Langenreuth (oberfränkisch: Langa-ratJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 30. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „langɒrāt“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Pegnitz im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Langenreuth liegt in der Gemarkung Zips.

Geografie Das Dorf liegt in einer Rodungsinsel auf einem Hochplateau der Fränkischen Schweiz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schnabelwaid zur Kreisstraße BT 22 (2,4 km nördlich) bzw. nach Zips zur Bundesstraße 2 (1,4 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1433 als „Langenreut“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort -reuth lässt darauf schließen, dass der Siedlungstätigkeit eine Rodung vorausgegangen war. Die Rodungsform war gemäß dem Bestimmungswort länglich.J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 30.

Langenreuth unterstand zuzeiten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation dem brandenburg-bayreuthischen Oberamt Creußen. Von 1791/92 bis 1810 waren das preußische Justiz- und Kammeramt Pegnitz die übergeordneten Institutionen. Danach kam die gesamte Region an das Königreich Bayern.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Langenreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Schnabelwaid und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Zips zugewiesen. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Langenreuth am 1. Mai 1978 in die Stadt Pegnitz eingegliedert.

Baudenkmäler Herrnweg 1: Wohnstallhaus

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 113 136 146 149 122 132 180 133 121 110HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 23 23 22 23 25 30Quelle

Religion Langenreuth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Michael (Lindenhardt) gepfarrt.

Eisenerzbergbau Langenreuth Bei Langenreuth wurde Eisenerz über Tage abgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurden dort sowjetische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt. Ein Einsatzkommando der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Regensburg überprüfte am 29. November 1941 das russische Arbeitskommando mit einer Gesamtstärke von 23 Kriegsgefangenen. Acht der Gefangenen wurden als „unbrauchbare Elemente ausgesondert“, am 17. Dezember 1941 in das Konzentrationslager Flossenbürg gebracht und dort umgebracht.

Der Pegnitzer Bürgermeister regte am 17. Dezember 2013, dem Jahrestag der Ermordung, anlässlich einer kleinen Gedenkstunde die Aufstellung eines Gedenksteins für die namentlich nicht bekannten Opfer an. Eine Mehrheit der Bewohner Langenreuths votierte in der Folgezeit jedoch gegen dieses Vorhaben.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ortsteil von Pegnitz (Stadt) Kategorie:Ersterwähnung 1433