Sens-sur-Seille [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Senonais, resp. Senonaises genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Sens-sur-Seille liegt etwas über der Mitte des Arrondissements auf der Ostseite und liegt 16,33 Kilometer südsüdöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 14,9 Kilometer nordöstlich von Louhans-Châteaurenaud.
Im Norden grenzt Sens-sur-Seille an die Gemeinde Bosjean, im Osten an Le Tartre, im Süden an Frangy-en-Bresse, im Südwesten an Saint-Germain-du-Bois und schließlich im Nordwesten an Bouhans.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit sehr verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa 80 % im langgezogenen Bourg, der Rest in Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 214 Hektar bewaldete Flächen auf, was 18,2 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 84 % Laubwald, 8 % Eichen- und Buchenwald und 8 % Rodungs- und Aufforstungsflächen. Die bewaldeten Flächen finden sich vor allem im Nordosten – Les Ripes de Bure –, im Norden – Les Volates – und im Westen – Bois Pargaud, Le Carrouge, Grande Vèvre. Dazu sind in der Gemeinde große Flächen an Pappelplantagen vorhanden. Im Süden, an der Grenze zu Frangy-en-Bresse, liegt das größte Stück von etwa 90 Hektar, entlang der Westgrenze liegen etliche Gebiete, dazu kommen verstreut im Gemeindegebiet kleine Flächen.
In der Gemeinde werden 729,4 Hektar (etwa 62,3 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 210,7 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 56 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 11 % wird Weichweizen und auf rund 8 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer In der Gemeinde finden sich keine Stehenden Gewässer. Entlang der Grenze im Südosten befinden sich drei Étangs, die jedoch zum größeren Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Saint-Germain-du-Bois liegen.
Bei den fließenden Gewässern ist vor allem La BrenneLa Brenne, Länge 53,79 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie erreicht die Gemeinde beim nördlichsten Punkt, bildet ein Stück die Gemeindegrenze zu Bouhans und durchquert die ganze Gemeinde, bis sie bei Les Terrasses das Gemeindegebiet verlässt und kurz darauf in die Seille mündet.
Bei Les Volates erreicht La BoissineLa Boissine, Länge 8,3 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Bosjean auf ca. 196 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 183 m, La Boissine auf sandre.eaufrance.fr das Gemeindegebiet, bildet ein Stück die Gemeindegrenze zu Bosjean, anschließend mäandriert sie in südlicher und südwestlicher Richtung durch die Gemeinde, um beim Weiler L'Estalet in die Brenne zu münden.
Schließlich fließt noch La Seillette AvalLa Seillette Aval, Länge 5,4 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Sens-sur-Seille auf ca. 186 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 182 m, La Seillette Aval auf sandre.eaufrance.fr durch das südliche Gemeindegebiet. Sie wird auch bezeichnet als Le Canal. Tatsächlich handelt es sich um einen Entlastungskanal für die Seille, der in Grande Soiture in westlicher Richtung fließt und bei Le Deroubot in die Brenne mündet.
Verkehrswege Eine wichtige Straßenverbindung in der Gemeinde ist die Départementsstraße D970, die dem Trassee der Römerstraße nach Lons-le-Saunier folgt. Die Straße beginnt in Chalon-sur-Saône und erreicht die Gemeinde von Saint-Germain-du-Bois her etwas östlich von L'Estalet, zieht durch den langgestreckten Bourg und verlässt die Gemeinde bei Les Fontenelles (Gemeinde Le Tartre).
Am östlichen Rand des Bourg kreuzt die Départementsstraße D23 in Nord-Süd-Richtung die D970. Sie kommt von Süden, von Frangy-en-Bresse und zieht sich nach Norden, nach Bosjean.
Ganz im Südwesten der Gemeinde, beim Weiler Condé, verläuft die Départementsstraße D87 für 1,1 Kilometer durch die Gemeinde. Sie verbindet Saint-Germain-du-Bois mit Beaufort.
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: L’Argillet, Bois-de-Long, Bure, Les Cabertes, Les Champs-de-Seille, Chaneviz, Château-Gaillard, Condé, Les Corales, La Corbière, L’Etalet, Gerans, Les Lorins, Notre-Dame, La Seillette (Gewässer), La Serrée, La Tuilerie, Les Varennes, Visargent.
Höhenprofil mini|400pxDie Gemeinde weist Höhendifferenzen von 30 Meter auf. Die tiefsten Gebiete liegen im Westen der Gemeinde, in der Ebene, in der Le Canal, La Brenne und La Seille zusammenfließen. Das Profil beginnt beim Étang de la Chanaie, dessen Oberfläche auf 185 Metern liegt. Obwohl der Étang nach Westen entwässert, wurde am Ostende des Étangs eine Staumauer errichtet, auf der zudem eine Straße verläuft. Etwas später folgt die Trassee der Départementsstraße D87, die auf 183 Metern liegt. Es folgt La Brenne die gar auf 182 Metern fließt. Das Profil kreuzt fünfmal den Canal oder La Seillette Aval, den Entlastungskanal der Seille, der auf 183,5 Metern fließt. Anschließend steigt das Gelände an, der Bourg liegt auf 194 bis 206,5 Metern Höhe beidseits der D970. Die Profillinie kreuzt die D970 am Ende des Bourg. Am Hang einer Senke kreuzt das Profil die D23 auf 195,4 Metern Höhe, am tiefsten Punkt der Senke, auf 193 Metern, findet sich ein ehemaliger Bief, dessen Étang aufgelassen wurde. Das Gelände steigt nochmals an und erreicht bei Les Ripes de Bure 202 Meter, bevor es nochmals absinkt auf die Höhe eines Bief in der Gemeinde Bosjean.
Klima Das Klima in Sens-sur-Seille ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,4 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Eine erste Erwähnung als Sancis geht zurück auf das Jahr 1096 in den Kartularien des Klosters Saint-Marcel bei Chalon-sur-Saône. Weitere Dokumente nennen den Ort 1157 Cincinum und 1184 Senciacum. Der Name geht möglicherweise zurück auf eine Siedlung der Senonen, die entlang der Römerstraße zwischen Saint-Germain-du-Bois und Villevieux siedeltenMémoires de la Société d'histoire et d'archéologie de Châlon-sur-Saône, Seite 88 (französisch), abgerufen am 12. August 2014. Erst 1953 erhielt der Ort den Zusatz sur-Seille, vorher wurde er lediglich Sens oder Sains genannt.
Geschichte Von der Brücke beim Weiler L’Estalet führte eine Römerstraße nach Villevieux und durchquerte Sens, das auf einem Hügel über der Seille liegt. Im 13. Jahrhundert ging die Herrschaft Visargent von den Vienne an die Familie de Brancion über, die bereits eine erste Mühle errichteten (erwähnt 1550), die 1856 elf Mühlsteine aufwies. Das Schloss von Visargent wurde im 17. und 18. Jahrhundert erbaut, brannte jedoch im 19. Jahrhundert weitgehend nieder. Die Kirche aus Ziegelsteinen, der ein Turm mit Wendeltreppe angelehnt war, entstand im 16. Jahrhundert, der Turm wurde 1825 neu erbaut und durch einen Turm im Stil der Franche-Comté ersetzt. Sie trug das Patrozinium des hl. Germanus von Auxerre. Der Weiler Condé erlebte etliche HandänderungenSens-sur-Seille in der Base Merimée, 1517 wurde er durch die Familie Bouton erworben, deren männlicher Zweig 1603 ausstarb, wodurch die Herrschaft an die Saint-Mauris überging. Die Herrschaft gehörte im 17. Jahrhundert der Familie du Châtel, dann den de la Rodde, den de Brancion im 18. Jahrhundert und schließlich den de Scorailles. Schloss, Markthalle, Weinpresse und Ziegelei sind heute verschwunden. Im 18. Jahrhundert besaß die Mühle von Sens eine Walke, wurde 1825 erneuert und besaß acht Mühlsteine. Sie brannte 1961 teilweise nieder und stellte ihren Betrieb 1976 ein. 1794 wird ein Salpetersieder erwähnt. Kurz vor der Revolution wurde das Pfarrhaus gebaut, 1790 bis 1802 war Sens Kantonshauptort. 1840 wurde die D23 ausgebaut, 1880 wurde die Mairie-Knabenschule erbaut und 1891 wurde ein Denkmal erstellt, zugunsten des Capitaine Michelin, der 1870 im Krieg gegen die Preußen gefallen war. 1869 waren von den 167 Häusern deren 110 mit Stroh gedeckt und es wurden 33 Landwirtschaftsbetriebe gezählt. 1930 bestand noch eine Ziegelei, heute fehlt der Brennofen und Teile der Trocknungsräume.
Die Herren von Sens-sur-Seille Sens-sur-Seille war ein Lehen der Herzöge von Burgund an die Herren Sainte-Croix-en-Bresse.
Visargent war ein Afterlehen, seit dem 13. Jahrhundert im Besitz eines Zweiges der de Brancion. Der letzte männliche Nachkomme der Familie starb 1762. Die letzte weibliche Trägerin dieses Namens und Erbin war Magdeleine Gasparde de Brancion, Dame von Visargent. Sie heiratete 1749 Jean-Claude de Clermont Mont-Saint-Jean, Marquis von Flacieux. Ein Nachkomme, Joseph de Clermont Mont-Saint-Jean war in Visargent wohnhaft, starb 1837 in Lyon. Seine Witwe heiratete in zweiter Ehe Léo de Laborde, der in Visargent starb, seine Witwe starb 1875, in der Folge wurde der gesamte Besitz 1880 verkauft.
Condé gehörte den Herren von Montcony und ist mit ihrer Geschichte verbunden.
Das übrige Gemeindegebiet gelangte an den Schwiegersohn von Marguerite de Vienne, Henri de Neufchâtel, der 1517 das Lehen an Charles Bouton für den Betrag von 10.000 Francs verkaufte. Das Lehen blieb im Besitz der Boutons, bis es 1583 Dorothée Bouton in die Ehe mit Alexandre de Saint-Maurice einbrachte. 1634 wurde das Lehen zur Grafschaft erhoben, für ihren Sohn Éléonor de Saint-Maurice.In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war das Lehen im Besitz von Jean-Paul-Philippe de Saint-Maurice, dem Bruder von Claude-Charles-Philippe de Saint-Maurice-Montbarrey dem die Grafschaft Savigny und die Baronie Le Fay gehörten.1680 gehörte das Lehen Claude Fyot III. de la Marche, Kommendatarabt des Klosters Saint-Étienne in Dijon, Conseiller d’État, Kaplan des Königs. Er starb 1721, nachdem er auch die Baronie Mervans erworben hatte. Von ihm stammt ein Buch über die Geschichte des Klosters Saint-Étienne in Dijon.Sein umfangreiches Vermögen ging an seinen Neffen, Philibert Fyot, Président à mortier am Parlement des Burgunds. Seine Nachfolge trat sein Sohn an, Claude Philibert Fyot de la Marche. Für diesen wurde das Lehen 1736 zum Marquisat erhoben. Nach seinem Tod 1768 folgte wiederum sein Sohn Jean-Philippe Fyot de la Marche, der am 11. Oktober 1772 ohne Nachkommen starb. Die Erbschaft ging an seine Nichte, Marquise de Courteille, die Witwe von Dominique de Barberie.
Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.
Bevölkerung mini|Kirche Saint-Germain in Sens-sur-Seille
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %432214218245,6
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ziemlich ausgeglichen. Dabei sind 50 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 18,2 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 46 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank der Bautätigkeit die Wohneinheiten um 28 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein.