Le Tartre [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Tartréens, resp. Tartréennes genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Le Tartre ist die kleinste Gemeinde im Arrondissement Louhans und liegt etwas über der Mitte des Arrondissements am Ostrand und stößt mit seiner Ostgrenze an das Département Jura. Sie liegt 18 Kilometer südsüdöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 16,4 Kilometer nordöstlich von Louhans-Châteaurenaud.
Im Norden grenzt Le Tartre an die Gemeinde Bosjean, im Osten an die jurassische Gemeinde Cosges, im Süden an Frangy-en-Bresse und schließlich im Westen an Sens-sur-Seille.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa 15 % im Bourg, der Rest in Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 33 Hektar bewaldete Flächen auf, was 8,7 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 99 % Laubwald und 1 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Nordwesten – Les Ripes de Bure – und im Nordosten – Les Grands Closeaux. Dabei bestehen auch einige Pappelplantagen.
In der Gemeinde werden 291,7 Hektar (etwa 76,2 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 12,4 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 26 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 26 % wird Weichweizen, auf rund 28 % Körner- und Silomais und auf 6 % Raps angebaut.
Die Gemeinde Le Tartre weist einige Besonderheiten auf. Auffällig ist die Grenzziehung im Süden der Gemeinde: die Grenze wirkt wie mit dem Lineal gezogen und liegt in einer Ebene, die von Entlastungskanälen durchzogen ist. Diese Ebene wirkt im Übrigen wie ein Eingangstor in die Bresse. Aus dem Jura bringen Seille und Seillette ihr Wasser. Mit verschiedenen Kanälen wird versucht, den Wassermassen Herr zu werden. Nördlich dieser Ebene auf 187 Meter, steigt das Gemeindegebiet verhältnismäßig steil an bis auf 211 Meter. An diesem Hang im Osten des Gemeindegebietes liegt der Bourg, der wiederum fast zusammengebaut ist mit dem Weiler Sottessard von Cosges.
Gewässer In der Gemeinde finden sich keine Stehenden Gewässer.
Als wichtigstes Fließgewässer ist La SeilleLa Seille, Länge 100,51 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr zu nennen, die aus der Gemeinde Cosges in zwei Armen in die Gemeinde fließt. Westlich des Bourg vereinen sich die beiden Arme und bei Pré Barras verlässt die Seille das Gemeindegebiet nach Frangy-en-Bresse. Verkehrswege Von Westen zieht sich die Départementsstraße D970 in West-Ost-Richtung durch die Gemeinde. Sie zieht nördlich des Bourg vorbei um gleich danach die Gemeinde nach Cosges zu verlassen. Diese Straße folgt dem Trassee der Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Lons-le-Saunier verband. Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Chassignole, Fontenelle, Gommerand, Moulin-du-Tartre, La Noue, Le Part, La Tuilerie. Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil von Le Tartre weist einige Besonderheiten auf. Es verläuft entlang der Ostgrenze der Gemeinde von Norden nach Süden. Es beginnt auf 194 Metern Höhe und verläuft durch unbewohntes Gebiet. Nach einem Anstieg auf 207,5 Meter fällt es ab bis 198 Meter, um gleich wieder anzusteigen. Auf 207 Metern verläuft die Départementsstraße D970, die alte Römerstraße nach Lons-le-Saunier. Am höchsten Punkt liegt die Motte einer ehemaligen Burg auf 212 Metern Höhe. Am Südhang klebt der Bourg, zwischen 202 und 207 Metern und am Fuß des Abhangs folgt bereits der Nordast von La Seille. Etwas weiter in der Ebene auf 187,8 Metern fließt der Südast der Seille und letztlich der schnurgerade Entlastungskanal.
Klima Das Klima in Le Tartre ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,8 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 °C, der kälteste der Januar mit 3,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Der Ort wird erstmals 1294 erwähnt im Zusammenhang mit einem Pierre du Tartre. Der Tertre, als Bezeichnung für einen Hügel, befindet sich beim Ortszentrum und dürfte Namensgeber für die Gemeinde sein.
Geschichte Die Gemeinde entstand zwischen der alten Römerstraße, die vom Pont d’Étalet nach Villevieux führte, und der Seille im Süden. Der Ort entwickelte sich um das Schloss, von dem noch eine Motte sichtbar ist (12 Meter lang und 4 Meter hoch) und als Tertre (deutsch: Anhöhe, Hügel) bezeichnet wird. Um 1250 gehörte Le Tartre zu Bosjean und war damit ein Lehen der Herren von Vienne. Lehensnehmer seit dem 14. Jahrhundert war eine Familie, die den Namen des Ortes annahm. Guy du Tartre war 1361 der 22. Abt des Klosters Miroir (Zisterzienserkloster), Guillaume du Tartre war 1622 Generalintendant der Gendarmerie des Burgunds und damit Hofbeamter des spanischen Königs. 1561 erwirbt Jean Bouton Teile der Herrschaft, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts an die Familie Hébert übergehen. Im 17. Jahrhundert wurde die Familie Bernard de Saint-Aubin Besitzerin, zur Zeit der Revolution Marquis Bernard de Sassenay, Vicomte von Chalon-sur-Saône, Baron von Tartre, Herr von Perrey, Le Deffend, Chemenod, Saint-Aubin, Hauptmann eines Dragonerregiments. Am Ende des 18. Jahrhunderts machte Madame de Courteille, Gräfin von Bosjean, ihre Rechte geltend. 1636 wurde das Schloss durch die Comtois verwüstet und 1793 ganz zerstört. An einem Seitenarm der Seille entstand kurz nach dem Schloss die herrschaftliche Mühle, die 1806 neun Mühlräder (vier unterschlächtige und fünf oberschlächtige) aufwies und bis 1966 bestand. 1856 bestand nebst der Mühle noch eine Ölmühle und eine Ziegelei. 1870 war der Glockenturm der Michaels-Kirche noch mit Stroh gedeckt, die Mairie-École entstand 1903, die Brücke im Weiler Gommerans 1905. 1988 bestanden noch 9 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren vom Tartre Die Herrschaft gehörte einer Familie, die sich nach dem Ort benannte. Die Herren von Tartre besaßen ein Schloss, das etwas erhöht lag und eine weite Sicht über die Bresse bot. Später ging das Lehen an die Barone von Bosjean über, im 18. Jahrhundert gelangte es an Bernard de Saint-Aubin, die Gerichtsbarkeit verblieb jedoch bei Bosjean.1789 war das Lehen im Besitz von Marquis Bernard de Sassenay, Vicomte von Chalon, Baron vom Tartre, Herr von Perrey, Le Deffend, Chemenot, Saint-Aubin, Hauptmann eines Dragonerregiments. Ihr Schloss wurde während der Revolution zerstört, der Standort ist jedoch noch leicht zu erkennen, er befindet sich nordwestlich der Kirche. Bei Grabarbeiten sei der Zugang zu einem Keller gefunden worden, der einen direkten Gang zur Kirche aufgewiesen habe. Aus der Familie stammten mehrere Berater am Parlement von Burgund, aber auch Claude Bernard (* 26. Dezember 1588, † 23. März 1641), der als le pauvre prêtre und Wohltäter der Armen in die Geschichte einging. Heraldik Die Gemeinde Le Tartre benutzt das Wappen, das auf Antoine-Joseph du Tartre de Laubespin zurückgeht. Das Wappen ist noch sichtbar über der Eingangstür der Kirche. Blasonierung des Wappens: In Blau zwei Barben abgewendet in Silber, begleitet von vier silbernen Kreuzen, eines im mittleren Hauptstück, zwei in den Flanken und eines im Wappenfuss.
Bevölkerung mini|Kirche Saint-Michel von Le Tartre
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %109545576,4
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen, wobei 41 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 31 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter sind. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 1999696711+15,0 % = 9 WE davon Hauptwohnsitz 54Zweit- oder Ferienwohnsitz9vakant6
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde befinden sich nebst der Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes GewerbeBaugewerbe4Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1Information und KommunikationFinanz- und Versicherungsdienstleistungen1Grundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen1Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und SozialwesenSonstige DienstleistungenLand- und Forstwirtschaftsbetriebe1 In der Gemeinde befinden sich ein Bauunternehmen, ein Bauhandwerksbetrieb, eine Schreinerei/Zimmerei, ein Installateur und eine Gîte. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner weitgehend in Saillenard und in Saint-Germain-du-Bois.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Le Tartre Crème et beurre de Bresse, Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.
Bildungseinrichtungen Le Tartre verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet. Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.
Literatur
Weblinks
Siehe auch Geschichte der Bresse Römerstraßen in der Bresse Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté