mini|hochkant|alternativtext=Vereinfachte Darstellung einer Schiene in orangefarbenem rechteckigem Hintergrund.|Logo Die Bahnbauzentrale war eine von 1976 bis wenigstens 1991 bestehende Organisationseinheit der Deutschen Bundesbahn zur Planung und Bau der ersten Neubaustrecken des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland.
Geschichte mini|hochkant|Ausgabe Die Bahnbauzentrale informiert. Nr. 1, 1983 mini|hochkant|Ein von der Bahnbauzentrale erlassener Planfeststellungsbeschluss von 1984 Im April 1976 richtete die Bundesbahn die Bahnbauzentrale ein, die für Planung und Bau der Strecke verantwortlich und unmittelbar dem Vorstand der Deutschen Bundesbahn unterstellt war.Gunther Ellwanger: Neubaustrecken und Schnellverkehr der Deutschen Bundesbahn. Chronologie. In: Knut Reimers, Wilhelm Linkerhägner (Hrsg.): Wege in die Zukunft. Neubau- und Ausbaustrecken der DB. Hestra Verlag Darmstadt, 1987, ISBN 3-7771-0200-8, S. 245–250. Für die Neubaustrecke Mannheim–Stuttgart wurde im gleichen Jahr die Projektgruppe M/S gebildet und untergeordnet.Horst Kiefert: Planung und Bau von Neubaustrecken. In: Deine Bahn, Heft 5/1982, S. 284–288. Gegenüber den beteiligten Bundesbahndirektionen war sie weisungsbefugt.
Nach anderen Angaben wurde die Bahnbauzentrale im Herbst 1978 gegründet. Ihr Leiter, Wilhelm Linkerhägner, trug die alleinige Verantwortung für die zeit- und budgetgerechte Realisierung sämtlicher Neu- und Ausbaustrecken der DB. Mit seinen Mitarbeitern prüfte und genehmigte er die Arbeit der von den einzelnen Projektgruppen vorgelegten Pläne und kontrollierte deren Arbeit. Jene Projektgruppen waren für jeweils etwa 100 km Neubaustrecke zuständig und der jeweiligen Bundesbahndirektion angegliedert. Sie verfügten über Fachgruppen, die sich teils nach fachlichen Gesichtspunkten und teils nach dem Streckenverlauf richteten. In ihrer Zuständigkeit lag auch die Durchführung der Planfeststellungsverfahren. Die Projektgruppen verfügten über einen Projektleiter, der wiederum auch die Budgetverantwortung für das jeweilige Projekt trug.
Der Vorstand der Deutschen Bundesbahn richtete für die Neubaustrecke Hannover–Würzburg im Oktober 1978 drei derartige Projektgruppen ein. Eine weitere Projektgruppe wurde für die Neubaustrecke Mannheim–Stuttgart gegründet.
Wenigstens ab 1979 gab die Bahnbauzentrale die Zeitschrift Die Bahnbauzentrale informiert heraus, die 1985 durch Die Bahn informiert der Deutsche Bundesbahn ersetzt wurde.
Anfang der 1980er Jahre war die Bahnbauzentrale dem Vorstandsressort 3 (Technik) in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn zugeordnet. Ihm war zunächst der Fachbereich Neubaustrecken (FbN) unterstellt. Dazu zählten das Referat N 1 (Baulenkung, Budget) sowie das Referat N 2 (technische Planungsgrundsätze Neu- und Ausbaustrecken). Diesen Organisationseinheiten in der Hauptverwaltung unterstanden wiederum vier Projektgruppen in den Direktionen: Projektgruppe Mannheim – Stuttgart (PGr M/S) mit Sitz in Karlsruhe Projektgruppe Hannover – Würzburg (PGr H/W Nord) mit Sitz in Hannover Projektgruppe Hannover – Würzburg (PGr H/W Mitte) mit Sitz in Frankfurt am Main Projektgruppe Hannover – Würzburg (PGr H/W Süd) mit Sitz in Nürnberg
Die Gruppen befanden sich an den jeweiligen Bundesbahndirektionen, denen sie verwaltungsmäßig und personell angegliedert waren. Der Leiter der Bahnbauzentrale war direkt dem Referenten für Technik unterstellt.
Die Projektgruppe H/W Nord hatte Anfang der 1980er etwa 150 Mitarbeiter. Dem Projektleiter waren vier Planungsdezernenten unterstellt, die jeweils für einen 30 bis 40 km langen Abschnitt verantwortlich waren.Hartmut Wesemüller: Planungssystematik und Planungsablauf bei der Projektierung neuer Verkehrslinien, dargestellt am Beispiel der Neubaustrecke Hannover – Würzburg der Deutschen Bundesbahn. In: Neues Archiv für Niedersachsen, , Band 31, Heft 3, September 1982, S. 257 f.
In den 1980er Jahren war die Projektgruppe NBS Karlsruhe auch mit der Neu- und Ausbaustrecke Karlsruhe–Basel betraut.Johann Leonhäuser: Brücken für die ABS/NBS Karlsruhe–Basel im Abschnitt Karlsruhe–Offenburg. In: Die Bundesbahn. Jg. 66, Nr. 5, 1990, , S. 481–485. Sie war ebenfalls mit der Planung der Neubaustrecke Köln–Rhein/Main betraut.
Im August 1987 wurde die Firmierung der Projektgruppe Hannover – Würzburg geändert in PGr NBS Hannover der Bahnbauzentrale, PGr NBS Frankfurt (Main) der Bahnbauzentrale sowie PGr NBS Nürnberg der Bahnbauzentrale. Damit sollte der über die Neubaustrecke Hannover–Würzburg hinausgehenden Realisierungsaufgaben für weitere Projekte des Bundesverkehrswegeplans Rechnung getragen werden.
Die Bahnbauzentrale bestand bis wenigstens Ende 1991.Planungsgesellschaft Schnellbahnbau Hannover-Berlin mbH. In: Bundesanzeiger, Gerichtl. und sonst. Bekanntmachungen, Ausgabe 0231 vom 13. Dezember 1991.
Weblinks
Literatur von und über Bahnbauzentrale in der Zeitschriftendatenbank
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsche Bundesbahn Kategorie:Gleisbau Kategorie:Organisation (Schienenverkehr) Kategorie:Historische Organisation (Frankfurt am Main) Kategorie:Behördengründung 1976 Kategorie:Aufgelöst in den 1990er Jahren Kategorie:Verkehrsorganisation (Frankfurt am Main)