Wald ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Zürich. Sie gehört zum Bezirk Hinwil.

Geographie Wald (früher auch Wald an der Jona oder Wald an der Jonen) liegt im Zürcher Oberland, im oberen Tal der Jona, dem Einschnitt zwischen Brandegg, Batzberg und Bachtel, im höchstgelegenen Teil des Tössberglands, des voralpinen Grenzgebiets zum Kanton St. Gallen. Nachbargemeinden von Wald sind Fischenthal im Norden, Hinwil, Dürnten und Rüti im Westen sowie Eschenbach (Kanton St. Gallen) im Osten und Süden.

Von der Gesamtfläche von 25,28 km² sind 52,2 % Landwirtschaftsfläche, 33,3 % Wald, 9,3 % Siedlungsfläche und 4,2 % Verkehrsfläche. 0,3 % sind Gewässer und 0,7 % unproduktive Fläche (Stand 2018).Gemeindeporträts. Wald. Flächen. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2018.

Topographie Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf der Brandegg auf , der tiefste beim Grundtal auf Koord. 240600/715426 auf map.geo.admin.ch. Abgerufen am 28. März 2016. Die Wasserscheide liegt zwischen Töss- und Jonatal einige Meter nördlich der Gemeindegrenze, in Gibswil (Fischenthal), auf Im Gemeindegebiet von Wald überwindet die Jona ein Gefälle von 180 m, bevor sie ab Tüfentobel die Gemeindegrenze zu Rüti ZH bildet. Ganz im Nordosten enthält das Gemeindegebiet von Wald auch einen Teil des Oberlaufs der Töss (Vordertöss, bis Tössscheidi).

Anhöhen innerhalb des Gemeindegebiets sind: Brandegg () mit Dürrspitz (), Oberegg () und Josenberg (), Bachtelhörnli (), Chrattenholz () und Förbüül (, mit vermuteter Burgstelle), Haltberg (). Auf der Gemeindegrenze liegen die Gipfel von Hüttchopf (), Tössstock () und Auenberg (). Die Gipfel des Bachtel (Hinwil) und Batzberg (Rüti) liegen knapp ausserhalb der Gemeindegrenzen.

Aussenwachten Das Gemeindegebiet umfasst die Dörfer Wald und Laupen sowie gegen 125 Weiler und Einzelhöfe. Der Begriff Aussenwacht (Ussewacht) ist ein spezifisch im Zürcher Oberland gebräuchlicher Ausdruck für Weiler, die (im Gegensatz zu Zivilgemeinden) keine Autonomie besitzen und administrativ einer Muttergemeinde zugeordnet sind.Ussenwacht. In: Schweizerisches Idiotikon. Band XV, Sp. 382 f.

Im 18. und 19. Jahrhundert war die Gemeinde in sechs Wachtbezirke (später auch Schulgemeinden) eingeteilt, neben Wald und Laupen noch Güntisberg, Ried, Hüebli und Hittenberg.Gustav von Escher: Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860. Friedrich Schulthess, Zürich 1870, .

Laupen gilt historisch nicht als Aussenwacht Walds, sondern als eigenständiges Dorf. Im 19. Jahrhundert bildete es eine eigene Zivilgemeinde.

Ried, die nördlichste Wacht, liegt auf einer Endmoräne der letzten Vergletscherung, welche die Wasserscheide zwischen Töss und Jona bildet. Ried war schon früh dicht besiedelt, da der Pilgerweg nach Einsiedeln dort vorbeiführt.Vgl. Urs-Peter Zingg: Wald im Zürcher Oberland. 1994, S. 6.

Hittenberg, eine Geländeterrasse in rund 900 Metern Höhe, ist einwohnermässig die kleinste Walder Wacht. Hier befindet sich die Zürcher Höhenklinik Wald (seit 2015 Zürcher Reha-Zentrum), das einstige Sanatorium für Lungenkranke.

Güntisberg-Mettlen liegt auf dem Batzberg, der Wald nach Südwesten abgrenzt. Hier befinden sich viele stattliche Bauernbetriebe, welche die topographischen und klimatischen Verhältnisse nutzen.

Hüebli thront über dem Sagenraintobel. Der Weiler umfasst viele Gehöfte, die zwischen Hischwil und Fälmis (von Fäldmoos, von mittelhochdeutsch mos/mies «Sumpf, Moor» und feldVgl. Alfred Helfenstein: Das Namengut des Pilatusgebietes. Keller, Luzern 1982, ISBN 3-85766-004-X, S. 46, 49.) am steilen Abhang der Scheidegg angesiedelt sind.

Blattenbach, das keine eigene Schule hat, ist historisch bedeutungsvoll mit dem Hof Rickenbach (erste Erwähnung um 820) und der Pilgerherberge zum roten Schwert (1530 erbaut).

Die folgende Liste der Aussenwachten, Höfe und Ortsteile Walds ist geordnet nach den sechs historischen Wachtbezirken: Wald: Bartstock, Blatten, Brüglen, Elba, Grütacker, Haltberg, Haselstaud, Hefern, Kühweid, Langboden, Lindenhof, Mettlen, Mählenrüti, Neuholz, Oberwies, Oberhaltberg, Riedtwies, Sagenrain, Spittel, Schlipf, Steig, Steigewid, Strickenberg, Stuck, Tobel, Tonacker, Unterbund, Borderwaid, Windegg, Blattenbach, Bachtel, Boden, Binzholz, Dieterswil, Dändler, Feld, Finsterbach, Ferracker, Grund, Haberrüti, Halden, Hinterdändler, Hirschlen, Oberfeld, Rickenbach, Scheuerli, Stockenmatt, Vorhalden, Weissgass. Laupen: Altweid, Au, am Bach, Bär, Bebikon, Diezikon, Hinternord, Hubwies, Kefa, Morgen, Narren, Neuhaus, Oberdienberg, Oberlaupen, Rotwasser, Töbeli, Windlen, Winkel. Güntisberg: Batzenberg, Dachsegg, Gart, Hagenacher, Hiltisberg (Hilisberg), Mettlen, Schäbe (Schebi), Weyen (Grossweiher), Wiederriet (Widenriet). Ried: Aatal, Amseln, Beizi, Breiten, Bühl, Chloster, Ebnat, Grosswies, Hinterberg, Hubhausen, Loch, Nasen, Oberbühl, Oberegg, Raad, Rüti, Scheuerli, Sennenberg, Tanneck, Überzütt, Vorderberg. Hüebli: Aa, Boden, Fälmis (Felmis), Gheist, Haltbergholz, Hessen, Hintererli (Ehrlen), Hinterwald, Hirschacker, Hischwil (HuswilDie Form Hischwil ist erstmals 1721 belegt, davor seit dem 13. Jh. als Huswil (de Huswile, in villa Huswile). Jakob Escher, Paul Schweizer: Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich. Band 7. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, 1888, S. 151.), Hundsruggen (Hundrücken), Lueget, Scheidegg, Steingass, Steinweid, Tiefe, Vordererli (Vorder-Ehrlen), Zelg. Hittenberg:Bollinger das Horgůt, lit uf Hittenberg. Grosses Urbar von 1331 (= Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. 2.2). Allgemeine Geschichtforschende Gesellschaft der Schweiz, 1943, S. 193. Chrinnen (Krinnen), Niederholz.

Geschichte Mittelalter mini|Ehemalige Pilgerherberge Zum roten Schwert in Blattenbach (erbaut 1621, KGS-Nr.: 7724) Das noch nicht oder kaum besiedelte Gebiet lag ab dem 8. Jahrhundert an der Grenze der Grafschaften Zürichgau und Thurgau. Die alte Strasse von Konstanz nach Einsiedeln folgte dem Tösstal und verlief dann rechts der Jona. Die alemannische Besiedlung des oberen Jonatals begann im 9. Jahrhundert als Streusiedlung von Einzelhöfen. Die früheste Erwähnung finden die Höfe Rickenbach (um 819/820: Richinbach) bei Blattenbach ().

Der Siedlungskern von Wald bildete sich links der Jona, am heute Schmittenbach genannten Zufluss. Die Pfarrkirche wird 1208 erstmals erwähnt, zusammen mit dem Herkunftsnamen de Walde (Corrado decano de Walde «Konrad, Diakon von Wald»).Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 949. Um 1200 entstanden einige kleine Höhenburgen oder Wohntürme, darunter die Burg Baliken bei Blattenbach, an der damaligen Hauptstrasse (Schwabenweg). Ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert stammt die Burg Windegg bei der Pfarrkirche von Wald (um 1709 überbaut durch den Herrensitz WindeggDer majestätische Riegelbau wurde 1709 vom Gerber Hans Krauer und seiner Frau Maria Brändli erbaut. «Dieser ist in seiner ganzen Stattlichkeit einer der wenigen Zeugen eines gesteigerten Selbstbewusstseins des Landpatriziats im sonst eher bescheidenen Zürcher Oberland.» In: Urs-Peter Zingg: 300 Jahre Windegg. In: Us eusere Walder Heimet. Nr. 236, Juni 2009, S. 2 (PDF; 462 kB), abgerufen am 16. Februar 2019.), die Burgen Strickenberg und Batzberg links der Jona und die Burgen Dienberg und Fründsberg (heute im Gemeindegebiet von Eschenbach SG).«Das Dorf Wald im Zürcher Oberland war einst von einer ganzen Reihe kleiner Rodungsherrschaften umgeben. Ihre Zentren bildeten Burgen bescheidener Grösse, von denen die meisten schon früh wieder aufgegeben wurden. Gleich vier solcher Anlagen standen beim Zugang nach Wald durch das Tal der Jona. Auf der Südseite die Burgen Strickenberg und Batzberg, auf der Nordseite die Burgen Unteres und Oberes Baliken. Letztere ist die Einzige, von der heute noch bauliche Resten zu sehen sind.» In: Burg Oberes Baliken auf burgenwelt.org. «Fründsberg war einst eine jener vielen kleinen Rodungsburgen, wie sie in der Umgebung des Dorfes Wald gehäuft auftreten.» In: Burgstelle Fründsberg auf burgenwelt.org.

Das Diakonat Wald wurde 1305 vom Pfarrer Störri gestiftet. Die Johanniterkomturei Bubikon erwarb 1320 das Kirchenpatronat. Die Gerichtsbarkeit lag bei der Herrschaft Grüningen und fiel mit dieser 1408 an die Stadt Zürich. Einzelhöfe des heutigen Gemeindegebiets unterstanden auch der Grundherrschaft des Klosters Schänis und des Klosters Rüti.

Die Abtrennung des Weilers Oberholz, der topographisch eigentlich nach Wald ausgerichtet liegt, von der Herrschaft Grüningen (und daher vom modernen Kanton Zürich) geschah in den 1430er-Jahren, als Teil der Konflikte, die schliesslich in den Alten Zürichkrieg mündeten. Der Oberholzer (der Bauer in Oberholz) fühlte sich Uznach zugehörig und beschwor das Landrecht mit Schwyz und Glarus. Zürich verstand Oberholz als der Vogtei Grüningen untertänig und setzte den Oberholzer im Wellenberg gefangen. Die nachfolgende politische Auseinandersetzung eskalierte im Frühjahr 1439 (Gefecht am Etzel). Im Friedensschluss von 1450 musste Zürich schliesslich auf seine Gebietsansprüche, einschliesslich Oberholz, verzichten.Thomas Fassbind: Von der Sempacher Schlacht bis und mit dem Frieden vom Jahre 1450. 1833, Kapitel 45,

Frühe Neuzeit mini|Ansicht des Dorfs Wald im 18. Jahrhundert, mit dem Herrensitz Windegg (1709) und der neuen Kirche (1756) Der erste reformierte Pfarrer war Hans Stoller (1520), der erste Diakon Hans Lieb (1521). Hans Schinz war im 17. Jahrhundert fast vier Jahrzehnte lang Pfarrer, von 1631 bis 1670. Ein neues Pfarrhaus wurde 1610 erbaut.

Im Jahr 1621 erhielt die Gemeinde das Marktrecht. Bereits in dieser Zeit war die Heimarbeit verbreitet (Spinnen von Leinengarn). Es wurde ein Wochenmarkt gehalten (am Dienstag) und zwei Jahrmärkte. Der Wochenmarkt war vorwiegend ein Viehmarkt, im 17. Jahrhundert vorübergehend auch Kornmarkt. Ein Zoll auf allen verkauften Produkten wurde von einem Vertreter der Landvogtei Grüningen eingezogen. Das älteste Walder Bevölkerungsverzeichnis stammt von 1634.Heinrich Krebser: Das erste Bevölkerungsverzeichnis der Gemeinde Wald aus dem Jahre 1634. Ergänzt durch eine Untersuchung über die ersten Siedlungen unserer Gemeinde, die im Verzeichnis genannten Geschlechter und die handwerkliche Betätigung ihrer Bewohner bis ca. 1700. 1952. Die letzten «Gotteshausleute» (Hörige des Klosters Schänis) kauften sich 1651 frei.

Die Einteilung in sechs Wachtbezirke (Blattenbach, Güntisberg, Hittenberg, Hüebli, Ried, Wald) diente zunächst vor allem polizeilichen Zwecken und überdauerte in das 19. Jahrhundert als sechs Schulgemeinden (Schulgenossenschaften). Ein eigenes Gericht für Wald tagte zweimal jährlich. Im Jahr 1754 wurde hier ein hartnäckiger Streit zwischen dem Pfarrer und der Gemeinde über den Kartoffelzehnten verhandelt, von Gerold Meyer von Knonau (1846) als «Kartoffelkrieg» bezeichnet.Gerold Meyer von Knonau: Der Canton Zürich, historisch-geographisch-statistisch geschildert von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Ein Hand- und Hausbuch für Jedermann (= Historisch-geographisch-statistisches Gemälde der Schweiz. Band I). Huber, St. Gallen/Bern 1846, .

Im 18. Jahrhundert veränderte die frühe Industrialisierung Wald stark. Spinnereien wurden im 18. Jahrhundert mechanisiert, und die Heimarbeit konzentrierte sich nun auf Handweberei. Im Jahr 1787 war fast die Hälfte der Einwohner in der Baumwollspinnerei beschäftigt.

Die Pfarrgemeinde Wald umfasste um 1800 etwa 3000 Gläubige. Das Kirchenpatronat kam erst 1790 zusammen mit der Komturei Bubikon an die Zürcher Staatskirche (ab 1803 Landeskirche).