Let’s Move! ist der Name einer Initiative gegen Adipositas bei Kindern in den USA, die von der First Lady Michelle Obama im Februar 2010 initiiert wurde.Letsmove: Lets Move! Launch Anniversary Speech To Parents. In: YouTube, 2011. Abgerufen am 6. Juli 2014.

Let’s Move! hat sich als Ziel gesetzt, das Problem von Kinder-Adipositas innerhalb einer Generation zu lösen. Website von Let’s Move!. Abgerufen am 2. Juli 2014. und diese bis 2030 wieder auf 5 % zurückzudrängen, was dem Anteil von 1970 entspricht. Zur Unterstützung rief Präsident Obama die erste Taskforce zu diesem Thema ins Leben. Aufgerufen sind Eltern, Politiker, Ärzte, Organisationen und Vereine genauso wie Unternehmen. Das Leitziel lautet sinngemäß: „Für eine gesunde und glückliche Zukunft unserer Kinder!“Letsmove: . In: YouTube, 2012. Abgerufen am 15. Juli 2014. Inzwischen habe sich Let’s Move! von einer Kampagne zu einer landesweiten Bewegung entwickelt.

Adipositas In den Jahren 2007 bis 2008 waren in den USA 31,7 % der Kinder von zwei bis neunzehn Jahren übergewichtig oder fettleibig.Ogden: Prevalence of High Body Mass Index in US Children and Adolescents, 2007-2008. 2010, S. 245. Übergewicht kann zu verschiedenen Krankheiten führen, die kostenintensive Behandlungen nach sich ziehen. In den USA sterben jährlich knapp 112.000 Menschen an Folgen von Adipositas, gut 84.000 davon jünger als 70 Jahre.Flegal: Excess Deaths Associated With Underweight, Overweight, and Obesity. 2005, S. 1864.

The White House Task Force on Childhood Obesity Die White House Task Force on Childhood Obesity arbeitete einen ressortübergreifenden Plan aus zur Ausarbeitung koordinierter Strategien, der Identifizierung von Schlüsselproblemen und mit dem Entwurf eines Handlungsplans.. Website von Let’s Move!. Abgerufen am 2. Juli 2014. Die Handlungsstrategie wurde unter Mitarbeit des Landwirtschafts-, Verteidigungs-, Bildungs-, Gesundheits-, Innen-, Justiz- und Verkehrsministeriums sowie des Ministeriums für Wohnen und Städteplanung, des Umweltschutzbüros, der Eidgenössischen Kommission für Kommunikation, der Bundeshandelskommission der USA und der Corporation for National and Community Service entwickelt.Solving the Problem of Childhood Obesity Within a Generation: White House Task Force on Childhood Obesity: Report to the President. 2010, S. 5. Bei der Verwirklichung ihrer Vorschläge arbeitet die White House Task Force eng mit der Präsidentengattin Michelle Obama zusammen. Der vollständige Bericht der Task Force von Mai 2010, kann auf der Website von Let’s Move! heruntergeladen werden. Alle Zahlen, Statistiken und Maßnahmen beziehen sich auf die Vereinigten Staaten.

Problembereiche und Lösungsansätze Die White House Task Force on Childhood Obesity untersuchte die vier Hauptbereiche des Problems, die schon in der Let’s-Move!-Kampagne thematisiert wurden: Hilfestellungen für Eltern und Betreuungspersonen, Gesundes Essen in Schulen, Zugang zu gesundem bezahlbarem Essen, Steigerung von sportlichen Aktivitäten; das ergänzte sie noch um die frühe Kindheit.Solving the Problem of Childhood Obesity Within a Generation: White House Task Force on Childhood Obesity: Report to the President. 2010, S. 1.

Hilfestellungen für Eltern und Betreuungspersonen Let’s Move! stellt Fünf-Stufen-Pläne bereit für Eltern, Schulen, Bürgermeister und Angestellte, Gemeindeleiter, Köche, Kinder und Gesundheitsdienstleister.. Website von Let’s Move!. Abgerufen am 15. Juli 2014.

Der Plan für die Eltern beinhaltet beispielsweise Problembeschreibung und Vorschläge Website von Let’s Move! (PDF). Abgerufen am 15. Juli 2014. zur Umsetzung für folgende Stufen: Gesunde Imbisse Körperliche Aktivität als Teil der Familien-Routine Planung von gesunden Mahlzeiten Ersatz von Fernsehzeit durch körperliche Aktivität Organisation eines Gesundheitsteams an der Schule.

Um es aber für die neue Generation heranwachsender Kinder gar nicht erst zu Übergewicht kommen zu lassen, hat Let’s Move! die Initiative Let’s Move! Child Care gestartet, durch welche Betreuungspersonen mit einer sehr einfachen Checkliste versorgt werden, so dass die Grundlage für ein gesundes Leben ohne große Mühen gelegt werden kann. Auch hier wird ein Fünf-Stufen-Plan zur Verfügung gestellt, sie können einfach in den Alltag integriert werden,Letsmove: First Lady Michelle Obama Unveils Lets Move! Child Care. In: YouTube, 2011. Abgerufen am 12. Juli 2014. ohne dass sie große Mühen oder Kosten mit sich bringen: Ein bis zwei Stunden Bewegung täglich für Kinder. Limitierung der Fernsehzeit für alle Kinder, vollständiges Fernsehverbot für Kinder unter zwei Jahren. Servieren einer Obst- oder Gemüsesorte bei jeder Mahlzeit und jedem Snack. Nur Servieren von Wasser, fettarmer Milch oder hundertprozentigem Fruchtsaft ohne künstliche Zusätze als Getränke. Unterstützung von Müttern, die ihren Kindern die Brust geben wollen, und die Möglichkeit, ihre Milch in die Betreuungseinrichtungen bringen zu können.

Mit diesem Aktionsplan werden nach Angabe des amerikanischen Verteidigungsministeriums alle eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen mit Let’s Move! Child Care erreicht mit mehr als 200.000 Kindern täglich. Head Start regt an, sich an den Zielen von Let’s Move! Child Care zu orientieren, auch die General Services Administration meldete ihre Betreuungseinrichtungen mit 10.000 Kindern an. Bürgermeister, deren Städte bei Let’s Move! Cities Towns & Counties angemeldet sind, stimmen die Einrichtungen ihrer Städte auf das Programm ein. Der private Anbieter für Kinderbetreuung Bright Horizons meldete 600 seiner Einrichtungen für Let’s Move! Child Care an. Inzwischen sind mehr als 10.000 Kinderbetreuungseinrichtungen beigetreten.Letsmove: First Lady Michelle Obama Speaks at a Lets Move! Active Schools Event. In: YouTube, 2013. Abgerufen am 18. Juli 2014.

Der Presidential Active Lifestyle Award („Auszeichnung durch den Präsidenten für einen aktiven Lebensstil“) wurde gestiftet, bei dem eine bestimmte Zeitspanne regelmäßiger sportlicher Betätigung Voraussetzung ist, einen PALA zu erhalten. Bei PALA+ gibt es zusätzliche Ernährungsziele, die man aus einer Anzahl von Möglichkeiten auswählen und auf eine vegetarische oder vegane Lebensführung oder andere Diäten einrichten kann.. Website von The President’s Challenge. Abgerufen am 12. Juli 2014. Bis Oktober 2011 waren bereits 1,7 Millionen PALAs ausgegeben worden.Letsmove: Ask the First Lady: Michelle Obama On How You Can Get Involved. In: YouTube, 2011. Abgerufen am 12. Juli 2014.

Gesundes Essen in Schulen Die White House Task Force on Childhood Obesity empfiehlt, in der Bildung über die Bedeutung von Zuordnungen wie „fettarm“ aufzuklären und die Schüler in die Entscheidung über die Menüs der Schulverpflegung miteinzubeziehen.Solving the Problem of Childhood Obesity Within a Generation: White House Task Force on Childhood Obesity: Report to the President. 2010, S. 39 ff. Während die meisten Schulküchen staatlichen Standards unterliegen, sollen weitere Bemühungen darauf gerichtet sein, den Inhalt der Snackautomaten gesunden Maßstäben anzupassen. Zu diesem Zweck rief Let’s Move! das Programm Chefs Move to School ins Leben, bei dem professionelle Köche die Schulen bei der Zusammenstellung der Menüs und Zutaten unterstützen.Letsmove: First Lady Michelle Obama Talks About the First Year of Let's Move!. In: YouTube, 2011. Abgerufen am 6. Juli 2014. Das Ziel ist, dass jede Schule in den Vereinigten Staaten einen Koch als Partner und Berater hat.Letsmove: Rachael Ray and Marcus Samuelsson at the White House. In: YouTube, 2012. Abgerufen am 15. Juli 2014.

Das Programm Let’s Move! Museums and Gardens soll Wege finden, Bewegung und gesunde Ernährung den Kindern nahezubringen. So soll in den Schulmensen über die Mahlzeiten aufgeklärt werden.Letsmove: Let's Move! Museums and Gardens. In: YouTube, 2011. Abgerufen am 12. Juli 2014. Das Programm Let's Move! Healthy Schools arbeitet daran, Fritteusen durch Dampfgarer und Backöfen zu ersetzen, mehr Obst, Gemüse und Vollkorn zu servierenLetsmove: Remarks on Healthy School Programs. In: YouTube, 2013. Abgerufen am 18. Juli 2014. und die Süßigkeiten in den Snackmaschinen durch gesunde Alternativen zu ersetzen.

Zugang zu gesundem bezahlbarem Essen Weitere Bemühungen gelten der „Begrünung“ von sogenannten food deserts („Lebensmittelwüsten“), also Wohngebieten mit einer mangelhaften Versorgung mit gesunden Lebensmitteln, wovon 23,5 MillionenLetsmove: Bringing Healthy, Affordable Food to Underserved Communities. In: YouTube, 2011. Abgerufen am 12. Juli 2014. oft einkommensschwacher Amerikaner, darunter 6,5 Millionen KinderPartnership for a Healthier America: Leading Grocery Retailers Commit to Fight Childhood Obesity by Increasing Access to Healthy, Affordable Food for 10 Million Americans. In: PR Newswire, 20. Juli 2011. Abgerufen am 12. Juli 2014. betroffen sind. Der Zugang zu gesunden Lebensmitteln soll vereinfacht bzw. ermöglicht werden, indem etwa Lebensmittelläden oder Bauernmärkte unterstützt werden, sich in diesen Vierteln zu etablieren. Gemüse soll in Gemeindegärten und Hinterhöfen angebaut werden.Treuhaft: The Grocery Gap: Who Has Access to Healthy Food and Why It Matters. 2010, S. 21. Dazu sollen neue Nahrungsmittel entwickelt werden, die sowohl anziehend für die Käufer als auch gesund sind.Solving the Problem of Childhood Obesity Within a Generation: White House Task Force on Childhood Obesity: Report to the President. 2010, S. 59 f. Durch die Etablierung neuer Geschäfte sollen außerdem neue Arbeitsplätze geschaffen werden, was gerade für die ärmeren Gegenden einen weiteren wichtigen Schritt bei der Neugestaltung und Weiterentwicklung ihrer Viertel bedeutet.

Gesunde Nahrung soll verbilligt und – wie von einigen Staaten bereits in die Tat umgesetzt – energiereiche nährstoffarme Lebensmittel wie Süßigkeiten und Soft Drinks höher besteuert werden. Teilweise werden gesunde Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, subventioniert.Solving the Problem of Childhood Obesity Within a Generation: White House Task Force on Childhood Obesity: Report to the President. 2010, S. 57 f. Federal nutrition assistance programs („Bundes-Ernährungs-Hilfs-Programme“) helfen ärmeren Familien, Zugang zu ausreichend nährstoffreichen Mahlzeiten zu haben.Solving the Problem of Childhood Obesity Within a Generation: White House Task Force on Childhood Obesity: Report to the President. 2010, S. 61.