocke, Hugo Thielen: Landschaftstraße. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 165 der Hannoverschen Bank; der Lindener Eisen- und Stahlwerke und weiterer Unternehmen.
Bereits 1883 wurde Caspar zum Konsul, später auch zum Generalkonsul des Königreichs Schweden ernannt.
mini|Das 1911 bis 1912 von Emil Lorenz erbaute, inzwischen vollständig abgerissene Bankhaus Caspar in der Prinzenstraße 23, hier im Juli 2014 mit dem Schriftzug Niedersächsischer Städtetag
1890 betrieb Caspar seine Bankgeschäfte zunächst in der Packhofstraße 26, laut dem Adressbuch der Stadt Hannover von 1899 dann in der Bahnhofstraße 11. Später errichtete er sich nach Plänen des Architekten Emil Lorenz 1911 bis 1912 ein eigenes Bankgebäude unter der (heutigen) Adresse Prinzenstraße 23.
Ganz Kind seiner Zeit, wirkte Caspar mit im Deutschen Kolonialverein sowie im Deutschen Flottenverein, im „Provinzialverein vom Roten Kreuz“, in der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen sowie in anderen Vereinen.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau errichtete Caspar die Bernhard-und-Anna-Caspar-Stiftung: Zweck der Stiftung war „die jährliche finanzielle Unterstützung gemeinnütziger oder wohltätiger Institutionen in der Stadt Hannover,“ die im Schenkungsvertrag vom 30. Juli 1918 ausdrücklich namentlich festgelegt wurden.Bernhard und Anna Caspar Stiftung (siehe unter dem Abschnitt Weblinks)
Bernhard Caspar starb im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs und des Deutschen Kaiserreichs. Sein Grabmal nach einem Entwurf des Bildhauers Hermann Schaedtler findet sich heute auf dem Stadtfriedhof Engesohde.
Bernhard-Caspar-Straße Posthum wurde die 1919 angelegte Bernhard-Caspar-Straße, die die Badenstedter Straße mit der Davenstedter Straße im (heutigen) Stadtteil Linden-Mitte verbindet, nach dem Bankier und Mäzen benannt. Zur Zeit des Nationalsozialismus war die Straße von 1933 bis 1945 umbenannt worden in Meidtstraße, nach einem Polizisten Walter Meidt, der beim Schutz einer nationalsozialistischen Versammlung getötet wurde.Helmut Zimmermann: Bernhard-Caspar-Straße. In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 38
Siehe auch Bankhaus Ephraim Meyer & Sohn
Literatur Peter Schulze: CASPAR, Bernhard. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 83f.; online über Google-Bücher Peter Schulze: Caspar, Bernhard. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 108f.
Weblinks
Alla sökträffar för Bernd Klaus Caspar auf der schwedischsprachigen Seite ancestry.se Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Hannover (V.i.S.d.P.): Die Stadt und ihre Stiftungen / Bernhard- und Anna-Caspar-Stiftung auf der Seite hannover.de, zuletzt abgerufen am 11. August 2014 Bernhard und Anna Caspar Stiftung auf der Seite kulturfoerderung.org des Deutschen Informationszentrums Kulturförderung
Einzelnachweise
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