Die Chasseurs à cheval de la Garde impériale (Jäger zu Pferd der kaiserlichen Garde) waren zwei Regimenter leichte Kavallerie der Cavalerie de la Garde impériale im napoleonischen Frankreich.

Das 1. Regiment gehörte zur Alten Garde und wurde unter dem Konsulat unter dem Namen „Guides de la Garde des consuls“ (Begleiter der Konsulargarde) aufgestellt. Es stellte gewöhnlich die Escadron zum Dienst beim Kaiser als Sicherungsescorte in den Quartieren der Feldzüge. Die Chasseurs à cheval de la Garde waren die Lieblingstruppe des Kaisers.André Jouineau, Jean-Marie Mongin: „Es waren viele Gründe, […], warum Napoléon sie liebte und vor allen anderen bevorzugte“ Zu Pferde wurde er meistens als Colonel (Regimentsinhaber) in der grünen Uniform dieser Truppe porträtiert, wobei er über der Uniform oftmals seinen berühmten grauen Mantel trug. Nach seiner Verbannung auf die Insel St. Helena trug er ständig diese Uniform und wurde auch in dieser in seinen Sarg gelegt.Albert Benhamou: L'Habit de Napoléon à Sainte-Hélène.

Es war mit Abstand das am meisten angesehene Regiment der Garde.Die Einheit war von Napoléon deswegen so geachtet, weil sie nicht nur für seine Sicherheit zuständig war, sondern ihn auch mehrmals aus prekären Situationen befreit hatte. Deswegen und auch wegen mehrerer kühner Attacken in verschiedenen Schlachten wurden sie oftmals auf Zeichnungen und Gemälden der damaligen Zeit abgebildet. Wie die übrigen Einheiten der Garde waren sie stets im Herzen der Schlachten zu finden und verdienten sich besondere Lorbeeren in der Schlacht bei Austerlitz und in der Schlacht bei Eylau, jeweils geführt von dem Maréchal Bessières.

Ein zweites Regiment entstand erst per Dekret am 15. Mai 1815. Es sollte aus solchen Reitern der Linienkavallerie gebildet werden, die mindestens vier Jahre in den vergangenen Feldzügen gedient hatten. Allerdings kamen die meisten der Männer aus den vormaligen Escadrons der Jungen Garde (Jeune Garde) von 1813 und 1814, die seit der Ersten Restauration durch Linienkavallerie ersetzt worden war oder solchen, die auf Halbsold gesetzt waren.Olivier Lapray: Le capitaine Parquin et le 2e régiment de chasseurs à cheval de la Garde Impériale. In: revue Soldats napoléoniens. März 2004.

Aufstellung und Namensänderungen 1796: Aufstellung als: „Guides à cheval de l'armée d'Italie“ 1798: Einsatz als: „Guides à cheval de l'armée d'Orient“ 3. Januar 1800 (13 nivôse an VIII)Republikanischer Kalender: „Compagnie de chasseurs à cheval de la Garde des consuls“. 8. September 1800: Verstärkung zur: Escadron de chasseurs à cheval de la Garde des Consuls, zu zwei Kompanien. 6. August 1801: Aufstellung einer zweiten Escadron zu je zwei Kompanien 14. November 1801: die zwei Escadrons werden zum „Régiment de chasseurs à cheval de la Garde des Consuls“. 1. Oktober 1802: Das Regiment wird auf vier Escadrons verstärkt. 21. Januar 1804: Umwandlung der Garde consulaire in die Garde impériale. Zuteilung einer Escadron Mameluken zum Regiment. 18. Mai 1804: Umbenennung in „Chasseurs à cheval de la Garde impériale“. 1814: Im Zuge der Erste Restauration wird die Einheit in „Corps royal des chasseurs à cheval de France“ umbenannt. 1815: Während der Herrschaft der Hundert Tage erfolgte die Rückbenennung in „Régiment de chasseurs à cheval de la Garde impériale“. 16. Mai 1815: Aufstellung des 2e régiment de chasseurs à cheval de la Garde impériale 1815: Im Zuge der Zweiten Restauration werden die beiden Regimenter im Oktober und November in Périgueux aufgelöst.

Geschichte

Die Ursprünge Im Jahre 1800 existierte eine Kompanie Chasseurs à cheval in der Garde des consuls, die aus der „Compagnie des guides à cheval“ von Napoléon hervorgegangen war.Olivier Lapray: Les guides à cheval de l'armée d'Italie sous Bonaparte. In: Revue Soldats Napoléoniens. September 2008. und während des Feldzuges nach Italien aufgestellt worden war. Diese Abstammung erklärt die Zuneigung und Verehrung des Kaisers.

Die Kompanie kämpfte in der Schlacht bei Marengo, wo die Garde des consuls, als der Kampf verloren schien, den Rückzug des französischen Heeres deckte, bis Desaix mit der Verstärkung erschien.

Als Gardeeinheit

mini|Offizier der Chasseurs à cheval de la Garde impériale Im Jahre 1804 wurde die „Garde des Consuls“ nach dem Wechsel des politischen Systems in eine Monarchie in „Garde impériale“ umbenannt.

Trotz ihres Namens war die Garde ein Elitekampfverband der letzten Reserve, zusammengefasst aus den besten Angehörigen der Linienregimenter. Die Gardejäger zu Pferd wie auch die Gardegrenadiere zu Fuß hatten allerdings die Ehre, sowohl im Krieg als auch im Frieden die Garden Napoléons im wörtlichen Sinne zu sein. Die „Chasseurs à cheval“ stellten die Eskorte während seiner Reisen zu Pferd und in der Kutsche. In diesem Sinne war eine Escadron des Regiments generell im Dienst, um den Kaiser zu schützen.Während der Schlacht bei Jena war das Regiment nicht anwesend und das 7e régiment de hussards musste diese Aufgabe übernehmen. Ein Detachement befand sich während der Bewegungen des Kaisers auf dem Schlachtfeld stets in seiner unmittelbaren Nähe: 1 Lieutenant 1 Maréchal des logis 2 Brigadiers 22 Chasseurs 1 Trompeter

Bewaffnet waren sie mit der Muskete als Hauptbewaffnung. Sobald der Kaiser abgesessen war, stellte sich die Chasseure rund um den Kaiser auf, (carré d'honneur) um ihn vor Gewehr- und Kanonenkugel zu schützen. Wenn die Chasseurs den Kaiser zu Fuß begleiteten, trugen sie nur die Muskete und das Bajonett.

Die „Chasseurs à cheval de la Garde“ wurden mit Ehrungen überhäuft. Das Kommando über den Eskortenpeleton war eine große Ehre und sehr begehrt, da sich der betroffene Offizier die ganze Zeit in der Nähe des Kaisers aufhalten durfte.

Am Abend des 1. Dezember 1805, während der Schlacht bei Austerlitz unternahm Napoléon einen Erkundungsritt gegen die feindlichen Linie. Dabei wurde er von einer Gruppe Kosaken angegriffen. Die Chasseurs à cheval der Escorte schirmten den Kaiser ab, sodass dieser sicher zu den französischen Linien zurückkehren konnte.

Die Kampfeinheit Die Chasseurs à cheval kämpften ebenso an der Seite der anderen Kavallerieeinheiten. 2. Dezember 1805: Die Attacke bei Austerlitz mini|400px|rechts|Die Trophäen von Austerlitz: links ein Trompeter der Chasseurs in großer Uniform, der Kolpak mit Mützenbeutel. Ebenfalls zu sehen Mameluken, deren Escadron dem Regiment der Chasseurs zugeteilt war. Die russische Armee drückte auf den, zahlenmäßig unterlegenen rechten Flügel der Franzosen von Louis-Nicolas Davout, um sie von der Höhe von Pratzen hinunter zu werfen. Das Corps Soult griff an und nahm die anrückenden russischen Infanteriekolonnen unter Feuer. Daraufhin attackierte die russische Gardekavallerie und jagte zwei Regimenter der französischen Infanterie in die Flucht, während die anderen Carrés bildeten.

Napoléon gab daraufhin dem Maréchal Bessières den Befehl, mit der Gardekavallerie der bedrängten Infanterie zu Hilfe zu kommen. Bessières teilte vier Escadrons der Chasseurs à cheval (375 Reiter unter dem Kommando von Colonel Morlan), die Escadron Mameluken, (48 Reiter unter dem Kommando von Général Rapp) und vier Escadrons Grenadiers à cheval (706 Reiter geführt von Général Ordener) ein.

Bessières schickte zunächst zwei Escadrons der Chasseurs nach links und drei Escadrons der Grenadiers nach rechts zum Angriff, der jedoch durch das Regiment Semionovsky (Séménowski) abgewiesen wurde. Dabei wurde der Colonel Morlan getötet.

Inzwischen hatte das „Régiment d'artillerie à cheval de la Garde impériale“ (Garde-Feldartillerieregiment) begonnen, auf die russische Infanterie zu schießen. Dadurch konnte die sich bereits auf der Flucht befindliche französische Infanterie wieder sammeln und erneut zum Angriff übergehen. Die russischen Gardekürassiere und die Gardehusaren wurden so zurückgeworfen. Die Russische Gardekavallerie und die Kosaken griffen dann erneut an, der Ausgang der Angelegenheit wurde für die Franzosen zusehend unsicher. Napoléon befahl daraufhin seinen Aide de camp Jean Rapp zum Angriff. Der General griff mit den Mameluken an und verschaffte den drei Escadronen Grenadiers, die unter Ordener in schwere Kämpfe verwickelt waren Luft, ebenso den Chasseurs unter Dahlmann. Sie stießen seitlich in die russischen Linien, die auch zusätzlich von den französischen Infanteriecarées unter Feuer genommen wurden. Die russische Gardekavallerie wurde geschlagen und eine große Anzahl von Gefangenen gemacht, darunter der Oberst Fürst Repnin, Kommandeur der Chevaliergarde. Ebenso wurde eine Anzahl an feindlichen Standarten erbeutet. Der russische Angriff war hier abgeschlagen worden.

8. Februar 1807: Die Attacke bei Eylau mini|200px|rechts|Général Dahlmann, Colonel en second der Chasseurs à cheval Das 7. Corps von Charles Pierre François Augereau wurde von den Russen angegriffen, von vorn kommendes Schneetreiben führte zu fehlender Orientierung, was sie zur Zielscheibe der russischen Artillerie machte und große Verluste verursachte. Das Corps war faktisch ausgeschaltet. Eine enorme Lücke klaffte in den französischen Linien, der gesamte rechte Flügel, geführt von Davout war isoliert. Der russische Oberkommandierende, Levin August von Bennigsen, setzte einen Verband aus Infanterie und Kavallerie auf Davout an, um diesen zurückzudrängen bzw. zu vernichten. Des Weiteren schickte er mehrere Divisionen in das Zentrum, sowie eine Abteilung Infanterie in einen furiosen Angriff nach rechts gegen den Friedhof von Eylau, der von den Resten des 7. Corps verteidigt wurde.

Napoléon schickte Joachim Murat in eine der beachtenswertesten, mit Sicherheit aber unorganisiertesten Kavallerieattacken der Militärgeschichte. An der Spitze von 6.000 Mann Reservekavallerie griff er die feindlichen Divisionen im Zentrum an. Die Dragoner stürzten sich in Haufen auf die erste russische Linie, die Kürassiere der zweiten Welle trafen auf die zweite russische Linie. Als die französische Linienkavallerie von der russischen Infanterie eingekreist zu werden drohte, beorderte Napoleon die Gardekavallerie unter Maréchal Bessières zu deren Rettung. Dieser ritt eine Attacke quer durch die zweite russische Linie und verbreiterte die von den Kürassieren bereits vorher geschlagene Bresche. An der Spitze der Gardejäger zu Pferde wurde dabei der Regimentskommandeur, der Général de brigade Nicolas Dahlmann, tödlich verwundet. Daraufhin übernahm der Colonel Guyot das Kommando. Das Regiment der Gardegrenadiere zu Pferde unter dem Kommando von Colonel-major Louis Lepic und das 5e régiment de cuirassiers an seiner Seite stießen in die russische Infanterie hinein, gerade als diese die französischen Linien aufrollen wollte. Die Attacke der Gardekavallerie erlaubte es der Linienkavallerie von Murat, sich zu lösen und neu zu sammeln. Diese mörderische Attacke hatte die Franzosen 3.500 Gefallene gekostet, der russische Angriff auf das Zentrum war jedoch zurückgeschlagen worden.

Gegen den Angriff der russischen Grenadiere auf den Friedhof von Eylau, setzte Napoléon das 1er régiment de grenadiers-à-pied de la Garde impériale (Grenadiere zu Fuß der kaiserlichen Garde) an. Die Flanken wurden von zur Verfügung stehenden Escadrons der Gardekavallerie gedeckt. Im Rücken von den Husaren und den Jäger zu Pferde der Linienkavallerie unter Murat attackiert, wurden die russischen Verbände durch diesen Angriff von drei Seiten aufgerieben.

Zusammenstellung und Sollbestand des Regiments

3. Januar 1800: 1 Kompanie. 8. September 1800: 1 Escadron des chasseurs (2 Kompanien). 6. August 1801: 2 Escadrons (Kompanien). 1. Oktober 1802: 4 Escadrons (8 Kompanien). 21. Januar 1804: 4 Escadrons (8 Kompanien) plus eine Escadron Mameluken. Personalbestand 1804: 1 Colonel, und 1 Major.