mini|Gustav Brückner. Lithographie von Wilhelmine Suhrlandt nach einem Gemälde von Rudolph Suhrlandt Gustav Adam Brückner (* 18. Dezember 1789 in Neubrandenburg; † 30. März 1860 in Ludwigslust) war ein deutscher Arzt und Naturforscher.

Leben Gustav Brückner (Nr. 30 der Geschlechtszählung) stammte aus einer Akademiker-Familie. Er war sechstes von acht Kindern und dritter Sohn des Mediziners, Botanikers und Hofrats Adolf (Friedrich Theodor) Brückner (1744–1823)August Blanck, Axel Wilhelmi: Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1901, S. 57 (Nr. 265) - ergänzt nach Familiengenealogie. Die Angabe bei Blanck/Wilhelmi, er sei zweiter Sohn gewesen, ist falsch. und dessen Ehefrau, der Gutspächtertochter Ernestine, geb. Lemcke (1758–1827). Der Arzt Adolf (Friedrich) Brückner (1781–1818) war sein älterer Bruder.August Blanck, Axel Wilhelmi: Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1901, S. 78 (Nr. 378)

Er wurde zunächst durch Hauslehrer, unter anderem von seinem späteren Schwager Franz Christian Boll, unterrichtet, besuchte die Gelehrtenschule in Neubrandenburg und studierte Humanmedizin an der Universität Göttingen, wo er Mitglied des Corps Vandalia Göttingen wurde.Erich Bauer, Friedrich August Pietzsch: Kritisches zur Anfangsgeschichte der Göttinger und Heidelberger Vandalia in: Jahrbuch Einst und Jetzt Band 10 (1965), S. 108–124 (S. 122 Nr. 22) 1811 wurde er in Göttingen zum Dr. med. promoviert.

1811/12 unternahm er eine Studienreise nach Italien. 1812 verfasste er eine Schilderung der Flora von Rom.Magazin der Ges. naturf. Freunde in Berlin 1812, Isis III. S. 1748 Darin wurde von ihm die Gramineengattung Ampelodesmos aufgestellt.

1813 ließ er sich als praktischer Arzt in Ludwigslust nieder und wurde zum Hofchirurgus am (groß-)herzoglichen Hof von Schloss Ludwigslust berufen. 1818 erfolgte seine Berufung zum Kreisphysikus, gleichzeitig wurde er Wirklicher Hofmedikus. 1827 erhielt er den Titel Medizinalrat und 1835 Obermedizinalrat. Ab 1828 war ihm das Referat in Medicinalsachen bei der Regierung in Schwerin übertragen.Allgemeines Repertorium der neuesten in- und ausländischen Literatur. 1828, S. 236

Er war 1835 Gründungsmitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.

Brückner unternahm und veröffentlichte eine Vielzahl an botanischen, geologischen und geognostischen Studien. Er regte seinen Neffen Ernst Boll zu naturkundlicher Betätigung an, leitete die Untersuchungen des Lübtheener Gipsstockes und besaß eine Sammlung Petrefakten und Mineralien.

Brückner war seit 1816 mit Elisabeth Wömpner (1794–1851) verheiratet, Tochter des großherzoglichen Mundkochs Karl Wömpner aus Ludwigslust. Von seinen fünf Kindern wurde Adolph (Friedrich Albrecht) Brückner (1817–1881; #58) ebenfalls Arzt, Stadtphysicus und Sanitätsrat in SchwerinAugust Blanck, Axel Wilhelmi: Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1901, S. 125f (Nr. 683); Eintrag im Rostocker Matrikelportal und Carl (August Ernst Wilhelm) Brückner (1819–1897; #59) Arzt in Ludwigslust und 1871 Sanitätsrat.August Blanck, Axel Wilhelmi: Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1901, S. 137 (Nr. 705); Eintrag im Rostocker Matrikelportal Seine einzige Tochter, (Maria Elisabeth Dorothea) Friederike (genannt Friedchen) Brückner (1822–1901; #61), von der eine Porträtzeichnung von Carl Suhrlandt existiert, lebte bis zuletzt unverheiratet in Ludwigslust.

Werke De vita et morbis Romanorum nostr. dierum fragmenta. Diss. 1811 Bemerkungen über das Wasserbrechen. 1817 Wie ist der Grund und Boden Mecklenburgs geschichtet und entstanden? 1825 Beiträge zur Geographie Mecklenburgs. In: Freimüthiges Abendblatt. 1827 Entwurf einer Pflanzen-Geographie Mecklenburgs. In Johann Friedrich Langmann: Flora der beiden Grossherzogthümer Mecklenburg für Schulen und zum Selbstunterricht. 1841 Anleitung zur Erhaltung der Gesundheit der Seminaristen. 1845 Mitarbeit an Ernst Boll: Geognosie der deutschen Ostseeländer zwischen Eider und Oder. 1846 (Digitalisat) Ludwigslust und die Naturwissenschaften. In: Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte. 1856 Vergleichende Zusammenstellung der Sterblichkeitsverhältnisse mit den Gewitterschäden in den verschiedenen Gegenden Mecklenburgs. 1859

Literatur

August Blanck, Axel Wilhelmi: Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1901, S. 83f (Nr. 411)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Naturforscher Kategorie:Person (Ludwigslust) Kategorie:Geboren 1789 Kategorie:Gestorben 1860 Kategorie:Mann Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert)