mini|Gee Vero im Mai 2014 Gee Vero (* 1971 in Grimma als Gerrit Helmholz) ist eine deutsche Künstlerin und Autorin. Im Alter von 37 Jahren wurde bei ihr ein Asperger-Syndrom diagnostiziert. Seit 2011 hält sie Vorträge über Autismus und veröffentlichte Bücher und Texte zu diesem Thema.

Leben und Beruf Nach ihrem Abitur im Jahr 1990 studierte Vero zunächst Anglistik an der Universität in Leipzig, bevor sie 1993 nach London zog. Sie betrieb in London und Bad Lausick zwei Spielzeuggeschäfte 5. Juni 2004, abgerufen am 20. Juli 2017. Ihr künstlerisches Schaffen begann 1993 in London. 2004 kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete ab 2010 zunächst auf Honorarbasis für die Autismusambulanz in Leipzig. Sie arbeitet seit 2013 als freie Referentin zum Thema Autismus und Kunst. Als Künstlerin tritt sie seit ihrer Zeit in London unter dem Pseudonym Bareface (bare = unverhüllt / face = Gesicht) auf. Vero lebt und arbeitet in der Nähe von Leipzig. Sie ist verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn; ihr Sohn hat die Diagnose frühkindlicher Autismus, abgerufen am 20. Juli 2017.

Projekt The Art of Inclusion mini|Gee Vero und Silvio Neuendorf im Kleisthaus, Mai 2014 2010 begann die Künstlerin mit dem Projekt The Art of Inclusion. Vero verschickt dabei ein unvollendetes Porträt an Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Wissenschaft oder Kultur. Es besteht meist aus einer rechten Gesichtshälfte, die mit wenigen schwarzen Linien auf einem Aquarellpapier gezeichnet ist. Sie bittet die Angeschriebenen, das Kunstwerk nach deren Vorstellungen zu ergänzen. Zwei – meist persönlich unbekannte – Menschen erstellen so ein individuelles Kunstwerk. Bis 2014 sind auf diese Art und Weise bereits mehr als 100 Porträts entstanden. Zu den eingebundenen „Künstlern“ zählen beispielsweise Angela Merkel, Udo Lindenberg, Ben Kingsley, Manfred Krug, Herbert Feuerstein und Dieter Hallervorden.Kunst: Merkel unterstützt autistische Künstlerin , Meldung auf Focus vom 21. Mai 2014, abgerufen am 18. Juli 2014. , Meldung auf westline vom 21. Mai 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.Merkel unterstützt autistische Künstlerin, In: Recklinghäuser Zeitung vom 21. Mai 2014, abgerufen am 18. Juli 2014.Merkel unterstützt autistische Künstlerin, In: Die Welt vom 21. Mai 2014, abgerufen am 18. Juli 2014. 40 ausgewählte Werke waren von Mai bis Juni 2014 im Kleisthaus in Berlin zu sehen. Um auch blinden Personen eine Teilhabe an den Kunstwerken zu ermöglichen, wurden eigens für die Ausstellung drei ausgewählte Kunstwerke als Relief hergestellt. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Verena Bentele würdigte ihre Arbeiten anlässlich der Vernissage als „anschauliches und lebendiges Beispiel für Inklusion. Sie sind ein Appell einer autistischen Künstlerin, um Respekt, Zusammengehörigkeit und Gleichberechtigung zwischen allen Menschen in unserer Gesellschaft voranzubringen – unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.“Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen (Hrsg.): Gee Vero – The Art Of Inclusion, Ausstellungskatalog, 2014 Anschließend gestaltete Gee Vero zusammen mit dem Illustrator Silvio Neuendorf ein neues, gemeinsames Porträt. , Webseite der Behindertenbeauftragten, abgerufen am 17. Juli 2014. Der Kunsthistoriker Bernd Apke sieht in dem wiederkehrenden Konzept eine Passion der Künstlerin. Die Reaktionen der kontaktierten Personen werden für ihn durch Veros Arbeit zu Selbstporträts der Angeschriebenen: „Jeder ist ein Künstler“. Gleichzeitig stelle sich damit aber auch die Frage, warum sich die Künstlerin seit vielen Jahren den „kreativen Reaktionen“ anderer Personen aussetze. Apke sieht daher in den Fragen nach „Fremd- und Selbstbildnern, nach Wahrnehmungsweisen und Inszenierungen“ das künstlerische Konzept von Gee Vero.

Ausstellung/Projektvorstellungen The Art of Inclusion 2018: Martin Gropius Krankenhaus Eberswalde 2018: Berlin Pfefferberg 2018: Universität Leipzig als Teil von DOKversity 2017: Stadtsparkasse Viersen 2017: Nadelfabrik Aachen ft. Silvio Neuendorf 2017: Landratsamt Delitzsch 2016: Stadtarchiv Leipzig 2015: Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V., Berlin 2015: Evangelische Fachakademie Lutherstadt Wittenberg 2015: Galerie Kugel, Nauenhof 2014: 6. Dresdner Forum Employability, Dresden 2014: Praxis Dr Wunderlich, Dresden 2014: The Art of Inclusion, Kleisthaus, Berlin 2014: Augusteum, Leipzig , Webseite der Kustorie der Universität Leipzig, abgerufen am 13. August 2014. 2014: Friedrich-Ludwig-Jahn Museum, Freyburg 2014: Rockville, Maryland, USA 2013: Galerie in der Landesgalerie Sachsen, Dresden 2013: Apex, GöttingenDiskussionrunde „Denkbar“ debattiert über Autismus. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 6. Juni 2013, abgerufen am 13. August 2014. 2013: Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, GöttingenVeranstaltungen : Wenn Nervenzellen sich missverstehen – Biologische Ursachen von Autismus, Webseite der Georg-August-Universität Göttingen, abgerufen am 13. August 2014. 2013: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)Ausstellung autistischer Künstlerin „The Art of Inclusion“ begleitet Fachtagung, Pressemeldung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Nummer 215/2012 vom 27. November 2012, abgerufen am 13. August 2014. 2012: Tapetenwerk, LeipzigAusstellung 2012, Webseite des Tapetenwerks, abgerufen am 14. August 2014. 2012: 7. Teacch-Forum, Mainz , Ausgabe März 2012, (PDF), Webseite des Internationalen Bildungs- und Sozialwerks e.V. Iserlohn, abgerufen am 11. August 2014. 2011: Bundeskongress Autismus Deutschland e.V, Hamburg 2011: Tapetenwerk, Leipzig

Weitere Gruppen- und Einzelausstellungen (Auswahl) 2012: AutArt. U.FO Kunstraum Hamburg, Webseite von akku – Autismus, Kunst und Kultur e.V. Verband zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit Autismus, abgerufen am 17. August 2014. 2012: Und kein Ende in Sicht. Riff-Galerie, Bad Lausick 2012: HFFA Kunstausstellung London 2012: Dove Sei. Bibliothek Geithain 2012: Bareface. Volkshochschule Leipzig 2011: HFFA Kunstausstellung London 2011: Zukunftsvisionen, Görlitz 2010: HFFA Kunstausstellung London 2010: Ich sehe was, was du nicht siehst. Akku Art. Documenta-Halle, Kassel 1992: Art in The Park. Dulwich, London 1992: The Art Show, Alexandra Palace, London

Literatur Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen (Hrsg.): Gee Vero – The Art Of Inclusion, Ausstellungskatalog, 2014 Gee Vero (Autorin): Autismus-(m)eine andere Wahrnehmung, 2014, ISBN 978-1-78407-973-4 Gee Vero (Autorin): Nosce Te Ipsum-erkenne dich selbst, Gedichtband, 2014, ISBN 978-1-78407-867-6 Gee Vero (Autorin): „Nowhereland“, Collection of Poems, (englisch), 2014, ISBN 978-1-78407-929-1 Gee Vero (Autorin): "I, me and myself - my life with autism", (englisch) 2016, ISBN 978-1-78697-050-3 Gee Vero (Autorin)/Melanie Matzes-Köhler (Autorin): "Meine Brücke zu dir: Menschen inner- und außerhalb des autistischen Spektrums im Dialog", Kohlhammer 2016, ISBN 978-3-17-030599-1 Theunissen, Kulig, Leuchte, Paetz (Hrsg.)/Gee Vero (beteiligte Co-Autorin): Handlexikon Autismus Spektrum: Schlüsselbegriffe aus Forschung, Theorie, Praxis und Betroffenen-Sicht, Kohlhammer, 2014, ISBN 978-3-17-023431-4 Theunissen (Hrsg.)/Gee Vero (beteiligte Co-Autorin): "Autismus verstehen: Außen- und Innensichten", Kohlhammer 2016, ISBN 978-3-17-030786-5

Weblinks Website von Gee Vero, abgerufen am 11. August 2014 The Art of Inclusion – ein Projekt der Künstlerin Bareface / Gee Vero, Webseite von Silvio Neuendorf, abgerufen am 10. August 2014. englische Webseite von Gee Vero, abgerufen am 18. Januar 2016

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau