Die Liste der Stolpersteine in Lutherstadt Eisleben enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Lutherstadt Eisleben verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Eisleben lebten und wirkten. Zwischen 2008 und 2022 wurden insgesamt 37 Steine an 16 Adressen verlegt.
Verlegungen 22. November 2008: drei Steine an einer Adresse 10. Juni 2009: zwei Steine an einer Adresse 26. Juli 2010: drei Steine an einer Adresse 9. November 2010: drei Steine an einer Adresse 25. Januar 2012: drei Steine an einer Adresse 8. Mai 2014: zwei Steine an einer Adresse 20. Juni 2015: zwei Steine an zwei Adressen 9. November 2016: zwei Steine an einer Adresse 19. Juli 2017: vier Steine an zwei Adressen 30. August 2018: ein Stein an einer Adresse 9. Mai 2019: ein Stein an einer Adresse 26. August 2020: zwei Steine an einer Adresse 16. Februar 2022: drei Steine an einer Adresse 17. Oktober 2022: sechs Steine für die Familie Burak in der Sangerhäuser Straße 16
Liste der Stolpersteine Adresse Datum der Verlegung Person Inschrift Bild Bild des Hauses Freistraße 23 (1882–1942) Julius Moses wurde in Eisleben geboren und arbeitete zunächst im Wollwaren-Geschäft seiner Eltern. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst weiter im elterlichen Geschäft und wechselte 1930 in ein Kaufhaus. Nach dessen „Arisierung“ wurde er spätestens im November 1938 entlassen. 1941 musste er mit seiner Familie in ein Judenhaus umziehen und Zwangsarbeit verrichten. Am 15. April 1942 mussten sie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie ins Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo Julius Moses gleich nach seiner Ankunft zwei Tage später ermordet wurde.Memorandum zur Verlegung der Stolpersteine für Johanna, Julius und Siegfried Moses vor ihrem letzten Wohnort in der Freistraße 23 in Eisleben. (PDF; 6,0 MB) Synagoge Eisleben, 25. Januar 2012.; abgerufen am 31. Juli 2014. Hier wohnte JULIUS MOSES Jg. 1882 deportiert 1942 Sobibor ermordet 3.6.1942 120px|Freistraße 23 geb. Wolff (1887–1942) Johanna Moses stammte aus Woldenberg (Neumark). 1941 musste sie mit ihrer Familie in ein Judenhaus umziehen und Zwangsarbeit verrichten. Am 15. April 1942 mussten sie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie ins Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo Johanna Moses gleich nach ihrer Ankunft zwei Tage später ermordet wurde. Hier wohnte JOHANNA MOSES geb. Wolff Jg. 1887 deportiert 1942 Sobibor ermordet 3.6.1942 (1925–1942) Siegfried Samuel Moses wurde in Eisleben geboren. 1941 musste er mit seiner Familie in ein Judenhaus umziehen und Zwangsarbeit verrichten. Am 15. April 1942 mussten sie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert. Bei einem Zwischenhalt in Lublin wurde Siegfried Samuel Moses von seinen Eltern getrennt und zum Arbeitseinsatz ins KZ Majdanek verbracht. Dort wurde er am 27. September 1942 ermordet. Hier wohnte SIEGFRIED SAMUEL MOSES Jg. 1925 deportiert 1942 Majdanek ermordet 27.9.1942 Geiststraße 6 (1882–1942) Alfred Katzenstein stammte aus Eisleben und arbeitete hier als Viehhändler. 1941 musste er mit seiner Frau in ein Judenhaus umziehen und Zwangsarbeit verrichten. Am 15. April 1942 mussten sie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.Memorandum zur Verlegung der Stolpersteine für Alfred und Pauline Katzenstein vor ihrem letzten Wohnort in der Geiststraße 6 in Eisleben. (PDF; 1,4 MB) Synagoge Eisleben, 8. Mai 2014.; abgerufen am 31. Juli 2014. Hier wohnte ALFRED KATZENSTEIN Jg. 1882 deportiert 1942 Izbicia ermordet 3.8.1942 Sobibor geb. Gutmann (1883–1942) Pauline Katzenstein stammte aus Niederwerrn. 1941 musste sie mit ihrem Mann in ein Judenhaus umziehen und Zwangsarbeit verrichten. Am 15. April 1942 mussten sie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Die beiden Töchter der Katzenbergs überlebten den Krieg. Hier wohnte PAULA KATZENSTEIN Jg. 1883 deportiert 1942 Izbicia ermordet 3.8.1942 Sobibor Lutherstraße 14 (1886–1944) Hier wohnte ERICH ROSENTHAL Jg. 1886 deportiert 1944 Auschwitz ermordet 11.10.1944 geb. Barnett (1903–1944) Hier wohnte FLORI ROSENTHAL geb. Barnett Jg. 1903 deportiert 1944 Auschwitz ermordet Okt. 1944 Lutherstraße 17 (1881–1942) Hier wohnte FRITZ FRIEDMANN Jg. 1881 Flucht 1939 Shanghai tot 13.10.1942 geb. Katzenstein (1886–) Hier wohnte GERTRUD FRIEDMANN geb. Katzenstein Jg. 1886 Flucht 1939 Shanghai (1922–1943) Hier wohnte ERNI ESTHER FRIEDMANN Jg. 1922 Flucht 1939 Shanghai tot 24.8.1943 Lutherstraße 25 (1877–1942) Gustav Mosbach stammte aus Hörde. Zwischen 1898 und 1901 war er als jüdischer Religionslehrer in Castrop-Rauxel und Westerkappeln tätig, von 1902 bis 1906 in Schönebeck (Elbe). 1925 kam er nach Eisleben und wurde dort Kantor der israelitischen Gemeinde. Während der Novemberpogrome 1938 wurde seine Wohnung demoliert und Gustav Mosbach in KZ Buchenwald verschleppt. 1941 mussten er und seine Frau in ein Judenhaus umziehen. Trotz seines Alters musste Gustav Mosbach Zwangsarbeit leisten. Am 15. April 1942 musste das Ehepaar in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.Im Blickpunkt: Gustav Mosbach (1877–1942). Synagoge Eisleben, 9. Januar 2009; abgerufen am 31. Juli 2014. Für die gemeinsame Tochter Charlotte (*15.08.1904, überlebt) wurde am 06.12.2018 in Willich ein Stolperstein verlegt. Hier wohnte GUSTAV MOSBACH Jg. 1877 deportiert 1942 Sobibor ermordet 3.6.1942 geb. Block (1880–1942) Hedwig Mosbach wurde in Westerkappeln geboren. 1941 mussten sie und ihr Mann in ein Judenhaus umziehen. Am 15. April 1942 musste das Ehepaar in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Hier wohnte HEDWIG MOSBACH geb. Block Jg. 1880 deportiert 1942 Sobibor ermordet 3.6.1942 Markt 15 (1866–1943) Hier wohnte HELENE SIMON Jg. 1866 deportiert 1943 Theresienstadt ermordet 16.3.1943 120px|Markt 15 Markt 32 (1893–?) Elsa Gumpert war die Tochter von Martha Gumpert. Sie emigrierte 1937 nach Clarens in die Schweiz. Ihr weiterer Lebensweg ist unbekannt.Rückblick: Die Stolpersteine für Martha und Elsa Gumpert. Synagoge Eisleben, 10. September 2020; abgerufen am 17. September 2020. Hier wohnte ELSA GUMPERT Jg. 1893 Flucht 1937 Schweiz geb. Schiff (1864–1942) Martha Gumpert wurde in Gröbzig geboren. In Eisleben betrieb sie ein Textilgeschäft, zunächst gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard und nach dessen Tod im Jahr 1919 allein. 1938 wurde das Geschäft „arisiert“. Martha Gumpert geriet dadurch in finanzielle Not und zog 1940 zu Verwandten nach Hannover. Von dort aus wurde sie am 23. Juli 1942 zunächst in Ghetto Theresienstadt deportiert und am 26. September 1942 weiter ins Vernichtungslager Treblinka verbracht, wo sie ermordet wurde. Hier wohnte MARTHA GUMPERT geb. Schiff Jg. 1864 deportiert 1942 Theresienstadt 1942 Treblinka ermordet Markt 39 (1891–1942) Ludwig Königsberger stammte aus Eisleben. Er studierte Rechtswissenschaft und arbeitete nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg in seiner Heimatstadt als Rechtsanwalt und Notar. Er war lange Zeit für die Rote Hilfe Deutschlands tätig. 1933 wurde ihm die Anwalts-Lizenz entzogen. Während der Novemberpogrome 1938 wurden er und seine Familie zum Straßen kehren gezwungen. Am 15. April 1942 musste die Familie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet.Stolpersteine für die Familie Ludwig Königsberger. Synagoge Eisleben, 22. November 2008; abgerufen am 31. Juli 2014. Hier wohnte DR. LUDWIG KÖNIGSBERGER Jg. 1891 deportiert 1942 Sobibor ermordet 3.6.1942 130px 120px|Markt 39 geb. Eckstein (1895–1942) Jenny Königsberger stammte aus Berlin. Während der Novemberpogrome 1938 wurden sie und ihre Familie zum Straßen kehren gezwungen. Am 15. April 1942 musste die Familie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Hier wohnte JENNY KÖNIGSBERGER Jg. 1895 deportiert 1942 Sobibor ermordet 3.6.1942 130px (1925–1942) Marietta Königsberger war die Tochter von Ludwig und Jenny Königsberger. Während der Novemberpogrome 1938 wurden sie und ihre Familie zum Straßen kehren gezwungen. Darüber hinaus wurden Marietta Königsberger die Haare abgeschnitten und sie mit einem Schild mit der Aufschrift „Ich bin eine Judensau“ zur Schau gestellt. Am 15. April 1942 musste die Familie in ein Altersheim nach Halle (Saale) umziehen. Am 1. Juni 1942 wurden sie deportiert und zwei Tage später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Hier wohnte MARIETTA KÖNIGSBERGER Jg. 1925 deportiert 1942 Sobibor ermordet 3.6.1942 130px Markt 47 (1896–1941) Hans Joachim Mendelsohn wurde in Eisleben geboren und diente im Ersten Weltkrieg als Soldat. 1929 übernahm er in seiner Heimatstadt ein Zigarrengeschäft. Ab Juni 1940 musste er in Halle (Saale) Zwangsarbeit leisten. Später zog er offenbar zur Familie seiner Frau nach Frankfurt. Von dort aus wurde er am 12. November 1941 ins Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet.Memorandum zur Verlegung der Stolpersteine für Lina, Hans Joachim und Gerhard Mendelsohn vor ihrem letzten Wohnort am Markt 47 in Eisleben. (PDF; 6,3 MB) Synagoge Eisleben, 9. November 2010.; abgerufen am 31. Juli 2014. Hier wohnte HANS JOACHIM MENDELSOHN Jg. 1896 deportiert 1941 Minsk ermordet 130px 120px|Markt 47 geb. Plaut (1900–1941) Lina Mendelsohn stammte aus Frankfurt am Main. Später zog sie offenbar zurück zu ihrer Familie nach Frankfurt. Von dort aus wurde sie am 12. November 1941 ins Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet. Hier wohnte LINA MENDELSOHN geb. Plaut Jg. 1900 deportiert 1941 Minsk ermordet 130px (1935–1941) Gerhard Mendelsohn wurde in Eisleben geboren 1940 zog er offenbar mit seinen Eltern zur Familie seiner Mutter nach Frankfurt. Von dort aus wurde er am 12. November 1941 ins Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet. Hier wohnte GERHARD MENDELSOHN Jg. 1935 deportiert 1941 Minsk ermordet 130px Markt 49 (1867–1942) Hier wohnte SIEGMUND ISENBERG Jg. 1867 deportiert 1942 Theresienstadt ermordet 23.12.1942 120px|Markt 49 Markt 54 (1859–1942)