Neuheide ist ein Ortsteil der Gemeinde Schönheide im Erzgebirgskreis. Der Ort, der von etwa 1650 an entstand, liegt südöstlich des Kuhbergs.

Name Das Historische Ortsnamenbuch von Sachsen hält die Bezeichnung Neuheide als bewusst an den Namen von Schönheide angelehnt, weist auf die erstmalige Verwendung des Namens „Die Neuheyda“ im Jahr 1727 in einem „Concept-Riß“Concept-Riß Kreis-Amt Schwarzenberg betr. 1727, Siehe Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, bearbeitet von Ernst Eichler, Volkmar Hellfritzsch, Hans Walther und Erika Weber, 3 Bände, Reihe Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte 21, de Gruyter-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band III: Apparat und Register, S. 61 (Link zum Digitalisat in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abruf am 22. März 2022) hin und deutet ihn mit „neuer, im Waldgebiet gelegener Ort“,Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, bearbeitet von Ernst Eichler, Volkmar Hellfritzsch, Hans Walther und Erika Weber, 3 Bände, Band II: M–Z, S. 102 (Link zum Digitalisat in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abruf am 22. März 2022) denn das „heide“ im Namen habe die Bedeutung von „Heide, Waldland“.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, bearbeitet von Ernst Eichler, Volkmar Hellfritzsch, Hans Walther und Erika Weber, 3 Bände, Band III: Apparat und Register, S. 171 (Link zum Digitalisat in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abruf am 22. März 2022) Inzwischen konnte eine noch frühere Erwähnung „Neuen Heyde“ im Jahre 1699 ermittelt werden.Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, GB AG Schwarzenberg Nr. 181, Bl. 238v.

Geographische Lage und geologische Verhältnisse mini|hochkant=1.4|Neuheide auf einer Karte von etwa 1900 Die Lage der Siedlung ist geprägt von dem Osthang des Kuhbergs () und dem terrassenartigen Nordhang des Fuchssteins (), der von 1915 bis 1945 Bismarckhain hieß. Von etwa 680 Meter am Kuhberghang im westlichsten Teil fällt das Gelände in östlicher Richtung bis zu einer Höhe von etwa 613 Metern. Das Gebiet von Neuheide gehört zum Eibenstocker Granitmassiv. Der am Kuhberghang entspringende Filzbach – früher auch Kuhbach genannt – fließt durch Neuheide in West-Ost-Richtung und bildet ein sanftes Tal. Das Gebiet der früheren Gemeinde umfasst etwa 81 Hektar. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es elf landwirtschaftliche Betriebe mit Flächen zwischen zwei und zehn Hektar. Der Filzbach wurde in zwei Teichen gestaut, damit die ehemalige – früher gemeindlich zu Schönheiderhammer gehörende – Rote Mühle auch in Trockenzeiten betrieben werden konnte.Das Gebiet liegt nach der Naturraumkarte von Sachsen in der Mesogeochore „Schönheider Hochflächen“ und gehört zur Mikrogeochore „Schönheider Kuppengebiet“. Westlich schließt sich der „Kuhberg-Rücken“ an.

Nördlich von Neuheide liegt der Ortsteil Neulehn der Gemeinde Stützengrün.

Geschichte mini|zentriert|800px|Neuheide vom Fuchsstein aus Neuheide war nach dem Siedlungsbeginn von Schönheide, der auf 1537 datiert wird, ein unselbständiger und nicht mit Namen bezeichneter Teil dieses Ortes. In der Gründungsurkunde von Schönheide, dem sog. Befreiungsbrief des Gebietsherrn Balthasar Friedrich Edler von der Planitz vom 20. März 1549Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 177–179 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden werden Ortsteile nicht genannt, auch nicht in der Urkunde vom 23. Dezember 1563 über den Verkauf Schönheides an Kurfürst August.Gottfried August Arndt Archiv der Sächsischen Geschichte, 2. Teil, Leipzig 1785, S. 367–388 (online)Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 181–192 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Die Gründungsurkunde von 1549 legte als nördliche Grenze des den Schönheider Siedlern zugewiesenen Bereichs den vom Kuhberghang durch Neuheide von West nach Ost fließenden Filzbach fest. Im Laufe der Zeit nutzten Siedler Flächen des Gebietsherrn nördlich des ihnen zustehenden Bereichs als Acker-, Wiesen- und Weideland und errichteten auch Gebäude. Für diese Nutzung zahlten sie einen Zins.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 302 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden 1651 ließ Johann Heinrich Günther, der in späteren Jahren als Oberförster in Schönheide seinem Vater im Amt folgte, im später erst Neuheide genannten Gebiet einige Häuser bauen. Für das „amtssässige Freigut“ sprach ihm der Kurfürst 1678 die niedere Gerichtsbarkeit zu. Nach Günthers Tod überließ dessen Witwe das Gut „Neuen Heyde“ 1699 dem ältesten Sohn, dem Oberförster Johann Georg Günther zu Schönheide.Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, GB AG Schwarzenberg Nr. 181, Bl. 238v. Der weitere Ausbau mit neuen Häusern, die im Wesentlichen für landlose Arbeiter bestimmt waren, erfolgte ohne Genehmigung. Dies fiel erst durch eine Beschwerde der Braugenossenschaft und der Handwerkerinnung Schönheides im Jahr 1738 beim Kreisamt Schwarzenberg auf. Johann Heinrich Günther hatte von den Einwohnern seines Gebiets die üblichen Leistungen wie Frondienste, Mieter-, Klöppel- und Handwerksgelder erhoben, ohne dass er dem Kurfürsten Erbzinsen zahlte.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 304 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Christian Gottlob Wabst erwähnt 1732 Neuheide als „Das Günthersche Forwerck“.Christian Gottlob Wabst: Historische Nachricht von des Churfürtenthums Sachsen und derer dazu gehörigen Lande Jetziger Verfassung der Hohen und niederen Justiz, aus authentischen Urkunden abgefasset von, Mit Königl. Pohlnischen und Churf.-Fürstl. Sächsischen Privilegio. Leipzig 1732, Beylage S. 90 Digitalisat in der SLUB Dresden, abgerufen am 26. März 2015. Im Jahr 1741 wurde ein Bestand von 16 Häusern ermitteltErnst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 305 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und die rechtlichen Verhältnisse durch die Verwaltung des Kurfürsten neu geregelt: Das amtssässige Freigut war nur von Frondiensten befreit, nicht aber von sonstigen Abgaben. Die Bewohner bildeten ein Gemeinwesen, über das der Freigutbesitzer die niedere und das Kreisamt Schwarzenberg die obere Gerichtsbarkeit innehatten. 1727 wurde die Ortsbezeichnung Die Neuheyda verwendet.Zu den verschiedenen Bezeichnungen s. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Band II M-Z, Bearbeitet von Ernst Eichler, Volkmar Hellfritzsch, Hans Walther und Erika Weber, in Reihe: Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, herausgegeben von der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Band 21, Akademie Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, S. 102 (Online, Seite nicht direkt aufrufbar, Seitenzahl eingeben) Erläuterungen, Abkürzungen und die zitierte Literatur sind hier zu finden: Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Band III – Apparat und Register, Bearbeitet von Ernst Eichler, Volkmar Hellfritzsch, Hans Walther und Erika Weber, in Reihe: Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, herausgegeben von der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Band 21, Akademie Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8 Die Bezeichnung „Günthersches Gut“ war lange gebräuchlich, um 1730 kam der Ortsname Neuheyda auf. Die Zahl der Häuser stieg, 1754 waren es 23. In seinem Kartenwerk vom Anfang des 18. Jahrhunderts verwendet Adam Friedrich Zürner die Bezeichnung Neueheyde.Adam Friedrich Zürner: Atlas Augusteus Saxonicus (Exemplar A), Karte vom Erzgebirgischen Kreis, 1711–1742, Beschreibung: XVIII, General-Charte von Gebürgischen Creisse. Des Churfürstenthums Sachsen Ertzgebürgischer Creis, worinnen enthalten die Aemter […], Datierung: 1711–1742. Link zur Karte in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Karl Gottlob Dietmann berichtet 1755, Neuheyda oder das sog. Güntherische Guth, so aus 23 Häusern bestehet seien nach Schönheide eingepfarrt.

Im Alphabetischen Verzeichnis aller Orte in Sachsen von 1791 heißt es: Neuheyde, Gebürgiger Creys, Amt Schwarzenberg, Amtssäßiges Gut mit einigen Häuslern, so circa Anno 1709 auf vererbte Räume angeleget worden, mit 6 Scheffel Feld, nebst Wiesewachs, hat 23 Häuser, wird das Günthersche Gut genannt.Alphabetisches Verzeichnis aller in dem Churfürstenthum Sachsen und in denen dazu gehörigen incorporirten Landen befindlichen Schrift- und Amtsäßigen, auch accisbaren großen und kleinen Städte, Aemter, Schlösser, Flecken, Rittergüther, Dörfer, Forwerge, Kirchspiele, Poststationen, Schäfereyen, Mühlen, Schenken, wüsten Marken, aller Berg-, Zechen-, Gruben-, Hütten-, auch Wald-, Forst- und Jagd-Gebäude, desgleichen Hohen Oefen, Schmelzhütten, Poch- und Hammerwerke, auch Pechhütten etc, desgleichen in welchen Creys, Amt oder Jurisdiction jedes gehörig, mit beygefügten Anmerkungen. Zweyte beträchtlich vermehrte und verbesserte Auflage. Mit Churfürstl. Sächß. gnädigstem Privilegio, In der Waltherischen Hofbuchhandlung, Dresden 1791, S. 366 (Digitalisat)

Friedrich Gottlob Leonhardi berichtete im dritten Band seiner „Erdbeschreibung der churfürstlich-sächsischen Lande“, der 1804 in dritter Auflage erschien: Neuheyde ein amtssässiges Freyguth mit 23 Häusern und 217 Einwohnern.Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande. Band 3, 3. Auflage, Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1804, S. 285, (online) Ein weiteres Ansteigen begann erst wieder Anfang des 19. Jahrhunderts.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide. Schönheide o. J. (1909), S. 306 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

mini|hochkant=1.4|August Schumann beschreibt Neuheide im Jahr 1820 August Schumann schrieb im 1820 erschienenen 7. Band seines Staats-, Post- und Zeitungslexikons von Sachsen: Neu-Heyde, Neuheide, ein Freigut, welches amtssässig ist, und ein Ort von gegen 25 Häusern und 220 Einwohnern, in dem Königreiche Sachsen, im Erzgebirgischen Kreise, im Amte Schwarzenberg, und nördlich nahe von Schönheide entfernt gelegen, wohin es auch eingepfarrt ist. mini|hochkant=1|Neuheide in einer Ansichtskarte von 1898 mini|hochkant=1|Blick auf Neuheide etwa 1910 Im fünften Supplementsband, dem 18. Band des Gesamtwerks, erschienen 1833 heißt es: Neuheide, Neuhayde liegt 3 St. SWlich v. Schneebg., 4 ½ St. v. Schwarzenbg. u. 1 ½ St. v. Eybenstock westl., 2 St. östl. v. Auerbach, am Filzbache (der in W, also im nahen voigtländ. Kr. quillt, u. ostwärts über Markerswinkel, ein abgesondrt. Th. v. Schönheide, in den untern Theil v. Schönheide hinabfließt), unfern dem SOlichen Fusse des Kühbergs, in wald. u. zum Th. mooriger Gegend. 1801 gab man 217 Consum. an; jetzt sind an 300 E. hier, worunter ein Oberförster u. ein Schullehrer; vergl. Schönheide. Das Gut besaß 1822 ein Hr. Günther, 1820 ein Hr. Sippach.

Albert Schiffner beschreibt Neuheide in seinem 1839 erschienenen „Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreichs Sachsen“: