mini|Kapelle St. Nikolaus von Tolentino in SchlipsheimDie römisch-katholische Kapelle St. Nikolaus von Tolentino in Schlipsheim, einem Stadtteil von Neusäß im Landkreis Augsburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, wurde von 1730 bis 1793 als Schlosskapelle des ehemaligen Schlosses Schlipsheim errichtet. Als Baudenkmal ist sie geschützt. Die Kapelle liegt an der Schlipsheimer Straße 123. Kirchenpatron ist der hl. Nikolaus von Tolentino.
Geschichte Das Schloss Schlipsheim ist seit dem 16. Jahrhundert belegt und war zeitweise in Besitz eines Seitenzweiges der Herren von Rehlingen. Die Linie Rehlingen-Schlipsheim, um 1700 von Anton Christoph von Rehlingen gestiftet, ist 1747 mit Johann Eucharius Joseph von Rehlingen im Mannesstamm erloschen. Neueren Erkenntnissen zufolge stammt die Schlosskapelle im Kern aus der Zeit um 1730. 1770 erscheint als Besitzer des Reichsrittergutes Schlipsheim, der aus Meran gebürtige Hauptmann im Tiroler Nationalregiment Joachim Maria Pach von Hansenheim, Lehensvasall des Kurfürsten von Trier. Möglicherweise erbte er Gut und Schloss durch seine 1747 geschlossene Ehe mit Juliana, Tochter von Joseph Reichsfreiherr Lang zu Leinzell und Francisca geb. Freiin von Rehling. Das Epitaph für die 1763 verstorbene Maria Juliana Josepha Katharina Franziska Emma von Pach auf Schlipsheim befindet sich in der Kapelle St. Antonius von Padua in Hainhofen. 1785 gelangte die Grundherrschaft inkl. dem Schloss Schlipsheim an das Kloster Heilig-Kreuz. 1793 wurde die Kapelle im Auftrag der Augustinerchorherren von Heilig-Kreuz umgebaut und neu ausgestattet. Die Pläne stammen von Johann Stephan Gelb, denn an der inneren Eingangstür findet sich ein Chronogramm mit seinem Namen. Im Zuge der Säkularisation veräußerte es der Staat an eine Privatperson. 1821 wurden das baufällige Schloss mit Ausnahme der Kapelle, die man der Gemeinde überließ, abgebrochen. Jeden Monat und jährlich am Namenstag des Kirchenpatrons wurde eine heilige Messe zelebriert. 1849 wurde der Innenraum neu gestaltet. 1921 fand eine Renovierung statt. 2019 wurde eine umfassende Sanierung in Angriff genommen.
Architektur Der Saalbau über rechteckigem Grundriss besitzt ausgerundete Ecken und eine Flachdecke. Der Giebel wird von einem Dachreiter mit Zwiebelhaube bekrönt.
Ausstattung Die Malereien und Fresken im Inneren stammen von Johann Joseph Anton Huber. Der Altar wird um 1730 datiert, über der Predella ist ein gestufter Aufbau mit Gemälden von Johannes Rottenhammer zu sehen und darüber befindet sich eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe, die Andreas Hainz zugeschrieben wird.
Wandbilder
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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