Pretzabruck ist ein Ortsteil des Marktes Schwarzenfeld im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf (Bayern).
mini|Ortseingang von Schwarzenfeld kommend
Geographische Lage Das Dorf Pretzabruck befindet sich ungefähr drei Kilometer östlich von Schwarzenfeld an der Staatsstraße 2159 etwa 1,6 Kilometer östlich der A 93. Pretzabruck liegt am Südufer der Schwarzach, die einen Kilometer weiter westlich in die Naab mündet. Am Nordrand von Pretzabruck gibt es eine Brücke über die Schwarzach, über die man nach 1,6 Kilometern Wölsendorf erreicht.
Geschichte Anfänge bis zum 18. Jahrhundert Pretzabruck (auch: Pezenprukke, Prezenpruk, Petznprückh) wurde erstmals 1129 erwähntFranz Heidingsfelder, Die Regesten der Bischöfe von Eichstätt, Nr. 327, S. 105f.,1129 erste Hälfte, als Ernst von Grögling diesen Besitz für die Gründung des Klosters gegen Plankstetten (nördl. von Beilngries) mit seinem Bruder Hartwig tauschte. Noch im gleichen Jahr schenkte Hartwig von Grögling „Peczenbruck“ an der „Swarza“ dem Benediktinerkloster Plankstetten.Franz Heidingsfelder, wie oben, Nr. 328, S. 106f., 1129. In den sechziger Jahren des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich noch unter dem 1265 genannten Grafen Wolfgang von Altendorf, wechselte Pretzabruck aus dem Besitz der Altendorfer in den Besitz der Wittelsbacher. Im Urbar Ludwig des Strengen wird es als Teil des den bayerischen Herzögen zugefallenen Besitzes aufgezählt.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 38
Im Salbuch von 1413, 1444, 1473 und 1475 wurde Pretzabruck als zinspflichtig an das Amt Nabburg aufgeführt.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 71–76 1565 besaß das Kloster Reichenbach am Regen die Propstei Nabburg über die auch Einnahmen aus Pretzabruck in das Kloster flossen.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 50
Die Bevölkerungsentwicklung in Pretzabruck geht aus den Musterungsprotokollen hervor: 1500: 6 Mannschaften 1523: 7 Mannschaften 1631: 6 Mannschaften 1712: 9 Mannschaften.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 88
1513 und 1596 hatte Pretzabruck jeweils 6 Höfe und eine Mühle. 1606 gab es in Pretzabruck 6 Höfe, eine Mühle, 7 Pferde, 12 Ochsen, 16 Kühe, 16 Rinder, 13 Schweine und 75 Schafe. Für das Jahr 1721 und 1762 wurden in Pretzabruck jeweils 10 Häuser aufgeführt.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 322, 323
19. Jahrhundert bis Gegenwart 1811 wurde das Landgericht Nabburg in 58 Steuerdistrikte unterteilt. Pretzabruck bildete zusammen mit dem Weiler Zilchenricht einen Steuerdistrikt zu dem 15 Häuser mit 101 Einwohnern gehörten.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 401
Parallel zur Bildung der Steuerdistrikte entstanden ebenfalls 1811 Obmannschaften. Schwarzenfeld bildete zusammen mit Pretzabruck, Zilchenricht, Traunricht, Asbach und Schwaig die Obmannschaft Schwarzenfeld.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407
1818 wurden Ruralgemeinden gebildet. Dabei entstand die Ruralgemeinde Pretzabruck, bestehend aus Pretzabruck selbst mit 14 Familien, Zilchenricht mit 6 Familien, Traunricht mit 6 Familien, Asbach mit 5 Familien und Weiherhaus mit einer Familie.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 414
1828 hatte Pretzabruck 10 Häuser, 11 Familien und 64 Einwohner, 1964 hatte es 18 Häuser und 102 Einwohner. 1842 waren alle Einwohner von Pretzabruck katholisch und gehörten zur Schule und zur Pfarrei Schwarzenfeld.Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 427
Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) gehörte Pretzabruck zur Pfarrei Schwarzenfeld und hatte 10 Häuser und 85 Einwohner.Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 359
Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Pretzabruck in den Markt Schwarzenfeld eingegliedert.
Am 31. Dezember 1990 hatte Pretzabruck 80 Einwohner und gehörte zur Pfarrei Schwarzenfeld.Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 666
Literatur Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Geographie (Schwarzenfeld) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Schwandorf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972