miniatur|Wolfram F. Richter, 2010 Wolfram F. Richter (* 4. Dezember 1948 in Mülheim an der Mosel) ist ein deutscher Volkswirt. Er war ab 1981 Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere öffentliche Finanzen, an der Technischen Universität Dortmund. Seit 2016 ist er emeritiert.
Leben Wolfram Richter, Sohn von Ilse Richter, geborener Neumann, und des Weingutsbesitzers Horst Richter, studierte Mathematik an der Universität Karlsruhe. Das Studium beendete er 1972 als Diplom-Mathematiker. Er erhielt 1973 ein Forschungsstipendium der London School of Economics and Political Science. Nach einem Studienaufenthalt dort wurde er in an Volkswirtschaftslehre 1975 an der Universität Karlsruhe zum Dr. rer. pol. promoviert. Dort habilitierte er sich 1979 für dasselbe Fach. Seine akademischen Lehrer waren der Zahlentheoretiker Heinrich Wolfgang Leopoldt und der Spieltheoretiker Joachim Rosenmüller. 1980 wurde Richter Dozent an der Universität Bielefeld. Seit 1981 war er Professor für Wirtschaftswissenschaften und ab 1982 Inhaber der Lehrstuhls Volkswirtschaftslehre II (Öffentliche Finanzen) an der Technischen Universität Dortmund. Sein Wohnort wurde Schwerte. Seit 2004 lehrte er auch an der Ruhr Graduate School in Economics und seit 2001 an der Universität Hamburg im Studiengang Master of International Taxation. Richter ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium der Finanzen, Research Fellow von CESifo, München sowie des Bonner Instituts für Zukunft der Arbeit (IZA). Von 2006 bis 2008 war er an der Technischen Universität Dortmund Prorektor für Planung, Struktur- und Personalentwicklung. Von 2005 bis 2013 war er Mitglied im Senatsausschuss Evaluierung der Leibniz-Gemeinschaft, in den Jahren 1994–1998 und 2003–2007 Mitglied im Erweiterten Vorstand des Vereins für Socialpolitik, 1993–1997 Member of Council der European Economic Association sowie 2001–2006 Member of Board of Management im International Institute of Public Finance. Von 2010 bis 2014 war er stellvertretender Vorsitzender des Plenums der Ökonomen. Richter war Mitherausgeber der Fachzeitschriften Finanzarchiv/Public Finance Analysis (1996–2005) sowie Regional Science & Urban Economics (1997–2004).
Zu seinen Habilitanden zählen Kerstin Schneider und Joachim Weimann.
Familie Richters familiäre Herkunft ist das Weingut Max Ferd. Richter an der Mittelmosel. Verheiratet ist er mit der Künstlerin Germaine Richter, geborene Schmitz; sie haben einen Sohn und eine Tochter.
Ehrungen und Auszeichnungen Wolfram F. Richter ist seit 2004 Fellow of the European Economic Association. 2012 zeichnete die Technische Universität Dortmund ihn für sein Engagement in der Lehre mit dem Lehrpreis aus. Auf der Jahrestagung 2013 des Vereins für Socialpolitik hielt er die Johann-Heinrich-von-Thünen-Vorlesung zum Thema Bildung: Optimale Wahl und effiziente Förderung. In Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft und in der ökonomischen Politikberatung verlieh ihm die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg 2014 die Ehrendoktorwürde (Dr. rer. pol. h. c.).
Wissenschaftliche Arbeit Richters Hauptarbeitsgebiet sind Steuern und Abgaben, über die er nicht nur theoretische Beiträge international publiziert hat, und zwar in Zeitschriften wie Journal of Public Economics, European Economic Review, International Tax and Public Finance. Er hat auch immer wieder zu konkreten steuerpolitischen Themen Stellung bezogen. So ist er eingetreten für die Abschaffung der Entfernungspauschale, für die Erhebung von Studiengebühren oder für eine Revitalisierung der Grundsteuer. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Richter bekannt als geistiger Vater des Gesundheitsfonds. Mit der Einrichtung des Gesundheitsfonds sollte nach Richters Vorstellung der verzerrende Wettbewerb der Krankenkassen um Mitglieder mit lohnabhängigen Beitragssätzen durch einen nicht verzerrenden Wettbewerb mit Zusatzbeiträgen in absoluten Eurogrößen abgelöst werden.
Literatur Richter, Wolfram F. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1004.
Weblinks
Homepage von Richter an der TU Dortmund
Einzelnachweise
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