Wangen-Brüttisellen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Uster des Kantons Zürich in der Schweiz. Bis 1976 wurde die Gemeinde offiziell Wangen (ZH) genannt.

Geographie Wangen-Brüttisellen liegt im Glatttal im nördlichen Teil des Bezirks Uster. Während der Ortsteil Brüttisellen praktisch komplett mit Zürichs Vororten Dietlikon und Wallisellen zusammengewachsen ist, wo sich insbesondere grosse Einkaufszentren mit modernen Wohnüberbauungen abwechseln, hat Wangen mit seinen Fachwerkbauten seinen ländlich-bäuerlichen Charakter im Dorfkern bewahrt. In Wangen befindet sich der geografische Mittelpunkt des Kantons Zürich.

Geschichte Das Dorf wurde 1148 erstmals als Britisseldon und danach ab 1242 als Wangen apud Glatto erwähnt.

Ein Grabhügel aus der Hallstattzeit (800–500 v. Chr.), der Wieslistein in Wangen und römische Funde im Gebiet Lindenbuck bei Brüttisellen zeugen von früher Besiedelung der Gegend.

1192 wurde Wangen von den Toggenburgern an die Johanniterkomturei Bubikon zu deren Gründung geschenkt. Brüttisellen, welches im 13. Jahrhundert Sitz eines Rittergeschlechts war, soll später gegenüber Rapperswil zinspflichtig geworden sein. Von 1534 bis 1541 war der Reformator Ulrich Bolt Pfarrer in Wangen. Im Jahr 1618 verkaufte das in Geldnöte geratene Bubikon seine Wangemer Gerechtigkeit an Zürich, und die niedere Gerichtsbarkeit ging an den Landvogt von Kyburg.

Die beiden Ortsteile Wangen und Brüttisellen bilden seit 1831 eine politische Gemeinde.

Seit Anfang 2009 verfügt die schweizerische Flugsicherungsgesellschaft Skyguide über einen grossen Standort am Rand von Wangen zwischen dem Brüttiseller Kreuz und dem Militärflugplatz Dübendorf.

Wappen mini|links|75px|Wappen vom Ortsteil Brüttisellen Blasonierung: In Silber ein beblätterter grüner Hanfstängel mit goldenem Blütenstand.

Der Hanfstängel ist seit dem Beschluss der Gemeindeversammlung vom 14. Dezember 1934 das Wappen von Wangen-Brüttisellen.

Die Brüttiseller «Rose»

Im Jahr 1384 soll Brüttisellen an die Toggenburger gekommen sein. Als das Dorf im Mittelalter von der Pest heimgesucht wurde, sollen nur zwei Schwestern überlebt haben. Diese heirateten später nach Rapperswil, wodurch Brüttisellen dem «Rosenstädtchen» zinspflichtig geworden sei.

Der Wangemer «Hanfstängel»

Im Jahr 1743 zeigt das Lexikon von Meiss als Wangemer Wappen in Rot einen grünen Laubbaum – wohl eine Linde – auf grünem Grund. In der Gemeinde Brüttisellen liess sich dieses Wappenbild als Steinhauerarbeit von 1826 über der Türe des Schulhauses Massjuchert nachweisen. Das Zeichen wurde im Jahr 1886 noch auf der Feuerwehrspritze angebracht. Damals hatte aber bereits ein zweites Wappenbild Verbreitung gefunden: ein grüner Hanfstängel in silbernem Feld. Die Darstellung geht wohl auf die Wappentafel von Krauer um 1860 zurück und erscheint nur wenig später auf der Männerchorfahne. Da Lindau die Linde führen wollte, entschied sich die Gemeindeversammlung Wangen am 14. Dezember 1934 für das Wappen mit dem Hanfstängel.

Bevölkerung

+ Bevölkerungsbestand im 2025 lt. kantonalen AngabenBevölkerung (Pers)8'256Bevölkerung: Heimat Schweiz (Pers)5'923Bevölkerung: Heimat Ausland (Pers)2'333Ausländeranteil (in %)28,26Bevölkerung: Frauen (Pers)4'029Bevölkerung: Männer (Pers)4'227Bevölkerungsdichte (Einw./km²)1'042

Politik Gemeindepräsidentin ist seit 2026 Ruth Dettwiler (FDP, Stand 2026).

+ Mitglieder des Wangen-Brüttiseller Gemeinderats (2026–2030) Name Amtsantritt Funktion Partei Ruth Dettwiler 2022 Gemeindepräsidentin / Präsidiales und Kultur FDP Uwe Betz-Moser 2013 Schulpräsident (Ressort Bildung) ForumFélicie Bozzone2026Bau und SicherheitForum Marco Gamma 2014 Planung und Liegenschaften / 1. Vizepräsident FDP Martin Kull 2018 Finanzen / 2. Vizepräsident Forum Simon Wüst 2026 Gesellschaft und Soziales SVP

Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Wangen-Brüttisellen (in Klammern Veränderung in Prozent gegenüber 2019): SVP 39,04 % (+2,95), FDP 14,89 % (−1,70), SP 12,95 % (−0,25), glp 12,66 % (−2,17), Mitte 8,88 % (+2,86), Grüne 5,08 % (−3,36), EVP 1,73 % (−0,07), EDU 1,48 % (−0,04).

Wirtschaft Wangen-Brüttisellen hat sich seit 1980 stark wirtschaftlich entwickelt, insbesondere durch die günstige Verkehrslage am Autobahnkreuz A1/A15 Oberlandautobahn. Während Wangen seinen landwirtschaftlichen Charakter teilweise bewahrt hat, ist Brüttisellen durch zahlreiche Wohn- und Gewerbebauten vorstädtisch geprägt und Sitz vieler Unternehmen, darunter Coca-Cola HBC Switzerland und weiterer namhafter Firmen. Auch dürfte Wangen-Brüttisellen unmittelbar angrenzend vom geplanten Innovationspark Zürich (Dübendorf) profitieren. Die Gemeinde profitiert von anhaltender Bautätigkeit und bleibt durch die revidierte Bau- und Zonenordnung für neue Betriebe attraktiv. Das geplante Sportzentrum Zürich mit einem Investitionsvolumen von 65 Mio. Franken wird ab 2026 zusätzliche wirtschaftliche Impulse bringen.

Das Bauprojekt «Brüttiseller Tor» in Brüttisellen umfasst 181 Wohnungen sowie Flächen für Gewerbe, Büros und Restaurants. Das Investitionsvolumen beträgt hier rund 150 Millionen Franken. Der Baustart war Anfang 2025, die Bauzeit ist auf etwa vier Jahre angesetzt. Die Umsetzung übernimmt Allreal als Generalunternehmerin.

Sehenswürdigkeiten

Bilder

Persönlichkeiten Ulrich Bolt († unsicher, nach 1541), reformierter Pfarrer Celestino Piatti (1922–2007), Grafiker, Maler und Buchgestalter Albert Herger (1942–2009), Radrennfahrer

Literatur Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 66). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 1978, ISBN 3-7643-0991-1, S. 583–604.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Wangen-Brüttisellen Statistische Daten des Kantons zur Gemeinde Wangen-Brüttisellen Auslegeordnung von bedeutsamem Kulturerbe der Gemeinde Wangen-Brüttisellen

Einzelnachweise

Wangen-Bruttisellen Wangen-Bruttisellen Kategorie:Ersterwähnung 1148