Abramowo (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad im Rajon Krasnosnamensk. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk.

Sowohl vom ehemaligen Klein Rudminnen/Kleinruden als auch vom ehemaligen Dickschen/Lindbach ist kaum noch etwas vorhanden (ein bzw. zwei Anwesen, Stand 2021). Einige Anwesen gibt es im Bereich des vor 1945 Abbau II genannten Bereichs, der damals zu Groß Rudminnen/Wietzheim – heute ein Teil von Bobrowo – gehörte. Dort befindet sich auch ein Betrieb (Balttorf), der Torf aus dem Boloto Welikoje (deutsch: Kacksche Balis, amtlich: Torfmoor Königshuld) abbaut.

Geographische Lage Abramowo liegt an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508) acht Kilometer westlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg). Die Häuser des ehemaligen Dickschen/Lindbach befinden sich etwa zwei Kilometer nördlich an zwei etwa 600 Meter voneinander entfernt liegenden Stellen nahe der Szeszuppe.Denkbar erscheint auch, dass diese heute zu Bobrowo gehören.

Geschichte Klein Rudminnen (Kleinruden)

mini|Die Landgemeinde Klein Rudminnen auf einem Messtischblatt von 1927 Klein Rudminnen (auch als Szirnuppen bekannt) war im 18. Jahrhundert ein kölmisches Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 134. Im Jahr 1854 wurde die Besitzung Brödlaugken () an Klein Rudminnen angeschlossen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Tuppen Im Jahr 1874 kam die Landgemeinde Klein Rudminnen zum neu gebildeten Amtsbezirk Tuppen im Kreis Pillkallen. 1938 wurde Klein Rudminnen in Kleinruden umbenannt. Der Ortsteil Brödlaugken erhielt den neuen Namen Vielwege.

Im Jahre 1945 wurde der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen der Sowjetunion zugeordnet.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 77 1871 66 Davon in Brödlaugken 19 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 83 Davon in Brödlaugken 16 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 63 Davon in Brödlaugken 11 1910 70 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 66 1939 63

Dickschen (Lindbach)

mini|Die Landgemeinde Dickschen auf einem Messtischblatt von 1927 Im 18. Jahrhundert war der damals mit Dückschen bezeichnete Ort ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 31. Wie Klein Rudminnen gehörte die Landgemeinde Dickschen seit 1874 zum Amtsbezirk Tuppen. 1938 wurde Dickschen in Lindbach umbenannt.

Auch dieser Ort kam 1945 zur Sowjetunion.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 202 1871 219 1885 247 1905 242 1910 218 1933 205 1939 176

Abramowo Im Jahr 1947 erhielt der Ort Klein Rudminnen (Kleinruden) die russische Bezeichnung Abramowo und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Podgorodnenski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) In der Folge wurde auch das ehemalige Dickschen (Lindbach) mit zu Abramowo gezählt.Gemäß dem 1976 in Kaliningrad erschienenen russisch-deutschen Ortsverzeichnis Населенные пункты Калининградской области: краткий справочник. / Ред. В.П. Ассоров, В.В. Гаврилова, Н.Е. Макаренко, Э.М. Медведева, Н.Н. Семушина. - Калининград: Калининградское книжное издательство, 1976 Später gelangte Abramowo in den Timofejewski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte der Ort zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 50 2002Allrussische Volkszählung von 2002 33 2010Allrussische Volkszählung von 2010 32 2021Allrussische Volkszählung von 2021 30

Kirche Die mehrheitlich evangelische Bevölkerung Klein Rudminnens resp. Kleinrudens sowie Dickschens resp. Lindbachs war vor 1945 in das Kirchspiel der Kirche Wedereitischken (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Sandkirchen, heute russisch: Timofejewo) eingepfarrt. Sie war Teil der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Abramowo im weitflächigen Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen). Sie gehört zur Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Persönlichkeiten Hildegard Rauschenbach (* 15. März 1926 in Dickschen; † 2010), deutsche Schriftstellerin

Weblinks Abramowo bei bankgorodov.ru Abramowo bei prussia39.ru Klein Rudminnen bei wiki.genealogy.net Dickschen bei wiki.genealogy.net

Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kleinruden Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Vielwege Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Lindbach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk