Sparta Rotterdam ist ein Fußballverein aus Rotterdam in den Niederlanden und spielt in der höchsten Spielklasse, der Eredivisie. Der 1888 gegründete Verein ist der älteste noch bestehende Verein im bezahlten Fußball in den Niederlanden. Sparta gewann insgesamt sechsmal die nationale Meisterschaft und dreimal den Pokal.

Die Blütezeit von Sparta Rotterdam war die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als man zur dominierenden Mannschaft des Landes wurde und in den Jahren 1909 bis 1915 fünfmal den Landestitel errang. Sparta spielt seit 1916 im „Kasteel“, das das älteste Fußballstadion der Niederlande ist.

Geschichte 1888–1905: Gründung und Verankerung im niederländischen Fußball Acht Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren versammelten sich am 1. April 1888 und gründeten den Rotterdamsche Cricket Club Sparta. Der Ort war der Garten der Eltern von Jacobus Harteveld Hoos, am Oostvestplein 11 in der östlichen Innenstadt Rotterdams. Sportart des neuen Clubs war zuerst ausschließlich Cricket. Als jedoch einer der Väter Ende Juli 1888 einen Fußball aus England mitbrachte und den Jugendlichen schenkte, wurde auch Fußball gespielt und der Club in Rotterdamsche Cricket- en Footballclub Sparta umbenannt. Erste Spielplätze waren am Delftsche Poort, auf dem Gelände der Heinekenbrauerei und vor der Laurenskerk. Anfangs wurden nur wenige Spiele ausgetragen, da entsprechende Gegner noch fehlten. Im März 1890 schloss sich der Klub dem Nederlandsche Voetbal en Atletiek Bond (deutsch: Niederländischer Fußball- und Leichtathletikbund) an, dem Vorläufer des heutigen niederländischen Fußballbundes. Am 18. Dezember 1892 erspielte man ein Rekordergebnis, als der Amersfoortsche Voetbalclub mit 17:0 geschlagen wurde. Dabei gelangen Rechtsaußen Freek Kampschreur neun der 17 Treffer.

Im Frühjahr 1893 stieg der Club in die Eerste Klasse auf, die damalige höchste Spielklasse. Im selben Jahr spielte Sparta erstmals gegen einen ausländischen Verein. Allerdings verlor man gegen den englischen Vertreter FC Harwich & Parkeston mit 0:8. Ein Jahr darauf traf der Klub auf eine weitere Mannschaft von der Insel. Um sich gegen den FC Felixstowe nicht auch noch zu blamieren, sammelte der Verein die besten niederländischen Spieler zusammen und bestritt so ein erstes inoffizielles Spiel einer niederländischen Landesauswahl. Man trennte sich 1:1.

1894 gründete Sparta den Rotterdamse Voetbalbond (deutsch: Rotterdamer Fußballbund).

Bereits 1896 wollte Sparta ein Spiel gegen eine englische Frauenmannschaft organisieren und dazu eine eigene Frauenmannschaft aufstellen. Der Fußballverband verbot dieses Spiel und legte Sparta eine Geldstrafe auf mit dem Hinweis, dass „derartige Spiele dem guten Namen des Fußballs schaden“ würden.

In den Folgejahren hielt Sparta enge Kontakte zum englischen Fußball und hatte so großen Einfluss auf die frühe Entwicklung des Fußballs in den Niederlanden. In einer Zeit, als die meisten Mannschaften noch gar keine Trainer hatten, verpflichtete man regelmäßig Trainer aus England, zahlreiche Freundschaftsspiele gegen englische Mannschaften wurden arrangiert und verbesserten das Spiel der Mannschaft. Als 1899 der britische Verein AFC Sunderland zu Besuch in Rotterdam war, übernahm Sparta dessen Kleidung (rot-weiß-gestreiftes Trikot und schwarze Hosen) und machte rot und weiß zu den Vereinsfarben.

Ab 1900 übernahm der Verein größere Bedeutung im 1889 gegründeten Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond (KNVB). Unter anderem kümmerte man sich darum, den Wettbewerb um den Zilveren Bal (deutsch: Silberner Ball) zu organisieren, der 1901 erstmals ausgespielt wurde und im Laufe der Zeit zu einem traditionsreichen Turnier wurde, das bis 1985 ausgetragen wurde.

Am 30. April 1905 wurde das erste offizielle Spiel der niederländischen Nationalmannschaft in Antwerpen im Rahmen der Coupe Vanden Abeele gegen Belgien ausgetragen (4:1 n. V.). Erster Bondstrainer war der ehemalige Sparta-Spieler Cees van Hasselt. Auf seine Initiative hin beschloss der KNVB, das Rückspiel in Rotterdam auszutragen. Das erste Heimspiel der niederländischen Elftal wurde so am 14. Mai 1905 auf dem Schuttersveld im Stadtteil Crooswijk ausgetragen, dem damaligen Spielplatz von Sparta. Das Spiel endete 4:0. Bereits ab 1901 hatte Hasselt für den Wettbewerb – allerdings ohne Einbindung des Nationalverbandes – eine Auswahlmannschaft zusammengestellt, deren Ergebnisse jedoch nicht als Teil der offiziellen Länderspiele gewertet werden.

1906–1916: Erste goldene Jahre mini|Die Meistermannschaft von 1913 mini|hochkant|Sparta-Legende Bok de Korver In den ersten Jahren nach seiner Gründung spielte Sparta zwar konstant oben mit, hatte aber auch schnell den Titel als „ewiger Zweiter“ inne. In den ersten fünfzehn Jahren Ligafußball waren es meist zweite und dritte Plätze, die die Mannschaft erspielte. 1909 wurde der Club erstmals Nederlandse Landskampioen, Niederländischer Landesmeister. Zwischen 1911 und 1913 holte die Mannschaft drei weitere Titel nach Rotterdam, ehe die Serie vom HVV Den Haag unterbrochen wurde. Doch bereits zur Saison 1914/15 erkämpfte man sich erneut ins Meisterschaftsfinale und bezwang Vitesse Arnheim nach drei Spielen (1:2, 4:1, 3:0). Zudem wurde 1909, 1910 und 1911 der NBLO-Beker sowie 1910 und 1913 der Zilveren Bal gewonnen. Großen Einfluss auf diese Erfolge hatte der damalige englische Trainer Edgar Chadwick, der zwischen 1908 und 1913 die niederländische Nationalmannschaft trainierte. Dieser war zudem der erste Übungsleiter, den der Klub verpflichtete. Wichtige Schlüsselspieler dieser Zeit waren Bok de Korver, Huug de Groot und Cas Ruffelse.

Im Oktober 1916 zog der Verein in den Rotterdamer Stadtteil Spangen. Dort war zuvor die noch heute genutzte Sparta-Heimstätte Het Kasteel erbaut worden. Das „Kasteel“ (dt.: „Schloß“) erhielt seinen Namen aufgrund der charakteristischen Türmchen der Haupttribüne. Dieses Stadion war das erste Fußballstadion der Niederlande und sollte dem Club auf Dauer eine starke wirtschaftliche Stellung sichern, was jedoch nicht gelang.

1916–1952: Kriege und Zwischenkriegszeit Obwohl die Niederlande im Ersten Weltkrieg neutral und nicht direkt am Krieg beteiligt waren, ging der Krieg nicht spurlos vorüber. Die Wirtschaft musste starke Einbrüche verkraften. Durch die starke Verteuerung der Rohstoffe konnte Sparta das neue Stadion „Het Kasteel“ nicht in gewünschtem Umfang erbauen. Nur die Kasteel-Tribüne wurde den alten Plänen gemäß errichtet, die anderen Tribünen wurden kleiner und weniger aufwendig erbaut. Es gelang nicht, die alternde Mannschaft in diesen Jahren zu verjüngen. Sparta verlor seine dominierende Stellung und errang in den Folgejahren keine Meisterschaften mehr, obwohl man 1925 und 1929 immerhin die Regionalmeisterschaft gewann. In den Jahren 1924, 1926, 1928, 1931 und 1940 wurde die Mannschaft nur knapp geschlagen und musste sich mit dem nationalen Vizetitel begnügen. Durch die Einweihung des deutlich größeren Stadions „De Kuip“ durch den Erzrivalen Feyenoord Rotterdam 1937 verlor man zudem die wirtschaftliche Vormachtstellung in der Stadt. Immerhin errang Sparta noch Erfolge im Turnier um den Zilveren Bal. Zwischen 1923 und 1935 wurde dieser fünf Mal gewonnen.

mini|links|Das Sparta-Stadion Het Kasteel Während die Niederlande im Ersten Weltkrieg neutral geblieben waren, wurden sie erzwungenermaßen in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen. Am 14. Mai 1940 wurde Rotterdam schwer von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Die gesamte Innenstadt wurde vollständig zerstört. Das Viertel Spangen mit dem Kasteel war zwar nicht direkt von der Bombardierung getroffen, ein Spielbetrieb war jedoch erst einmal nicht möglich, zumal viele Obdachlose im Stadion eine erste Bleibe fanden. Während der deutschen Besatzung wurde der Spielbetrieb weitergeführt, bevor er 1944 endgültig eingestellt werden musste. Auch nach dem Kriegsende war an einen Spielbetrieb erst einmal nicht zu denken: der erste Nachkriegswinter 1945/46 sorgte in Rotterdam für eine große Hungersnot. Um Feuerholz zu erhalten, fällte die Bevölkerung fast jeden Baum der Stadt. Auch die hölzernen Tribünen des Kasteels fielen der verzweifelten Suche nach Feuerholz zum Opfer.

1952–1966: Zweite goldene Jahre mini|Kapitän Tonny van Ede beim Pokalsieg 1962 Trotz großer materieller Nöte und eines teilweise zerstörten Stadions baute Sparta in den Jahren nach dem Krieg wieder eine gute Mannschaft auf und knüpfte an alte Erfolge an. Schlüsselspieler jener Jahre waren Rinus Terlouw, Hans de Koning, Tinus Bosselaar und vor allem Kapitän Tonny van Ede. 1951 wurde ein weiteres Mal der Zilveren Bal gewonnen. 1953 und 1956 reichte es nach langer Durststrecke zum Triumph bei den Regionalmeisterschaften; 1952, 1954 und 1955 wurde man Zweiter. Durch den Titel von 1956 qualifizierte sich das von Trainer Denis Neville trainierte Team für die neue Eredivisie, für deren Gründung Spartas Vorsitzender Jos Coler eine der treibenden Kräfte war. Zwei Jahre später gewann Sparta zum ersten Mal den KNVB-Pokal, ein Jahr darauf – 1959 – wurde man erstmals seit 1915 wieder niederländischer Meister. Überlegen sicherte man sich bereits am drittletzten Spieltag den Titel durch ein 4:0 bei DWS Amsterdam. Damit qualifizierte sich die Mannschaft erstmals für einen internationalen Wettbewerb. Erster Gegner im Europapokal der Landesmeister 1959/60 war der schwedische Meister IFK Göteborg. Nach einem 3:1-Heimsieg und einer 1:3-Auswärtsniederlage musste ein Entscheidungsspiel folgen, das Sparta 3:1 gewann. Auch in der Folgerunde entschied gegen den schottischen Vertreter und großen Favoriten Glasgow Rangers eine dritte Partie, nachdem man 2:3 verlor und anschließend 1:0 gewann. Aber diesmal hatten die Rotterdamer Fußballer ein Nachsehen und schieden auf neutralem Boden, im Londoner Highbury, nach einem 2:3 aus. In der Saison 1961/1962 war man für den neu geschaffenen International Football Cup qualifiziert. Die Gruppenphase gewann man gegen IF Elfsborg, den SC Tasmania 1900 Berlin und den FC Basel. Im Viertelfinale scheiterte man an Slovan Bratislava. Durch diese Erfolge entwickelte sich ein Sparta-Boom in Rotterdam. 1963 wurden die Kapazitäten des Stadions auf 31.000 Plätze erweitert und die interne Vereinsstruktur wurde erweitert bzw. verbessert. Mit Hans Sonneveld wurde ein professioneller Scout verpflichtet, der auf der Suche nach talentierten Fußballern war. 1962 gewannen die Rot-Weißen zum zweiten Mal den nationalen Pokal. Zur Saison 1963/64 qualifizierte man sich erneut für den erst 1961 ins Leben gerufenen International Football Cup. Dort traf man auf den österreichischen Vertreter First Vienna FC 1894, es gab ein Wiedersehen mit IFK Göteborg und erneut spielte man gegen eine deutsche Mannschaft, den FC Bayern München. Gegen diesen setzte es vor heimischem Publikum eine 1:2-Niederlage, auswärts sogar eine 0:6-Pleite. Bis heute ist diese die höchste Niederlage für Sparta in einem internationalen Spiel – neben dem 0:6 gegen den FC Tirol Innsbruck 1975. 1966 gewann Sparta nach einem 1:0 gegen ADO Den Haag zum dritten Mal den nationalen Pokal. Dieser war der bis heute letzte große Titel für Sparta und die zweiten Goldenen Jahre waren zu Ende.

1966–1987: Gute Erstligamannschaft mini|Louis van Gaal (Sparta) im Zweikampf mit Ruud Gullit (Feyenoord)