Christian Friedrich Gottlieb Thon (* 3. November 1773 in Kaltennordheim; † 4. Juni 1844 in Erfurt) war ein deutscher Autor vieler Sachbücher.
Leben Christian Friedrich Gottlieb Thon war der älteste Sohn des sächsisch-weimarischen Rentamtmannes Christian Friedrich Thon (1742–1815), einem älteren Bruder von Johann Carl Salomo Thon. Seine Familie entstammt dem Schloss Lichtenburg bei Ostheim vor der Rhön. Er wurde zuerst im Haus seines Vaters unterrichtet, bevor er das Hennebergische Gymnasium „Georg Ernst“ in Schleusingen besuchte. Er studierte an der Universität Jena, bevor er eine Stelle als sächsisch-weimarischer Rentamtmann und Forstkommissar in Zillbach annahm. Zur Ausübung der Stelle fehlte es ihm nicht an den nötigen Fähigkeiten. Aufgrund seines Lebenswandels reichte ihm sein Gehalt allerdings nicht aus. Aufgrund seiner Lust an Vergnügungen und auch wegen seiner Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit in Verbindung mit seinem mangelnden Sinn für Ordnung wurde er aufgrund von Unstimmigkeiten in der Kassenführung aus seinem Amt entlassen. Obwohl Thon den Fehlbetrag aus seinem Privatvermögen ausglich kam es zu keiner Wiedereinstellung im Staatsdienst. Seine erste Ehe wurde unmittelbar nach seiner Entlassung geschieden.
Während eines Aufenthalts in Schwarza habilitierte Thon im Jahr 1816 und fasste danach den Entschluss durch das Schreiben literarischer Werke seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In den folgenden Jahren schrieb er zu verschiedenen Themen Sachbücher, welche mehrheitlich von den damaligen Fachleuten gelobt wurden und auch meist in mehreren Auflagen verlegt wurden. Geschmälert wurde sein wirtschaftlicher Erfolg dadurch, dass er sich oft detailverliebt insbesondere technischen Themen zuwendete, die keinen Erfolg bringen konnten, so dass er in den weiteren Jahren oft ein Leben „voller Entsagungen“ führte. Andererseits ergriff er auch sich bietende Chancen. Nach einem Besuch in Karlsbad bereiste er einmal für einige Zeit Böhmen und reparierte in vielen Orten die Orgeln, wovon er gut leben konnte. 1838 verkaufte er sein Anwesen in Schwarza und zog nach Erfurt. Dort lebte er die letzten Jahre seines Lebens verarmt.
Werke Vollständige Anweisung über die Herstellung des Stachelbeer- und Johannisbeerweins. Kassel, 1819 Neues geographisches Handelslexikon. Schmalkalden, 1823 Vollständige Anleitung zur Lackirkunst. 5. Auflage. Weimar, 1842 Die Staffirmalerei und Vergoldungskunst. Weimar, 1836 Die Holzbeizkunst oder die Holzfärberei in ihrem ganzen Umfange. 2. Auflage. Weimar, 1840 Die Kunst Bücher zu binden. 4. Auflage. Weimar, 1844 Der Fabrikant bunter Papiere. 3. Auflage. Weimar, 1844 Anleitung alle Arten von meerschaumenen Pfeifentöpfen zu verfertigen. 2. Auflage. Weimar, 1842 Abhandlung über Klaviersaiteninstrumente. Weimar, 1843 Anweisung zum Obstbau. 2. Auflage. Weimar, 1843 Praktische Anleitung zum Branntweinbrennen. 2. Auflage. Weimar, 1843 Die Kunst einen echten Franzbranntwein zu verfertigen. Weimar, 1828 Der Landmann als Thierarzt. Weimar, 1829 Vollständige Anleitung zum Schiessen mit der Büchse. 2. Auflage. Weimar, 1824 Vollständige Jägerschule. oder Inbegriff der ganzen Jagdwissenschaft. Weimar, 1834 Vollständiger Unterricht alle arten Hunde abzurichten. 3. Auflage. Weimar, 1842 Vollständiges und ausführliches Waarenlexikon. 2 Bände. Weimar, 1832 Der Meister im Schachspiel. 2. Auflage. Weimar, 1842 Der medic. Rathgeber auf dem Lande. Weimar, 1842 Der Uhrenfreund. Weimar, 1841 Die Rittkunst. Weimar, 1844 Die Löthkunst. Weimar, 1844 Der vollkommene Jagd- und Scheibenschütze. Weimar, 1844 Gedichte. Erfurt, 1841 Färbebuch für Haushaltungen. Quedlinburg, 1843 Der Fleckenvertilger. Quedlinburg, 1843 Die Hausviehzucht. Quedlinburg, 1843 Die Legirkunst. Quedlinburg, 1844 Der unterrichtende Konditor. Quedlinburg, 1844 Getränkekunde, 1845 Die höhere Backkunst, 1845
Literatur Christ. Friedr. Gottl. Thon. In: Neuer Nekrolog der Deutschen. 23. Jg. 1844, Weimar 1846, S. 446–448. Heinz-Jürgen Thon: Geschichte der Familie Thon. Von den Anfängen in Sachsen-Eisenach bis zum Neubeginn in Bayern. (1535–2005) Hausen (Oberfr.) 2006. ISBN 3-87707-677-7. (S. 34f. und 42f.)
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