Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der spanischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften.
Überblick Spanien nahm 2026 zum siebzehnten Mal an einer WM-Endrunde teil, davon einmal als Gastgeber. Seit 1978 nimmt die spanische Mannschaft immer teil, konnte aber bis 2010 maximal das Viertelfinale erreichen. Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 wurde die spanische Mannschaft dann erstmals Weltmeister. 2026 wurde in den USA, Mexiko und Kanada der zweite Weltmeistertitel errungen.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis… Letzte Gegner ErgebnisLaut All-time FIFA World Cup Ranking 1930–2014 (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen --- --- --- 1934 Italien Viertelfinale Italien 5. Amadeo García Salazar Nach Wiederholungsspiel gegen den späteren Weltmeister ausgeschieden 1938 Frankreich nicht zugelassenfifa.com: (PDF-Datei; 318 kB), S. 5 – – – – 1950 Brasilien Finalrunde Brasilien, Uruguay, Schweden 4. Guillermo Eizaguirre 1954 Schweiz nicht qualifiziert – – – In der Qualifikation durch Losentscheid an der Türkei gescheitert 1958 Schweden nicht qualifiziert – – – In der Qualifikation an Schottland gescheitert 1962 Chile Vorrunde Tschechoslowakei, Mexiko, Brasilien 13. Pablo Hernández Coronado 1966 England Vorrunde Argentinien, Schweiz, Deutschland 10. José Villalonga 1970 Mexiko nicht qualifiziert – – – In der Qualifikation an Belgien gescheitert 1974 BR Deutschland nicht qualifiziert – – – In der Qualifikation nach Entscheidungsspiel an Jugoslawien gescheitert 1978 Argentinien 1. Finalrunde Österreich Brasilien, Schweden 10. László Kubala 1982 Spanien 2. Finalrunde Deutschland, England 12. José Santamaría 1986 Mexiko Viertelfinale Belgien 7. Miguel Muñoz Durch Elfmeterschießen ausgeschieden 1990 Italien Achtelfinale Jugoslawien 10. Luis Suárez 1994 Vereinigte Staaten Viertelfinale Italien 8. Javier Clemente 1998 Frankreich Vorrunde Nigeria, Paraguay, Bulgarien 17. Javier Clemente 2002 Südkorea und Japan Viertelfinale Südkorea 5. José Antonio Camacho Durch Elfmeterschießen ausgeschieden 2006 Deutschland Achtelfinale Frankreich 9. Luis Aragonés 2010 Südafrika Finale Niederlande Weltmeister Vicente del Bosque Sieg in der Verlängerung 2014 Brasilien Vorrunde Niederlande, Chile, Australien 23. Vicente del Bosque Höchste Niederlage eines Titelverteidigers. 2018 Russland Achtelfinale Russland 10. Fernando Hierro Niederlage im Elfmeterschießen (zum dritten Mal) 2022 Katar Achtelfinale Marokko 13. Luis Enrique In der Qualifikation trafen die Spanier auf Schweden, Griechenland, Georgien und das Kosovo. Bei der Endrunde traf Spanien in der Gruppe auf Deutschland, Japan und Costa Rica. Niederlage im Achtelfinale im Elfmeterschießen (zum vierten Mal). 2026 Kanada/Mexiko/USA Finale Argentinien Weltmeister Luis de la Fuente In der Qualifikation gegen die Türkei, Georgien und Bulgarien durchgesetzt. Bei der WM trafen die Spanier in der Vorrunde auf WM-Neuling Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay. Das Endspiel wurde mit 1:0 gegen Titelverteidiger Argentinien in der Verlängerung gewonnen. 2030 Marokko/Portugal/Spanien qualifiziert Als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert.
Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der spanischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht qualifiziert: 4× (17,4 %; 1954, 1958, 1970, 1974) Teilnahmeverzicht: 1× (4,4 %; 1930) Nicht zugelassen: 1× (4,4 %; 1938) Sportliche Qualifikation: 15× (65,2 % bzw. bei 71,4 % der Versuche) Ohne Qualifikation teilgenommen (Qualifikation als Gastgeber): 1× (4,4 %; 1982) Vorrunde/1. Finalrunde: 5× (21,7 %; 1962, 1966, 1978, 1998 und 2014) Achtelfinale: 4× (17,4 %; 1990, 2006, 2018 und 2022) Letzte Zwölf: 1× (4,4 %; 1982) Viertelfinale: 4× (17,4 %; 1934, 1986, 1994 und 2002) Finalrunde der letzten Vier: 1× (4,4 % 1950) Finale: 2× (8,7 %; 2010, 2026) Weltmeister: 2× (8,7 %; 2010, 2026)
Häufigste letzte Gegner: je zweimal Italien (1934 und 1994 im Viertelfinale), Schweden (1950 und 1978 in Gruppenspielen) und Argentinien (1966 in der Gruppenphase sowie 2026 im Endspiel)
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1930 Wie die meisten europäischen Länder nahm Spanien an der ersten Weltmeisterschaft nicht teil.
Weltmeisterschaft 1934 Für die erste WM in Italien qualifizierte sich Spanien durch ein 9:0 und ein 2:1 gegen den iberischen Nachbarn Portugal. Bei der Weltmeisterschaft in Italien traf Spanien im ersten Spiel auf Brasilien und erreichte durch ein 3:1 das Viertelfinale, wobei José Iraragorri per Elfmeter das erste WM-Tor für Spanien erzielte und der spanische Torhüter Ricardo Zamora beim Stand von 3:1 einen Elfmeter halten konnte. Gegen Italien kam es dann im Viertelfinale zu einem teilweise brutal geführten Spiel, das auch unter den Spannungen zwischen dem republikanischen Spanien und dem faschistischen Italien litt. Dabei musste Zamora mehrmals behandelt werden. Da Auswechslungen noch nicht möglich waren, spielte er bis zum Ende und hielt das 1:1 für seine Mannschaft. Im ersten Wiederholungsspiel der WM-Geschichte ließen ihn die Ärzte ebenso wie sechs weitere Spanier nicht mitspielen und Spanien verlor mit 0:1 gegen den späteren Weltmeister, wobei den Spaniern zwei reguläre Tore nicht anerkannt und zwei Elfmeter verweigert wurden. Zudem schieden drei Spanier verletzt aus. In der ewigen Rangliste belegten die Spanier nach der ersten Teilnahme den 10. Platz.
Weltmeisterschaft 1938 Die Anmeldung des spanischen Verbandes für die erste WM im Nachbarland Frankreich wurde nicht akzeptiert, da angenommen wurde, dass sie aufgrund des spanischen Bürgerkrieges nicht alle Qualifikationsspiele durchführen könnten. In der ewigen Rangliste fielen die Spanier damit erstmals aus den Top-10.
Weltmeisterschaft 1950 Für die erste WM in Brasilien qualifizierte sich Spanien durch ein 5:1 und ein 2:2 wieder gegen den iberischen Nachbarn Portugal. In Brasilien konnte sich Spanien in der Vorrunde durch drei Siege gegen England, Chile und die USA durchsetzen und erreichte die nur bei dieser WM durchgeführte Finalrunde der besten vier Mannschaften. Nach einem 2:2 gegen den späteren Weltmeister Uruguay verlor Spanien gegen Gastgeber Brasilien mit 1:6 und auch das de facto Spiel um Platz 3 gegen Schweden mit 1:3. Der vierte Platz blieb bis 2010 die beste Platzierung der spanischen Mannschaft. In der ewigen Rangliste verbesserten sich die Spanier um elf Plätze und belegten dort ebenfalls denn vierten Platz, ihre bis dato beste Platzierung.
Weltmeisterschaft 1954 Für die WM in der Schweiz musste sich die spanische Mannschaft gegen die Türkei qualifizieren. Das Heimspiel wurde mit 4:1 gewonnen, das Rückspiel wurde mit 0:1 verloren. Da die Tordifferenz nicht zählte, gab es ein Entscheidungsspiel, das 2:2 n. V. endete und einen Losentscheid notwendig machte. Durch diesen qualifizierte sich die Türkei zum ersten Mal für die WM-Endrunde.
Weltmeisterschaft 1958 In der Qualifikation für die WM in Schweden traf Spanien auf die Schweiz und Schottland. Während die Schotten beide Spiele gegen die Schweiz gewannen, konnten die Spanier nur einmal gegen die Schweiz gewinnen, das andere Spiel endete remis. Und da Spanien und Schottland ihre Heimspiele gegeneinander gewannen, war dieses Remis letztlich für die misslungene Qualifikation verantwortlich. In der ewigen Rangliste fielen die Spanier damit zum zweiten Mal aus den Top-10, in die sie erst 1994 wieder zurückkehren sollten.
Weltmeisterschaft 1962 In der Qualifikation zur WM in Chile sollte Spanien zunächst gegen Dänemark antreten. Da die Dänen zurückzogen, waren die Spanier kampflos für die zweite Runde qualifiziert. In dieser sollte Spanien gegen Wales und Österreich antreten, da aber auch Österreich zurückzog, musste nur gegen Wales gespielt werden. In Wales wurde mit 2:1 gewonnen, so dass ein 1:1 im Rückspiel reichte, um anschließend gegen den Sieger der Afrika-Qualifikation Marokko anzutreten. Beide Spiele wurden gewonnen, so dass Spanien nach zwei verpassten WM-Endrunden bei der dritten WM in Südamerika wieder dabei war. Hier traf Spanien in der Vorrunde auf Titelverteidiger Brasilien, den späteren zweiten Finalisten Tschechoslowakei und Mexiko, gegen das der einzige Sieg gelang. Da die beiden Spiele gegen die späteren Finalisten verloren wurden, schied Spanien als Gruppenletzter aus.
Weltmeisterschaft 1966 Zur WM in England reiste Spanien als Europameister an. Qualifiziert hatten sich die Spanier durch drei Spiele gegen Irland. Nach einer 0:1-Niederlage in Irland und einem 4:1-Heimsieg war ein Entscheidungsspiel notwendig, das Spanien mit 1:0 gewann. In England traf der Europameister im ersten Spiel auf Argentinien und verlor mit 1:2. Nach einem 2:1 gegen die Schweiz bestand im letzten Spiel gegen Deutschland noch die Chance, sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Spanien ging auch nach 24 Minuten durch José Fusté in Führung, musste dann aber in der 38. Minute den Ausgleich durch Lothar Emmerich hinnehmen, der das Tor fast von der Grundlinie erzielte. In der 84. Minute gelang dann Uwe Seeler noch der 2:1-Siegtreffer für die deutsche Mannschaft und Spanien schied als Gruppendritter aus.
Weltmeisterschaft 1970 Für die erste WM in Mittelamerika konnte sich Spanien nicht qualifizieren. Mit je zwei Siegen, Unentschieden und Niederlagen wurde in einer Gruppe mit Belgien, Jugoslawien und Finnland nur der dritte Platz belegt.
Weltmeisterschaft 1974 Wieder war Jugoslawien in der Qualifikation für die erste WM in Deutschland der Gegner und zudem Griechenland. Da beide gegen Griechenland beide Spiele gewannen, gegeneinander aber unentschieden spielten und am Ende bei gleicher Punktzahl eine Tordifferenz von +3 hatten, musste ein Entscheidungsspiel absolviert werden. Dieses gewannen die Jugoslawen in Frankfurt am Main vor ca. 61.000 Zuschauern – überwiegend jugoslawische und spanische Gastarbeiter – mit 1:0 und Spanien war erneut, aber damit bis dato zum letzten Mal nicht qualifiziert.
Weltmeisterschaft 1978
Vier Jahre später konnten die Spanier den Spieß umdrehen und sich in einer Gruppe mit Jugoslawien und Rumänien für die WM in Argentinien qualifizieren, wobei beide Spiele gegen Jugoslawien mit 1:0 gewonnen wurden. In Argentinien traf Spanien auf Ex-Weltmeister Brasilien, Österreich und Schweden. Nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Österreich und einem torlosen Remis gegen Brasilien wurde zwar das letzte Gruppenspiel gegen Schweden mit 1:0 gewonnen, es reichte aber nur zum dritten Platz. In der ewigen Rangliste fielen die Spanier damit auf Platz 16, ihre bis dato schlechteste Platzierung.
Turniere mit 24 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1982 Bei der Heim-WM mit erstmals 24 Teilnehmern sollte nach vielen Europapokal-Triumphen spanischer Mannschaften endlich der erste WM-Titel gelingen. Als Gastgeber war man für das Endrundenturnier im eigenen Land automatisch qualifiziert. Aber schon im Auftaktspiel gelang gegen Neuling Honduras nur ein 1:1. Zwar wurde gegen Jugoslawien im zweiten Spiel mit 2:1 gewonnen, aber das letzte Gruppenspiel gegen Nordirland mit 0:1 verloren. Aufgrund der mehr erzielten Tore wurde Spanien bei gleicher Punktzahl und Tordifferenz aber noch Gruppenzweiter und zog in die zweite Finalrunde ein. Diese wurde einmalig bei dieser WM in Dreiergruppen gespielt. Nachdem sich England und Deutschland im ersten Gruppenspiel torlos getrennt hatten, verlor Spanien gegen Deutschland mit 1:2. Da Deutschland damit drei Punkte hatte, konnte Spanien selbst bei einem Sieg gegen England die Gruppe nicht mehr gewinnen, wogegen England einen Sieg mit zwei Toren Unterschied gegen Spanien benötigte, um Gruppensieger zu werden. Da die Engländer gegen die vor eigenem Publikum aufopferungsvoll kämpfenden Spanier kein Tor erzielten, schieden beide nach dem 0:0 aus.
Weltmeisterschaft 1986