Ranunculus bonariensis ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie wächst in Feuchtgebieten in Nordamerika und gemäßigten Gebieten in Südamerika.
Beschreibung Vegetative Merkmale Ranunculus bonariensis wächst als krautige Pflanze. Die aufrechten oder niederliegenden Stängel sind verzweigt, kahl und wurzeln an den Knoten. Die Wurzeln sind kahl und an ihrer Basis nicht verdickt. Die Blattspreite der unteren Stängelblätter ist, je nach Unterart, bei einer Länge von 0,8 bis 2,3 Zentimetern sowie einer Breite von 0,5 bis 1,2 Zentimetern rundlich-herzförmig oder elliptisch bis eiförmig. Die Blattbasis ist ausgerandet, gerundet oder stumpf, der Blattrand ganz oder sehr schwach gezähnt und die Blattspitze breit gerundet-zugespitzt bis gerundet.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht in Nordamerika von März bis Mai. Die Tragblätter der einzeln oder in armblütigen, blattachselständigen Zymen sitzenden Blüten sind elliptisch bis eiförmig. Ihr Blütenboden ist kahl. Die drei Kelchblätter messen 1,5 bis 3 × 0,5 bis 2 Millimeter und sind ausgebreitet oder an der Basis zurückgebogen. Die ein bis drei Kronblätter sind 1,5 bis 2,5 × 0,5 bis 1 Millimeter groß. Die Nektardrüsen sind ukahl. Die Köpfe der Achänen sind kugel- bis eiförmig und 2 bis 5 × 2 bis 4 Millimeter groß.
Die Achänen sind glatt, unbehaart und messen 1,4 bis 1,8 × 1 bis 1,2 Millimeter. Ein Schnabel ist nicht vorhanden.
Systematik Ranunculus bonariensis wurde 1804 von Jean Louis Marie Poiret in Lamarck: Encyclopédie méthodique. Botanique Band 6 Teil 1 Seite 102 erstbeschrieben.
Die ersten Pflanzenexemplare wurden von Philibert Commerson bei Buenos Aires gesammelt. Die auf der Nordhalbkugel artenreiche Gattung Ranunculus umfasst in Südamerika nur wenige Arten, die alle, mit ähnlicher Wuchsform, in Feuchtgebieten vorkommen. Das Artepitheton bonariensis ist abgeleitet von der latinisierten Form des Namens der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires (Bonaria).
Ranunculus bonariensis gehört nach phylogenomischen Daten (Analyse der Verwandtschaft nach Vergleich homologer DNA-Sequenzen) in eine Klade weltweit in Feuchtgebieten verbreiteter Hahnenfuß-Arten, von denen viele, wie diese Art, ungeteilte Blattspreiten besitzen. Bei einer unpublizierten weiteren Analyse ergab sich eine ähnliche Position, wobei allerdings die Monophylie der Art hier nicht bestätigt werden konnte.
Unterarten und ihre Verbreitung Von der Art sind vier Unterarten beschrieben worden. Diese wurden zuerst, nach amerikanischer Tradition, als Varietäten aufgefasst und durch den spanischen Botaniker Julián Molero zu Unterarten erhoben. Ranunculus bonariensis subsp. bonariensis: Die Heimat ist Brasilien, Paraguay, Uruguay, Argentinien, dort „berro“ genannt. Ranunculus bonariensis subsp. januarii . Die Heimat ist Brasilien. Ranunculus bonariensis subsp. phyteumifolius . Die Heimat ist Brasilien, Paraguay, Uruguay, Argentinien, dort „berrito“ genannt. Ranunculus bonariensis subsp. trisepalus : Sie kommt vor in Südamerika in Chile, Uruguay, Brasilien sowie Argentinien und in Nordamerika in Kalifornien. Sie kommt in Kalifornien vor an Flussufern sowie an im Sommer austrocknenden Kleingewässern („vernal pools“), vor, hier in Höhenlagen von 30 bis 1000 Meter. Ähnliche Standorte werden in Chile besiedelt. In Südamerika ist eine Höhenverbreitung bis 3000 Meter angegeben.
Die Unterarten unterscheiden sich in erster Linie an der Gestalt der Blattspreite, insbesondere der Grundblätter. Bei der Unterart subsp. bonariensis sind Grund- und Stängelblätter gleich gestaltet mit rundlich-herzförmiger Spreite. Bei der Unterart phyteumifolius sind die Grundblätter dreieckig-herzförmig, die Stängelblätter eiförmig. Bei der Unterart trisepalus sind Grund- wie Stängelblätter eiförmig. Auch die Unterart januarii wurde mit rundlich-herzförmigen bis dreieckig-eiförmigen Grundblättern beschrieben.
Eine weitere Varietät, Ranunculus bonariensis var. heterophyllus gilt heute als Synonym von Ranunculus nubigenus
Einzelnachweise Alan T. Whittemore: Ranunculus bonariensis var. trisepalus. In: Flora of North America. Vol. 3. textgleich online wie gedrucktes Werk. J.Francis MacBride: Flora of Peru, Part 6, no. 2. Publications of the Field Museum of Natural History. Botanical series 13(2/2), S. 639–661. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. Julián Molero: Tres combinaciones nuevas en el género Ranunculus L. In: Fontqueria, Volume 7, 1985, S. 19. M. Hassler (2016). World Plants: Synonymic Checklists of the Vascular Plants of the World (version Nov 2015). In: Species 2000 & ITIS Catalogue of Life, 29th January 2016 (Roskov Y., Abucay L., Orrell T., Nicolson D., Kunze T., Flann C., Bailly N., Kirk P., Bourgoin T., DeWalt R.E., Decock W., De Wever A., eds). Alicia Lourteig: Ranunculáceas de Sudamérica Templada. In: Darwiniana, Volume 9, Issue 3/4, 1951, S. 397–608. online bei JSTOR. J. Urban: Zur Flora Südamerikas, insbesondere Brasiliens. In: Linnaea, Volume 18, S. 253–340. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. Elvira Hörandl, Ovidiu Paun, Jan T. Johansson, Carlos Lehnebach, Tristan Armstrong, Lixue Chen, Peter Lockhart (): Phylogenetic relationships and evolutionary traits in Ranunculus s. l. (Ranunculaceae) inferred from ITS sequence analysis. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 36, 2005, S. 305–327. Carlos Adolfo Lehnebach: Phylogenetic affinities and Biogeographic patterns of Ranunculus in the Southern Hemisphere. Thesis, Massey University, Palmerston, New Zealand 2008. , abgerufen am 15. Februar 2016. Jon E. Keeley: Characterization and Global Distribution of Vernal Pools. In: C. W. Witham, E. T. Bauder, D. Belk, W. R. Ferren Jr., R. Ornduff (Editors). Ecology, Conservation, and Management of Vernal Pool Ecosystems – Proceedings from a 1996 Conference. California Native Plant Society, Sacramento, CA. 1998, S. 1–14.
Weblinks Verbreitungskarte von Ranunculus bonariensis var. trisepalus in der Flora of North America.
Kategorie:Hahnenfuß bonariensis