Der Namazgjah () war ein Freiluft-Gebetsplatz (Namazgâh bzw. Musallā) in der mittelalbanischen Stadt Elbasan. Der für die örtlichen Muslime bedeutende Platz wurde für Gebete in großen Gruppen genutzt, existiert aber heute nicht mehr. Er befand sich im Süden der Innenstadt außerhalb der Festungsmauern.
In Richtung Mekka standen mehrere Objekte aus Stein, so ein Mihrab und Minbar mit Treppe. Das ganze Gelände war von einer Umfassung aus Stein und Holz umgeben. Auch ein Brunnen gehörte dazu.
Der Namazgjah von Elbasan gilt als erster solcher Gebetsplatz des Landes. Der Name leitet sich vom türkischen Wort namaz für das rituelle islamische Gebet ab. Evliya Çelebi berichtete von seinem Besuch in Elbasan im Jahr 1662, dass 57 Zypressen den Platz umgeben hätten. Er bezeichnete den Namazgâh als .
Auch später wurde der Namazgjah von Durchreisenden beschrieben;
Die – verbliebenen – Zypressen des Namazgjah wurden wiederholt von westlichen Besuchern gemalt und skizziert. Bekannt ist das Ölgemälde von Ludwig Hesshaimer, das er während des Ersten Weltkriegs erstellt hatte. Aus der gleichen Zeit stammt ein Bild von Leopold Forstner. Bereits Edward Lear hatte die Zypressen auf seiner Reise in den 1840er Jahren skizziert. Die Zypressen wurden Ende der 1970er Jahre gefällt.
Der Ort wurde im Jahr 1980 zum Kulturdenkmal erklärt, was die Zerstörung aber nicht verhindern konnte. Heute bezeichnen die Bewohner von Elbasan noch einen Stadtteil im Zentrum als Namazgjaja. Der eigentliche Platz ist nur noch in Andeutungen erhalten, an der Stelle befindet sich gegenwärtig ein Busbahnhof.
In der Nähe wurden kürzlich Reste einer osmanischen Burganlage gefunden, die älter ist als die erhaltene Festung.
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliges Kulturdenkmal Kategorie:Kulturdenkmal (Albanien) Kategorie:Bauwerk in Elbasan Kategorie:Osmanisches Bauwerk Kategorie:Islam in Albanien