Die Basketball-Europameisterschaft 2015 (offiziell: EuroBasket 2015) war die 39. Auflage dieses Turniers. Sie fand vom 5.–20. September in Deutschland, Frankreich, Kroatien und Lettland statt.Eight bid to host EuroBasket 2015, auf fibaeurope.com Zunächst war die Ukraine als Ausrichter bestimmt worden, nach den militärischen Unruhen in diesem Land wurde das Turnier jedoch neu vergeben.
Bei der Basketball-Europameisterschaft handelt es sich um einen alle zwei Jahre ausgetragenen Basketballwettbewerb zwischen europäischen Nationalmannschaften, der durch die in München ansässige FIBA Europa, dem Europäischen Basketballverband, organisiert wird.
Vergabe der Ausrichtung Zunächst gab es zwei Bewerbungen um die Ausrichtung der Europameisterschaft 2015, die Ukraine sowie eine gemeinsame Bewerbung von Deutschland, Frankreich, Italien und Kroatien. Kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung durch die FIBA Europa Mitte Dezember 2011 zog die Gemeinschaftsbewerbung diese jedoch zurück. Als Grund wurden unüberbrückbare Differenzen mit dem Kontinentalverband angegeben, der kurzfristig die Bewerbekriterien änderte und u. a. eine feste Sponsorenzusage in Höhe von vier Millionen Euro forderte. Folglich blieb die Ukraine als einziger Bewerber übrig, die dann auch am 18. Dezember 2011 den Zuschlag erhielt.fibaeurope.com: Ukraine will host Eurobasket 2015 (englisch)
Aufgrund der instabilen politischen Verhältnisse in der Ukraine, die bereits im November 2013 einsetzten, gab die FIBA Europa am 26. Februar 2014 bekannt, über die Ausrichtung der Europameisterschaft zu „diskutieren“fibaeurope.com: FIBA Europe discusses EuroBasket 2015 (englisch) und entschied schließlich am 13. Juni 2014 der Ukraine die Ausrichtung zu entziehen.fibaeurope.com: FIBA Europe relocates EuroBasket 2015 (englisch)
Im August 2014 bewarben sich acht Nationen, namentlich Kroatien, Finnland, Israel, Lettland, Polen, Frankreich, die Türkei und Deutschland um die Neuvergabe der Ausrichtung. Möglich waren Bewerbungen für eine Gruppe der Gruppenphase, eine Gruppe der Zwischenrunde und die Finalrunde, die Finalrunde oder das ganze Turnier. Am 8. September 2014 gab die FIBA Europa bekannt, dass erstmals eine Europameisterschaft in mehreren Ländern ausgetragen wird. Die Vorrunden finden in Deutschland, Frankreich, Kroatien und Lettland statt. Die Finalrunde wird in Frankreich gespielt.fibaeurope.com: Eurobasket 2015 Hosts announced (englisch)
Austragungsorte Die Gruppenspiele wurden in Berlin, Montpellier, Zagreb und Riga ausgetragen. Die Spiele der zweiten Runde sowie der Finalrunde im K.-o.-System wurden im Stade Pierre-Mauroy in Lille stattfinden.
Lille Frankreich Berlin DeutschlandStade Pierre-MauroyMercedes-Benz Arena Kapazität: 27.000 Kapazität: 14.500Zweite Runde, FinalrundeVorrundenspiele Gruppe B 250px|Stade Pierre-Mauroy 250px|Mercedes-Benz ArenaMontpellier FrankreichZagreb KroatienRiga LettlandPark&Suites ArenaArena ZagrebArena Riga Kapazität: 10.700 Kapazität: 16.500 Kapazität: 11.200Vorrundenspiele Gruppe AVorrundenspiele Gruppe CVorrundenspiele Gruppe D250px|Park&Suites-Arena250px|Arena Zagreb250px|Außenansicht der Arēna Rīga
Teilnehmer Bereits für die Europameisterschaft qualifiziert waren zunächst diejenigen Teams, die für die Basketball-Weltmeisterschaft 2014 in Spanien qualifiziert waren. Das sind die Teams, die bei der Basketball-Europameisterschaft 2013 die Plätze 1 bis 7 belegten. Zudem vergab die FIBA als Ausrichter der Weltmeisterschaft drei von vier Wildcards an europäische Teams. Für eine solche Wildcard hatte sich auch Deutschland beworben, die Bewerbung aber zurückgezogen, nachdem bekannt wurde, dass für eine erfolgreiche Bewerbung mindestens eine hohe sechsstellige Summe an die FIBA hätte überwiesen werden müssen. Nach Angaben der FIBA wurde die Wildcard u. a. auf Basis von Kriterien wie der Popularität der Sportart Basketball im jeweiligen Land, der Zusammenarbeit des jeweiligen Nationalverbandes mit der FIBA sowie der Vermarktungsmöglichkeiten der FIBA-Sponsoren im jeweiligen Land vergeben. Auch konnten die Verbände eine „Spende“ in freiwilliger Höhe an die FIBA entrichten. (englisch) Estland konnte sich in der ersten Runde der Qualifikation, die unter Teams ausgespielt wurde, die nicht an der Europameisterschaft 2013 teilgenommen hatten, den dort zu erspielenden Teilnahmeplatz sichern.
Insgesamt haben vor Beginn der zweiten Qualifikationsrunde elf Teilnehmer die Qualifikation zur Europameisterschaft erreicht. Durch die zweite Qualifikationsrunde wurden im August 2014 noch die fehlenden 13 Teilnehmer ermittelt, sodass die Europameisterschaft mit insgesamt 24 Teams abgehalten werden wurde.
Übersicht: Qualifizierung durch das Abschneiden bei der Europameisterschaft 2013: (Europameister), (Vize-Europameister), (Dritter Platz), (Vierter Platz), (Fünfter Platz), (Sechster Platz), (Siebter Platz)
Qualifizierung durch Vergabe einer Wildcard für die WM 2014: , ,
Qualifizierung durch Gewinn der 1. Qualifikationsrunde:
Qualifizierung durch Gruppengewinn oder als einer der sechs besten Gruppenzweiten der 2. Qualifikationsrunde: als Gruppensieger: , , , , , , als Gruppenzweiter: , , , , ,
Anmerkungen:
Qualifikation
Vorrunde In der Vorrunde spielten jeweils sechs Mannschaften in vier Gruppen gegeneinander. Der Sieger eines Spiels erhielt zwei Punkte, der Verlierer einen Punkt. Bei Punktgleichheit erfolgte die Platzierung durch Punktevergleich der direkten Begegnungen und, falls notwendig, durch Vergleich der Korbverhältnisse.
Am 8. Dezember 2014 wurden folgende Gruppen im Freizeitpark Disneyland in Paris ausgelost: Gruppe A (Montpellier, Frankreich)Gruppe B (Berlin, Deutschland)Gruppe C (Zagreb, Kroatien)Gruppe D (Riga, Lettland)
Gruppe A – Montpellier, Frankreich PlatzTeamSpieleSiegeNiederl.KörbePunkteKorbdiff. 1 5 5 0 407:335 10 +72 2 5 3 2 375:384 8 −9 3 5 3 2 367:352 8 +15 4 5 2 3 387:392 7 −5 5 5 1 4 379:374 6 +5 6 5 1 4 324:402 6 −78
5. September 2015 15:00 MESZ Polen – Bosnien und Herzegowina 68:64 5. September 2015 17:30 MESZ Israel – Russland 76:73 5. September 2015 21:00 MESZ Frankreich – Finnland 97:87 n. V. 6. September 2015 15:00 MESZ Russland – Polen 79:82 6. September 2015 17:30 MESZ Finnland – Israel 66:79 6. September 2015 21:00 MESZ Bosnien und Herzegowina – Frankreich 54:81 7. September 2015 15:00 MESZ Finnland – Russland 81:79 7. September 2015 17:30 MESZ Israel – Bosnien und Herzegowina 84:86 n. V. 7. September 2015 21:00 MESZ Frankreich – Polen 69:66 9. September 2015 15:00 MESZ Bosnien und Herzegowina – Finnland 59:88 9. September 2015 17:30 MESZ Polen – Israel 73:75 9. September 2015 21:00 MESZ Russland – Frankreich 67:74 10. September 2015 15:00 MESZ Finnland – Polen 65:78 10. September 2015 17:30 MESZ Bosnien und Herzegowina – Russland 61:81 10. September 2015 21:00 MESZ Israel – Frankreich 61:86
Gruppe B – Berlin, Deutschland PlatzTeamSpieleSiegeNiederl.KörbePunkteKorbdiff. 1 5 5 0 433:354 10 +79 2 5 3 2 448:411 8 +37 3 5 3 2 434:434 8 +0 4 5 3 2 429:459 8 −30 5 5 1 4 370:379 6 −9 6 5 0 5 368:445 5 −77
5. September 2015 15:00 MESZ Deutschland – Island 71:65 5. September 2015 18:00 MESZ Spanien – Serbien 70:80 5. September 2015 21:00 MESZ Italien – Türkei 87:89 6. September 2015 15:00 MESZ Serbien – Deutschland 68:66 6. September 2015 18:00 MESZ Island – Italien 64:71 6. September 2015 21:00 MESZ Türkei – Spanien 77:104 8. September 2015 14:30 MESZ Serbien – Island 93:64 8. September 2015 17:45 MESZ Deutschland – Türkei 75:80 8. September 2015 21:00 MESZ Spanien – Italien 98:105 9. September 2015 14:30 MESZ Türkei – Serbien 72:91 9. September 2015 17:45 MESZ Italien – Deutschland 89:82 n. V. 9. September 2015 21:00 MESZ Island – Spanien 73:99 10. September 2015 14:30 MESZ Serbien – Italien 101:82 10. September 2015 17:45 MESZ Deutschland – Spanien 76:77 10. September 2015 21:00 MESZ Türkei – Island 111:102 n. V.
Gruppe C – Zagreb, Kroatien PlatzTeamSpieleSiegeNiederl.KörbePunkteKorbdiff. 1 5 5 0 387:340 10 +47 2 5 3 2 359:343 8 +16 3 5 3 2 367:356 8 +11 4 5 2 3 369:364 7 +5 5 5 1 4 324:381 6 −57 6 5 1 4 355:377 6 −22
5. September 2015 15:00 MESZ Georgien – Niederlande 72:73 5. September 2015 18:00 MESZ Mazedonien – Griechenland 65:85 5. September 2015 21:00 MESZ Kroatien – Slowenien 80:73 6. September 2015 15:00 MESZ Niederlande – Mazedonien 71:78 6. September 2015 18:00 MESZ Slowenien – Georgien 79:68 6. September 2015 21:00 MESZ Griechenland – Kroatien 72:70 8. September 2015 15:00 MESZ Slowenien – Niederlande 81:74 8. September 2015 18:00 MESZ Georgien – Griechenland 68:79 8. September 2015 21:00 MESZ Kroatien – Mazedonien 73:55 9. September 2015 15:00 MESZ Griechenland – Slowenien 83:72 9. September 2015 18:00 MESZ Mazedonien – Georgien 75:90 9. September 2015 21:00 MESZ Niederlande – Kroatien 72:78 10. September 2015 15:00 MESZ Slowenien – Mazedonien 62:51 10. September 2015 18:00 MESZ Georgien – Kroatien 71:58 10. September 2015 21:00 MESZ Griechenland – Niederlande 68:65
Gruppe D – Riga, Lettland PlatzTeamSpieleSiegeNiederl.KörbePunkteKorbdiff. 1 5 4 1 360:336 9 +24 2 5 3 2 348:339 8 +9 3 5 3 2 370:342 8 +28 4 5 3 2 370:344 8 +26 5 5 1 4 316:374 6 −58 6 5 1 4 349:378 6 −29
5. September 2015 15:30 MESZ Tschechien – Estland 80:57 5. September 2015 18:30 MESZ Belgien – Lettland 67:78 5. September 2015 21:30 MESZ Litauen – Ukraine 69:68 6. September 2015 15:30 MESZ Estland – Belgien 55:84 6. September 2015 18:30 MESZ Lettland – Litauen 49:68 6. September 2015 21:30 MESZ Ukraine – Tschechien 64:78 7. September 2015 15:30 MESZ Litauen – Belgien 74:76 7. September 2015 18:30 MESZ Tschechien – Lettland 65:72 7. September 2015 21:30 MESZ Ukraine – Estland 71:78 9. September 2015 15:30 MESZ Belgien – Tschechien 64:66 9. September 2015 18:30 MESZ Lettland – Ukraine 74:75 9. September 2015 21:30 MESZ Estland – Litauen 62:64 10. September 2015 15:30 MESZ Ukraine – Belgien 71:79 10. September 2015 18:30 MESZ Lettland – Estland 75:64 10. September 2015 21:30 MESZ Tschechien – Litauen 81:85 n. V.
Finalrunde – Lille, Frankreich Die Finalrunde wurde im K.-o.-System in Lille, Frankreich ausgetragen.
Achtelfinale Spiel DatumTeam 1Team 2 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. Verl. Ergebnis Topscorer 61 12. September Spanien Polen 25:20 16:19 14:16 25:11 – 80:66 Pau Gasol 30 62 12. September Griechenland Belgien 16:15 18:16 23:11 18:12 – 75:54 Ioannis Bourousis, Pierre-Antoine Gillet je 14 63 12. September Frankreich Türkei 17:18 19:8 23:14 17:13 – 76:53 Nando de Colo 15 64 12. September Lettland Slowenien 20:20 22:20 13:12 18:14 – 73:66 Jānis Strēlnieks, Zoran Dragić je 17 65 13. September Serbien Finnland 23:24 25:19 23:21 23:17 – 94:81 Miroslav Raduljica 27 66 13. September Kroatien Tschechien 13:20 18:28 12:17 16:15 – 59:80 Jan Veselý 20 67 13. September Israel Italien 13:22 17:18 9:28 13:14 – 52:82 Alessandro Gentile 27 68 13. September Litauen Georgien 17:20 22:20 22:22 24:19 – 85:81 Jonas Mačiulis 34
Viertelfinale Spiel DatumTeam 1Team 2 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. Verl. Ergebnis Topscorer69 15. September Spanien Griechenland 14:14 25:18 16:25 18:14 – 73:71 Pau Gasol 2770 15. September Frankreich Lettland 21:25 19:13 16:7 28:25 – 84:70 Tony Parker 1871 16. September Serbien Tschechien 21:21 24:21 22:21 22:12 – 89:75 Jan Veselý 2372 16. September Italien Litauen 20:21 16:16 23:23 20:19 6:16 85:95 Jonas Valančiūnas 26
Halbfinale Spiel DatumTeam 1Team 2 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. Verl. Ergebnis Topscorer75 17. September Spanien Frankreich 17:20 15:13 16:23 18:10 14:9 80:75 Pau Gasol 4076 18. September Serbien Litauen 17:22 17:13 9:13 21:19 – 64:67 Miloš Teodosić 16
Spiele um Plätze 5–8 bzw. Teilnahme am World Olympic Qualifying Tournament