Zomia ist ein geographischer Begriff, der 2002 durch den niederländischen Historiker Willem van Schendel an der Universität von Amsterdamvan Schendel, W. (2005). "Geographies of knowing, geographies of ignorance: Jumping scale in Southeast Asia." In Kratoska, P., Raben, R., & Nordholt, H. (Eds). Locating Southeast Asia: Geographies of Knowledge and Politics of Space. Singapore: Singapore University Press. geprägt wurde. Mit Zomia bezeichnete er einen großen Teil des Hochland-Territoriums in Südostasien – eine knapp 2,5 Millionen Quadratkilometer große Zone einschließlich des tibetischen Hochlandes – deren Bewohner sich standardmäßig oder häufig der Autorität der Staaten, zu denen ihr Gebiet zählt, verweigerten oder zu entziehen vermochten und daher lange außerhalb staatlicher Verwaltungen lag, z. T. noch heute liegt. Erst die Verkürzung von Kommunikations- und Transportwegen nach Ende des Zweiten Weltkrieges trug zur Verkleinerung Zomias bei.

In seinem Buch „The Art of Not Being Governed: An Anarchist History of Upland Southeast Asia“ analysiert James C. Scott (1936–2024)James C. Scott: The Art of Not Being Governed: An Anarchist History of Upland Southeast Asia (Yale Agrarian Studies). Yale University Press, New Haven & London 2009, ISBN 978-0-300-15228-9. Zomia als letzte Erfahrung politischer Autonomie, die sich im Raum erstreckt und in der Zeit besteht und dabei in der Lage sei, dem „Fortschritt“ bis vor kurzem Einhalt zu gebieten: der Autonomie von ethnischen Gruppen wie den Hmong (Meo, Miao) oder Kachin in den Bergländern von Südostasien.

Etymologie Der Name leitet sich vom tibetobirmanischen "Zomi" für das Hochland und seine Bewohner ab.

Dark Zomia Mit dem „dunklen Zomia“ (Dark Zomia) beschreibt der Anthropologe Pinkaew Laungaramsri die von Fraud Factories, Menschenhandel und sonstiger Kriminalität geprägte Grenzregion Myanmars rund um Myawaddy.

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Asien)