Westerau ist eine Gemeinde im Norden des schleswig-holsteinischen Kreises Stormarn in Deutschland. Die Gemeinde besteht neben Westerau aus den Ortsteilen Ahrensfelde, Trenthorst und Wulmenau.

Geschichte Westerau wurde erstmals 1310 urkundlich genannt.

Der Name der Gemeinde könnte entstanden sein, weil von Westen her eine Au führt, die das Dorf in zwei Hälften teilt. Karten aus dem 17. Jahrhundert zeigen, dass die Au von vielen Teichen umgeben war. Der größte dieser Teiche, der bis heute erhalten geblieben ist, ist der sogenannte Dorfteich. Zusammen mit dem Denkmal, dem Feuerwehrhaus, dem aufwändig restaurierten Resthof (Familie Ahrens/Warnke), sowie dem gemeindeeigenen Kindergarten bildet der Dorfteich den Mittelpunkt von Westerau.

Die Geschichte des Dorfes ist stark mit der Stadt Lübeck verknüpft. 1461 kauften zwei Lübecker Kaufleute, Andreas Geverdes und Gerd von Lenten, das Dorf. Sie vermachten das Dorf einer Stiftung zu ihrem Gedächtnis und zur Unterstützung Bedürftiger. Seit der Reformation wird diese Stiftung von der Stadt Lübeck gemeinsam mit der Korporation der Gewandschneider, seit Mitte des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit der Kaufmannschaft zu Lübeck verwaltet; das Dorf wurde so zu einem der Stadtstiftsdörfer. Noch heute gehören etliche Hektar Wald dieser Westerauer Stiftung.

1928 wurden Ahrensfelde und die Gutsbezirke Trenthorst und Wulmenau eingemeindet.

Ahrensfelde Ahrensfelde wurde erstmals 1555 als abgabenpflichtiges Dorf des Adligen Gutes Wulmenau urkundlich erwähnt. Die Leibeigenschaft wurde erst 1805 aufgehoben. Mit der endgültigen Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 kam die Landgemeinde zum Amtsbezirk Klein Wesenberg. Im Jahre 1928 erfolgte die Eingemeindung nach Westerau. Die Gemeinde hatte damals 72 Einwohner. Ahrensfelde liegt südlich von Westerau Mitte und ist ca. 1,6 km vom Zentrum entfernt.

Trenthorst/Wulmenau mini|Gutshaus Trenthorst Trenthorst und Wulmenau (vormals Wolwenowe) sind zwei Ortschaften eines ehemaligen Herrengutes und zählt zu den sogenannten „Lübschen Gütern“. 1555 wurden die Güter Trenthorst und Wulmenau durch Heirat als Besitz des Lübecker Ratsherrn Franz von Stiten vereint.Wilhelm Jensen: Trenthorst - Zur Geschichte der Lüb’schen Güter. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1956.

Das Gut Trenthorst / Wulmenau hat heute eine Größe von 590 ha, davon sind 70 ha Wald (Söhren, Peerhagen). Ein Großteil der Gebäude und die Ländereien werden seit 2000 durch das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau bewirtschaftet.K. Größer, B. Günther: Trenthorst 1900–2015. FOELT, Trenthorst 2015, ISBN 978-3-86576-149-1.

Politik

Gemeindevertretung

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt neun Sitze vergeben. Von diesen erhielt die Kommunale Wählervereinigung Westerau fünf Sitze und die Bürgerinteressenvertretung Westerau vier Sitze.

Wappen Blasonierung: „Von Grün und Blau durch einen leicht gesenkten silbernen Wellenbalken geteilt. Oben vier an den Halmen durch einen Knoten verbundene, nach außen herabhängende goldene Ähren, unten ein goldener Karpfen.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Sonstiges mini|Wasserturm in Wulmenau In der Liste der Kulturdenkmale in Westerau stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke Gut Trenthorst Die im Eigentum der Gemeinde stehende so genannte Armenkate in Westerau ist unter Denkmalschutz gestellt. In der sog. Zentrale Wulmenau steht der 1912 errichtete Wasserturm des Doppelguts Trenthorst-Wulmenau.

Sport Für den Sport stehen Beachvolleyball-, Tennis- und Fußballplätze zur Verfügung.

Bildung Nach Veräußerung ehemals gemeindeeigener Schulen in Westerau und Wulmenau schloss sich die Gemeinde den Schulverbänden Bad Oldesloe und Reinfeld an.

Für die vier Ortsteile wurde ein gemeindlicher Kindergarten gebaut.

Windpark 29 Jahre lang (1997–2026) gab es in Westerau einen Windpark, bestehend aus sechs Windrädern des Typs HSW 1000/57, der in der Bevölkerung nicht unumstritten war. Anfang Juli wurden die sechs Windkraftanlagen ersatzlos abgebaut.

Persönlichkeiten Berthold Paul Förster (1851–1925), Landschaftsmaler

Verkehr Südlich von Westerau führte die Bahnstrecke Hagenow Land–Bad Oldesloe entlang.

Literatur Lissy Rienhoff: Westerau im Rad der Geschichte. 1993, .

Gerhard Schneider: Die Westerauer Stiftung. In: Der Wagen. 1966, S. 94–98.

Weblinks

Gemeinde Westerau beim Amt Nordstormarn

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Stormarn

Kategorie:Ersterwähnung 1310