Im Schmerz geboren ist ein Fernsehfilm mit dem Ermittler Felix Murot aus der Krimireihe Tatort. Das Drehbuch schrieb Michael Proehl, Florian Schwarz führte Regie. Der vom Hessischen Rundfunk produzierte Beitrag ist der 920. Fall der Tatort-Reihe und lief bereits vor seiner Erstausstrahlung am 12. Oktober 2014 auf Filmfestivals, wo er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Der Film ist außerdem bis zur Episode Kammerflimmern (2025) als der Tatort mit den meisten Toten bekannt.

Handlungsüberblick Der Beginn der Handlung zitiert die Anfangsszene des Italowesterns Spiel mir das Lied vom Tod: Drei bewaffnete Männer stehen auf dem Bahnsteig eines einsamen Vorortbahnhofs. Als der Mann, auf den sie mit offenkundig feindseligen Absichten warten, aus einem Zug steigt, werden sie erschossen. Auf dem Überwachungsvideo erkennt die Polizei, dass aber nicht der Ankömmling geschossen hat. Dieser ist der einstige Polizeischüler Richard Harloff, vor 30 Jahren bester Freund des örtlichen LKA-Hauptkommissars Murot, der damals mit ihm dieselbe Frau in einer offenen Dreierbeziehung liebte. Harloff wurde damals wegen eines Drogenvergehens aus dem Polizeidienst entlassen und ging mit der Frau nach Bolivien, wo er zu einem mächtigen Drogenbaron wurde.

Auf Veranlassung Harloffs und unter Beteiligung seines vermeintlichen Sohnes David, eines Scharfschützen, der auch die Männer am Bahnhof erschoss, geschehen weitere Morde. Durch diese kann Harloff nicht nur Rache an einem alten Feind üben, sondern auch dessen Verbrecherorganisation übernehmen; es kann ihm jedoch nichts nachgewiesen werden.

Murot versucht unterdessen, die Mordserie zu stoppen, und muss erkennen, dass es sich um einen großangelegten Racheakt des psychisch kranken Harloff gegen ihn persönlich handelt. In dessen Verlauf kommen etwa 50 Menschen zu Tode, die meisten in einer von Harloff zum Selbstzweck angezettelten Massenschießerei zwischen seinen Gangstern und einer Sondereinheit der Polizei.

Es stellt sich heraus, dass Harloff den Kommissar dazu bringen möchte, David zu töten. Dieser ist nämlich in Wahrheit Murots Sohn, bei dessen Geburt die Mutter starb. Hierüber verlor Harloff den Verstand, er zog David nur groß, um ihn irgendwann auf seinen leiblichen Vater zu hetzen. David und Harloff finden den Tod, doch verbirgt man vor Murot, wessen Sohn David war.

Handlung mini|Dreharbeiten im Bf Bad Nauheim Nord, im Film Wiesbaden-Erbenheim

Ein Mann kommt auf dem Bahnhof Wiesbaden-Erbenheim an und wird dort von drei jungen Männern empfangen. Diese wollen ihn offensichtlich töten, doch bevor sie ihre Waffen ziehen können, werden alle drei von einem Unbekannten erschossen. Der Mann, der eigentlich sterben sollte, verlässt den Bahnhof ungerührt. Als Hauptkommissar Murot am Tatort eintrifft, erkennt er in den Leichen die drei Söhne des Werkstattbesitzers und Gangsterbosses Bosco. Die Tat war minutiös geplant worden, der Stationsvorsteher war mittels einer Injektion außer Gefecht gesetzt worden, die Überwachungskameras bis auf einige Sequenzen der Bahnsteigkameras ausgeschaltet. Auf dem Video ist zu sehen, dass nicht der Mann, sondern ein Schütze, der nicht im Bild ist, die Bosco-Brüder erschossen hat. Bosco scheint nicht sehr überrascht, als Murot ihm die Todesnachricht überbringt. Er bestreitet, seine Söhne zum Bahnhof geschickt zu haben.

Als ein Standbild aus dem Überwachungsvideo vergrößert wird, erkennt Murot in dem Mann Richard Harloff, seinen ehemals besten Freund von der Polizeischule, mit dem er und auch die Jugendliebe Mariella in einer Art Ménage à trois zusammengelebt haben. Ein mehrfach wiederkehrendes Symbol dieser Tatortfolge, den traditionell mit Unheil assoziierten Totenkopfschwärmer, trägt Mariella als Tattoo; in einer Liebesszene der Drei erwacht er symbolisch zum Leben. Die Freundschaft endete damals, als Harloff eine größere Menge Marihuana unterschlug. Er war daraufhin mit der gemeinsamen Jugendliebe nach Bolivien ausgewandert und dort zum Drogenbaron aufgestiegen. Murot kann, wie von Harloff erwartet, das Hotel ausfindig machen, in dem dieser abgestiegen ist. Harloff gibt sich ahnungslos und führt an, er habe die Drogengeschäfte aufgegeben und kooperiere mit den Behörden im Kampf gegen Drogen. Als Murot ihn trotzdem mitnehmen will, reagiert er gelassen und zeigt seinem alten Freund seinen Diplomatenpass. Harloff bittet Murot zu einem längeren Gespräch, in dem er ihm erzählt, dass er seinerzeit das Marihuana unterschlagen habe, um der kranken Mutter ihrer Freundin Mariella in Bolivien zu helfen. Nachdem er von der Polizeischule verwiesen worden sei, sei er mit ihr in ihre Heimat gegangen. Dort hätten sie die Mutter bis zu deren Tod gepflegt, ein Jahr später sei die Freundin bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes David gestorben, den Harloff dann alleine großgezogen habe. Indirekt gibt er zu, dass er etwas mit den Toten am Bahnhof zu tun hätte. Zum Abschied meint Harloff zu Murot, dass die Vergangenheit trotz der langen Zeit, die seither verstrichen sei, sie noch immer verbinde.

David, der sich in Südamerika als skrupelloser Killer betätigt hat, ist von dort über Frankreich nach Deutschland gereist; Murot allerdings vermutet ihn noch in Frankreich. Richard Harloff taucht derweil bei Bosco auf und präsentiert ihm gefälschte Kaufverträge, nach denen Bosco seine Werkstatt an Harloff verkauft und im Gegenzug ein Anwesen in Bolivien gekauft habe. Dann lässt er Bosco töten und seine Leiche von Boscos Leuten beseitigen. Murot sucht Brüggemann, einen ehemaligen Ausbilder von ihm und Harloff, im Krankenhaus auf und befragt ihn zu diesem. Brüggemann erzählt, dass der Polizeischüler René Hendry damals die Schulleitung über die Verbindung Harloffs mit dem Verschwinden der Drogen informiert hat. Harloff wurde daraufhin beschattet und führte die Drogenfahnder so zu zwei Nachwuchsdealern. Diese machten einen Deal mit der Staatsanwaltschaft und gingen straffrei aus, indem sie ihren Boss und Harloff als Täter ans Messer lieferten. Einer der beiden Dealer war Bosco, der andere Franz Oswald, der heute als Waffenhändler arbeitet.

Murot sucht Oswald auf, doch der hat keine Angst vor Harloff. Kurz nachdem Murot sein Büro verlassen hat, meldet sich Harloff bei ihm. Murot sucht David Harloff auf, den die Polizei mittlerweile ausfindig machen konnte. Er erzählt ihm von der Dreierbeziehung mit seinen beiden Eltern. Richard Harloff hört und sieht das Gespräch über Kameras mit, was keiner der beiden weiß. David Harloff gibt sich ahnungslos ob der Pläne seines Vaters. Nach dem Gespräch trifft David seinen Vater, der einen Überfall auf die Spielbank plant, und fragt ihn, warum er ihm nie von Murot und der Dreiecksbeziehung erzählt habe, doch Richard meint nur, dass er einen falschen Eindruck von seiner Mutter vermeiden wollte. Vater und Sohn fahren zu einem Treffen mit Oswald, von dem sie die Waffen für den Überfall kaufen wollen. Oswald hat sich mit Leibwächtern eines russischen Geschäftspartners vor Harloff abgesichert, dieser sagt ihm zu, dass er ihm nichts tun werde. Nachdem der Waffendeal über die Bühne gegangen ist, eröffnet er Oswald allerdings, dass er dessen russischen Geschäftspartner darüber informiert habe, dass Oswald vor zehn Jahren ein Geschäft verpatzt habe, woraufhin der Lieblingsneffe des Russen bei einer Schießerei ums Leben gekommen sei. Daraufhin töten die russischen Leibwächter Oswald, während Harloff unbeteiligt zusieht.

Unterdessen informiert Murots Kollegin Wächter Murot, dass René Hendry, der nach seiner Ausbildung zur Pariser Polizei gewechselt war, dort seit fünf Tagen verschwunden ist. Die Harloffs hielten sich zu der Zeit dort auf. Als Murot nochmals auf Harloff trifft, erklärt ihm dieser, dass er, Murot, an allem schuld sei und seine Schuld erkennen müsse. Dann würde Harloff sein Spiel beenden. Harloff trifft sich am nächsten Tag mit einer jungen Kollegin von Murot, die dieser auf ihn ansetzen wollte. Er eröffnet ihr, dass er wollte, dass Murot sich in sie verliebe, um sie anschließend zu töten, damit Murot den Schmerz fühle. Harloff tötet sie und schiebt ihr Fotos seiner Männer von den Vorbereitungen zum Spielbanküberfall unter, damit die Polizei diese bei ihr findet. Der Plan geht auf und die Beamten lassen die Spielbank überwachen, weil sie glauben, dass ihre junge Kollegin die Vorbereitungen in Erfahrung gebracht habe. Wächter informiert Murot, dass die französischen Kollegen Hendry im Keller seines Hauses tot aufgefunden haben, er war gefoltert worden und ist verblutet. An die Kellerwand wurde mit Hendrys Blut ein Spruch geschrieben, mit dem Murot Harloff damals aufgezogen hatte. Harloff bereitet seine Leute auf den Spielbanküberfall am nächsten Tag vor; er gibt den Leuten ein Mittel, angeblich ein pflanzliches Mittel zur Beruhigung und Aufmerksamkeitssteigerung. Donny, genannt Caliban, die ehemals rechte Hand von Bosco, erkennt, dass es sich bei dem Mittel um aufputschende Drogen handelt; offensichtlich will Harloff die Leute zu unter Drogen stehenden Berserkern machen. Er sagt Harloff auf den Kopf zu, dass er gar nicht die Spielbank überfallen, sondern ein Massaker mit der Polizei provozieren wolle. Harloff bietet ihm Geld an, erzählt ihm dann bei einem Glas Wein, dass David nicht sein, sondern Murots Sohn ist. Weil seine Freundin bei der Geburt von Murots Sohn ums Leben gekommen sei, solle Murot töten, um zu leben. Damit will er Murot bestrafen und leiden lassen. Anschließend tötet Harloff den Mann, damit dieser das Wissen über seine Motive mit ins Grab nimmt.

Wächter beobachtet vor Harloffs Werkstatt die Vorbereitungen und die Abfahrt von Harloffs Leuten zur Spielbank, wird dann aber von Harloff gefangen genommen. Der Beamte Werner, der die Werkstatt beobachtet, wird von Harloff erschossen. Dann ruft er von Wächters Smartphone aus Murot an und kündigt an, Wächter zu erschießen, David stellt sich allerdings dazwischen. Harloff erzählt über Funk seinen unter Drogen stehenden Leuten, dass sie in einen Hinterhalt geraten seien und sie das Feuer eröffnen sollten. Eine Gruppe lotst er zum Einsatzwagen, in dem Murot sitzt. Dann stört er die Übertragung in Murots Wagen, so dass Murot und seine Kollegen nicht mitbekommen, was draußen geschieht. Es kommt zu einer blutigen Schießerei, in der auch Murot eingreifen und Gangster töten muss. Zurück bleibt ein Schlachtfeld vor der Spielbank, auf dem vier Polizisten und 36 Leute von Harloff ums Leben gekommen sind. Drei weitere Menschen sind so schwer verletzt, dass sie wohl sterben werden. Harloff erklärt David, dass Murot gleich in der Werkstatt eintreffen werde und weist ihn an, Murot zu erschießen. Harloff hat eine Videobotschaft für Murot vorbereitet, Wächter schließt daraus, dass nicht Murot getötet werden soll, sondern David. Weiter schließt sie, dass nicht er Davids Vater ist, sondern Murot, was Harloff zugibt. Er habe David nur großgezogen, damit Murot ihn tötet. Er holt aus, dass er David direkt nach der Geburt töten wollte, nachdem seine Freundin gestorben war. Ihm sei sofort klar gewesen, dass das Kind von Murot war, und er habe es beim ersten Schrei nach Liebe oder Nahrung töten wollen. Doch das Kind schrie nicht, so dass er seinen langfristigen Racheplan entwickelte.