mini|hochkant|Ursula Höf beim Deutschen Fernsehpreis 2012, wo der von ihr montierte Film Das Ende einer Nacht als bester Spielfilm ausgezeichnet wurde.
Ursula Höf ist eine deutsche Filmeditorin und Dozentin. Bei manchen ihrer Filme wird im Vor- oder Abspann ihr Kosename Olla Höf verwendet.
Leben und Werk Ursula Höf wuchs in Hessen auf. 1966 machte sie in Gießen das Abitur. Sie stammt nach eigenen Angaben aus einem sozialistisch geprägtem Elternhaus.
Sie studierte von 1966 bis 1970 Anglistik und Theaterwissenschaften an der FU Berlin, und machte dann aber ein Volontariat im Schneideraum von Renate Willeg, ebenfalls in Berlin. 1973 wurde sie Assistentin von Siegrun Jäger. Seit 1975 ist sie als freie Editorin tätig.
Bei über 70 abendfüllenden Spielfilmen und Dokumentarfilmen war Höf für den Schnitt verantwortlich, darunter zahlreiche Kinofilme. Am häufigsten arbeitete sie mit den Regisseuren Markus Imboden (20 Filme) und Rolf Schübel (10 Filme) zusammen. Weitere Kreativ-Partnerschaften verbinden sie mit Helke Sander, Kai Wessel, Heidi Specogna und Matti Geschonneck.
Mit dem Spielfilm Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday war Höf im Jahr 2000 für den Deutschen Kamerapreis (Bester Schnitt Kinofilm) nominiert. Der Dokumentarfilm Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez brachte ihr 2007 eine Nominierung für den Schnitt-Preis beim Filmfestival Filmplus in Köln ein. 2016 wurde sie dann im Rahmen dieses Festivals mit dem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Neben ihrer Tätigkeit als Editorin, hat Ursula Höf als Dozentin das Fach Filmmontage unterrichtet und studentische Filmprojekte betreut, unter anderem an der Internationalen Filmschule Köln (ifs), der Filmakademie Baden-Württemberg und der HfbK Hamburg.
Ursula Höf ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und im Bundesverband Filmschnitt Editor e. V. (BFS). Sie lebt in Hamburg.
Filmografie Wo kein Einzelnachweis angegeben ist, sind die Quellen für die Filmografie: Filmportal, Filmdienst, Deutscher Fernsehpreis 2012, BFS-Profil, Fernsehserien.de – jeweils gegengeprüft mit IMDb. Die Jahreszahlen der Quellen sind angepasst an das Erscheinungsjahr.
Langfilme als Editorin Filme mit einer Länge ab 65 Minuten. Wo nicht anders ausgewiesen, handelt es sich um einen Fernsehspielfilm. 1976: Das Land der Blinden oder Von einem der auszog – Regie: Pete Ariel 1978: Die allseitig reduzierte Persönlichkeit – Redupers (Kinospielfilm) – Regie: Helke Sander 1978: Mulligans Rückkehr – Regie: Helmut Käutner 1978: Die Faust in der Tasche (Kinospielfilm) – Regie: Max Willutzki 1979: Deutschlandgeschichten ...Können mir doch Arbeit geben, die Philister... (Kinodokumentarfilm) – Regie: Detlef Gumm, Hans-Georg Ullrich 1979: Winterreise im Olympiastadion (Theater-Film) – Regie: Ellen Hammer, Klaus-Michael Grüber 1979: Metin (Kinospielfilm) – Regie: Thomas Draeger 1981: Vom überstehen der Stürme (Kinodokumentarfilm) – Regie: Detlef Gumm, Hans-Georg Ullrich 1981: Der subjektive Faktor (Kinospielfilm) – Ko-Editorin: Dörte Völz; Regie: Helke Sander 1984: Lisa und die Riesen (Kinospielfilm) – Regie: Thomas Draeger 1985: Voll auf der Rolle – Regie: Detlef Gumm, Claudia Schröder 1985: Nur Fliegen ist schwerer – Regie: Reinhard Kahn 1986: Kurz vor Schluss – Regie: Jochen Kuhn 1986: Ein Blick – und die Liebe bricht aus (Kinospielfilm) – Ko-Editorin und Regie: Jutta Brückner 1987: Eine Reise nach Deutschland – Regie: Heidi Genée 1987: Komplizinnen (Kinospielfilm) – Regie: Margit Czenki 1989: Der Leibwächter (zweiteiliger TV-Spielfilm) – Regie: Adolf Winkelmann 1990: Der Fotograf – Ko-Editoren: Stefanie Möbius, Margot Neubert-Marić; Regie: Thomas Mitscherlich, Franz Winzentsen 1990: Die Piefke-Saga (TV-Reihe, 3 von 4 Teilen) – Regie: Wilfried Dotzel Teil 1: Der Skandal Teil 2: Die Animation Teil 3: Das Geschäft 1991: My Lovely Monster (Kinospielfilm) – Regie: Michel Bergmann 1991: Das Heimweh des Walerjan Wróbel (Kinospielfilm) – Regie: Rolf Schübel 1992: BeFreier und Befreite (2-teiliger Dokumentarfilm) – Ko-Editoren: Helke Sander, Karin Novarra; Regie: Helke Sander 1993: Der Untergang des goldenen Webstuhls – Regie: Franz Winzentsen 1993: Ein Letzter Wille – Regie: Kai Wessel 1994: Swingpfennig/Deutschmark (Doku-Drama) – Regie: Margit Czenki 1994: Karakum – Ein Abenteuer in der Wüste (Kinospielfilm) – Regie: Arend Agthe, Uzmaan Saparov 1995: Die Vergebung (Kinospielfilm) – Regie: Andreas Höntsch 1995: Eiffe for President – Alle Ampeln auf Gelb (Dokumentarfilm) – Regie: Christian Bau 1996: Die Spur der roten Fässer (Kinospielfilm) – Regie: Kai Wessel 1996: Zwei Leben hat die Liebe – Regie: Peter Timm 1997: 2 1/2 Minuten – Regie: Rolf Schübel 1997: Woanders scheint nachts die Sonne – Regie: Rolf Schübel 1998: Sperling – Sperling und die Tote aus Vilnius (TV-Reihe) – Regie: Kai Wessel 1998: Kidnapping Mom & Dad – Regie: Kai Wessel 1998: Die kritische Masse – Film im Untergrund, Hamburg '68 (Dokumentarfilm) – Regie: Christian Bau 1999: Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday (Kinospielfilm) – Regie: Rolf Schübel 2000: Zwei Mädels auf Mallorca – Die heißeste Nacht des Jahres – Regie: Dror Zahavi 2001: Eine öffentliche Affaire – Regie: Rolf Schübel 2001: Höllenleben – Eine multiple Persönlichkeit auf Spurensuche (Dokumentarfilm) – Regie: Liz Wieskerstrauch 2002: Ein Dorf sucht seinen Mörder – Regie: Markus Imboden 2002: Kollaps – Regie: Rolf Schübel 2003: Blueprint (Kinospielfilm) – Regie: Rolf Schübel 2004: Hunger auf Leben – Regie: Markus Imboden 2004: Zeit der roten Nelken (Dokumentarfilm) – Regie: Heidi Specogna 2004: Das falsche Opfer – Regie: Ulrich Stark 2005: Liebe auf den zweiten Blick – Regie: Ulrich Stark 2005: Die Leibwächterin – Regie: Markus Imboden 2006: Im Tal der wilden Rosen: Was das Herz befiehlt (TV-Reihe) – Regie: Oliver Dommenget 2006: Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez (Dokumentarfilm) – Regie: Heidi Specogna 2006: Tatort: Aus der Traum... (TV-Reihe) – Regie: Rolf Schübel 2007: Im Tal der wilden Rosen: Herz im Wind (TV-Reihe) – Regie: Oliver Dommenget 2007: Tatort: Der Tote vom Straßenrand (TV-Reihe) – Regie: Rolf Schübel 2007: Kommissar Stolberg: Vermisst (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2007: Kommissar Stolberg: Die letzte Vorstellung (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2008: Ein starkes Team: Hungrige Seelen (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2008: Der Kommissar und das Meer: An einem einsamen Ort (TV-Reihe) – Regie: Anno Saul 2008: Leo und Marie – Eine Weihnachtsliebe – Regie: Rolf Schübel 2008: Der Kommissar und das Meer: Sommerzeit (TV-Reihe) – Regie: Anno Saul 2009: Auftrag Schutzengel – Regie: Peter Fratzscher 2009: Bella Block: Das Schweigen der Kommissarin (Zweiteiler aus der TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2009: Ein starkes Team: La Paloma (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2009: Mörder auf Amrum – Regie: Markus Imboden 2010: Das Schiff des Torjägers (Dokumentarfilm) – Regie: Heidi Specogna 2011: Mörderisches Wespennest (TV-Reihe: Finn Zehender) – Regie: Markus Imboden 2011: Tatort: Wunschdenken (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2011: Der Verdingbub (Kinospielfilm) – Regie: Markus Imboden 2012: Ein starkes Team: Die Gottesanbeterin (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2012: Das Ende einer Nacht – Regie: Matti Geschonneck 2012: Tod einer Brieftaube (TV-Reihe: Finn Zehender) – Regie: Markus Imboden 2012: Mörderische Jagd (TV-Reihe: Finn Zehender) – Regie: Markus Imboden 2012: Tod einer Polizistin – Regie: Matti Geschonneck 2013: Totenengel – Van Leeuwens zweiter Fall (TV-Reihe) – Regie: Matti Geschonneck 2014: Mord in Aschberg (TV-Reihe: Finn Zehender) – Regie: Markus Imboden 2015: Helen Dorn: Bis zum Anschlag (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2015: Die Eisläuferin – Regie: Markus Imboden 2017: Südstadt – Regie: Matti Geschonneck 2017: Brandnächte – Regie: Matti Geschonneck 2018: Tatort: Zeit der Frösche (TV-Reihe) – Regie: Markus Imboden 2019: Danowski – Blutapfel – Regie: Markus Imboden 2021: Zurück ans Meer (Fernsehfilm) – Regie: Markus Imboden
Kürzere Formate als Editorin (Auswahl) Filme und Serien-Folgen mit einer Länge von unter 65 Minuten. 1980–1982 Neues aus Uhlenbusch (TV-Serie, 8 Folgen je 25 Min.) – Regie: Thomas Draeger 1981: Ich deutsche Behörde (Kurz-Dokumentarfilm, 23 Min.) – Regie: Ezra Gerhardt, Alf Böhmert 1981: Recycling (Kurz-Dokumentarfilm, 12 Min.) – Regie: Heiko von Swieykowski 1982: Berliner Stadtbahnbilder (Kinodokumentarfilm, 60 Min.) – Regie: Alfred Behrens 1983: Ein bescheidener Vorschlag (Kurz-Spielfilm, 15 Min.) – Regie: Alf Böhmert 1983: Der Träumer (Kurz-Spielfilm, 17 Min.) – Regie: Hartmann Schmige 1983: In den Tod – hurra! Deutsche Jugend vor Langemarck 1914 (TV-Spielfilm, 55 Min.) – Regie: Helmut Kopetzky 1984: Gleissprung (Kurz-Spielfilm, 13 Min.) Regie: Alf Böhmert 1985: Nr. 1 – Aus Berichten der Wach- und Patrouillendienste (Kurz-Spielfilm, 10 Min.) – Regie: Helke Sander 1985: Die Kautschukdame (Kurz-Dokumentarfilm, 14 Min.) – Regie: Antonia Lerch 1985: Berliner Weiße mit Schuß (TV-Serie, 1 Folge, 50 Min.) – Regie: Wilfried Dotzel 1986: Der Katalog (Dokumentarfilm, 45 Min.) – Regie: Detlef Gumm, Hans-Georg Ullrich 1986: Nr. 8 – Aus Berichten der Wach- und Patrouillendienste (Kurz-Spielfilm, 10 Min.) – Regie: Helke Sander 1987: Unerhört: Die Geschichte der deutschen Frauenbewegung von 1830 bis heute (TV-Doku-Reihe): Teil 1: Das nächste Jahrhundert wird uns gehören 1830–1848 (dokumentarischer Spielfilm, 45 Min.) – Regie: Claudia von Alemann Teil 2: Wir wollen lieber fliegen als kriechen 1848–1860 (dokumentarischer Spielfilm, 45 Min.) – Regie: Claudia von Alemann 1992: Rendezvous der Freunde (Kinodokumentarfilm, 60 Min.) Regie: Maria Hemmleb, Christian Bau 2000: Schmidt ist billiger (Kurz-Spielfilm, 9 Min.) – Regie: Berndt List 2002: Schwestern im Leben (Dokumentarfilm, 59 Min.) – Regie: Wilfried Hauke 2003: Saba Meersburg (Kurz-Animationsfilm, 12 Min.) – Regie: Franz Winzentsen 2004: Ein Tag mit Folgen – Anna Lindh und ihr Mörder (Dokumentarfilm, 52 Min.) – Regie: Joakim Demmer 2005: Die Menschen im Meer (TV-Dokumentarfilm-Reihe, 30 Min.) – Regie: Wilfried Hauke 2013: Die Konferenz oder Die Rückseite des Mondes (Kurz-Animationsfilm, 6 Min.) – Regie: Franz Winzentsen
Schnitt-Assistenz 1975: Familienglück – Schnitt: Siegrun Jäger; Regie: Marianne Lüdcke, Ingo Kratisch
Auszeichnungen 2000: Nominierung Deutschen Kamerapreis (Bester Schnitt Kinofilm) für Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday 2007: Nominierung Schnitt-Preis Dokumentarfilm beim Filmfestival Filmplus für Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez 2016: Ehrenpreis fürs Lebenswerk beim Filmfestival Filmplus in Köln
Literatur
Weblinks
Ursula Höf beim Bundesverband Filmschnitt Editor e. V. (BFS)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmeditor Kategorie:Mitglied im Bundesverband Filmschnitt Editor Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau