miniatur|Henry Venn Henry Venn, auch Henry Venn Junior (* 10. Februar 1796 in Clapham; † 13. Januar 1873 in Mortlake in Surrey), war ein englischer Theologe und Generalsekretär der Church Missionary Society (CMS).
Leben Venn war ein Enkel des anglikanischen Pfarrers Henry Venn (1725–1797) und ein Sohn des Pfarrers John Venn (1759–1813). Er erhielt seine Ausbildung am Queens’ College in Cambridge, wo er 1818 mit einem B.A., 1821 mit einem M.A. und 1828 mit einem B.D. abschloss. Er wurde 1819 zum Diakon und 1821 zum Priester ordiniert. Er diente zuerst in der Drypool Parish in Hull, dann wurde er 1834 Vikar von St. John’s in Holloway, in 1834. Ab 1846 erhielt er Pfründe der St. Paul’s Cathedral in London. 1820 wurde er Mitglied der CMS und nahm an ihren Treffen teil, 1841 wurde er deren Generalsekretär. Damals waren 107 Europäer und 9 Afrikaner und Asiaten im missionarischen Dienst. 1873 arbeiteten 230 Europäer und 148 Afrikaner und Asiaten für die CMS. In seinen 32 Jahren als Generalsekretär wurden 498 Missionare der CMS ausgesandt, in seinen Reden und Schriften vertrat er jedoch den neuen Ansatz, dass Mission, Evangelisation und Gemeindeaufbau zunehmend durch Christen vor Ort geschehen müsse.Venn, Henry (1796-1873), Anglican missions administrator and theorist, (aus: Wilbert R. Shenk: Venn, Henry, in: Biographical Dictionary of Christian Missions, ed. Gerald H. Anderson, Macmillan Reference USA, New York 1998, S. 698, abgerufen am 30. September 2026)
Er gilt als einer der bekanntesten anglikanischen Geistlichen seiner Zeit und war Mitglied in zwei königlichen Kommissionen. Er nahm eine kritische Position zur Sklaverei ein und gilt als einer der Hauptmitverantwortlichen für die Abschaffung des transatlantischen Sklavenhandels. Venn holte junge Afrikaner nach England, um ihnen dort zu ermöglichen, ein Handwerk zu erlernen, wie etwa die Verarbeitung von Baumwolle, um so nach ihrer Rückkehr zum Wohle ihres Kontinents beizutragen.
Die von ihm dargelegten Hauptgrundsätze der christlichen Mission wurden später im Rahmen des First International Congress on World Evangelization weit verbreitet.
Venn war ab 1829 mit Martha Sykes verheiratet; einer ihrer Söhne war der Mathematiker und Theologe John Venn (1846–1923).
Schriften (Auswahl) The Missionary Life and Labours of Francis Xavier Taken from his own Correspondence: With a Sketch of the General Results of Roman Catholic Missions among the Heathen, Longman, Green, London 1862. To Apply the Gospel: Selections from the Writings of Henry Venn, ed. Max Warren, Eerdmans, Grand Rapids 1971.
Literatur Kehinde Olabimtan: Venn, Henry (1796–1873), 25. November 2011 (DOI:10.1002/9780470670606.wbecc1435).
Wilbert R. Shenk: Henry Venn’s legacy (= Occasional Bulletin of Missionary Research 1), 1977. Wilbert R. Shenk: Henry Venn, Missionary Statesman, Orbis, Maryknoll 1983 (mit Bibliographie seiner Schriften). Eugene Stock: The History of the Church Missionary Society: Its Environment, Its Men, and Its Work, 4 Bände, Church Missionary Society, London 1899–1916 (Venn in Band 2). John Mark Terry: Indigenous Churches. In: A. Scott Moreau: Evangelical Dictionary of World Missions. Baker Books, Grand Rapids, MI, 2007, S. 483–485.
Weblinks Venn, Henry (1796-1873), Anglican missions administrator and theorist, (aus: Wilbert R. Shenk: Venn, Henry, in: Biographical Dictionary of Christian Missions, ed. Gerald H. Anderson, Macmillan Reference USA, New York 1998, S. 698). https://www.cslewisinstitute.org/resources-category/henry-venn/ Henry Venn, Website cslewisinstitute.org (englisch). Ross Paterson: Henry Venn – Shaping Mission Thinking, Website fieldpartner.org, 4. August 2023, englisch.
Einzelnachweise
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