Mohammad-Bāqer Vahīd Behbehānī (; , bekannt als ; geb. 1704–05 oder 1706–07 in Isfahan; gest. 1791–92 oder 1793–94)Lebensdaten nach Hamid Algar: (Encyclopædia Iranica), 1989 war ein bedeutender zwölferschiitischer Mudschtahid. Er war einer der Wiederbeleber der prinzipiellen selbstständigen Rechtsfindung, d. h. der Methodik der Idschtihad-Lehre. In seinem Hauptwerk Risālat al-idschtihād wa-l-achbār – der klassischen Verteidigung des Idschtihad gegen die achbaritische Herausforderung – betonte er die allgemeine Nichtverfügbarkeit von Gewissheit im ganzen Recht in der Folge der Verborgenheit (ġaiba).iranicaonline.org: Ejtehād (Aron Zysow): Er führte die Schule der Uṣūlis bzw. Uṣūliyya (Rationalisten/Ursprungsbetonte) des schiitischen Islam an und bekämpfte zusammen mit seinen Schülern erfolgreich die Schule der Achbaris (Akhbārī-Uṣūlī-Disput), die als Quelle des Rechts nur den Koran und die Überlieferungen (Hadith) anerkannte.30 der Schüler von Behbahani erreichten die hohe Stufe der selbständigen Rechtsfindung. Aus: german.irib.ir: Die islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 61) – Sendemanuskript des IRIB
Sein Vater und erster Lehrer, Mollā Moḥammad Akmal, war ein Schüler von Mollā Muḥammad Bāqir al-Madschlisī, er studierte auch unter Sayyed Sadr-al-Din Qomi.Hamid Algar: (Encyclopædia Iranica)
Einige der Schüler Wahid Behbahanis wurden große Instanzen der religionsrechtlichen Nachahmung, die die islamische Erweckungsbewegung entscheidend beeinflussten. Aus seinem theologischen Lehrkreis gingen Persönlichkeiten wie Molla Mahdi und Molla Ahmad Narāqī (geb. 1771), Scheich Dschafar Kaschif al-Ghita (gest. um 1813), Agha Sayyid Ali Tabatabai (geb. 1866), Haddsch Mohammad Ibrahim Kalbasi, Sayyid Mohammad Mahdi Bahr-ul-Ulum (ca. 1742 bis ca. 1798) und Mirza Qumi (circa 1738 bis ca. 1816) hervor.german.irib.ir: Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 89) (Sendemanuskript des Rundfunks der Islamischen Republik Iran vom 27. April 2014) – vgl. Die Aufzählung seiner Schüler von Hamid Algar in der Encyclopædia Iranica lautet: seine Söhne, Āqā Moḥammad-ʿAlī Behbahānī, Āqā ʿAbd-al-Ḥosayn; Mollā Mahdī Narāqī, Mīrzā Abu’l-Qāsem Qomī, Shaikh Jaʿfar Najafī, Ḥājj Moḥammad-Ebrāhīm Kalbāsī und Sayyed Moḥammad-Bāqer Šaftī.
Behbahani ist der Verfasser von mehr als siebzig Büchern über Fiqh und Grundsatzlehren der Religion. Er wurde in Kerbela im Irak im Schrein von Imam Hussein begraben.
Behbehani hat als „Sufi-Vernichter“ angeblich den Derwisch Ma’sum Ali Schah verhaften, vergiften und in einen Fluss werfen lassen.Peter Lamborn Wilson, Karl Schlamminger: Weaver of Tales. Persian Picture Rugs / Persische Bildteppiche. Geknüpfte Mythen. Callwey, München 1980, ISBN 3-7667-0532-6, S. 14–29 (Die Derwische), hier: S. 17.
Nach seinem Tod wurde sein Schüler Sayyid Mahdi Bahr-ul-Ulum (um 1743–1798) zur Instanz in religiösen Fragen der Schiiten.german.irib.ir: Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 89) (Sendemanuskript des Rundfunks der Islamischen Republik Iran vom 27. April 2014)
In neuerer Zeit haben sich Hamid Algar und Robert Gleave um die Erforschung von Person und Werk verdient gemacht.
Takfir Dem Zwölfer-Schia-Experten Moojan Momen zufolge spielte Behbehānī eine sehr bedeutende Rolle im schiitischen Islam, indem er die Bedrohung durch Takfīr ("the threat of takfir") hereinbrachte – d. h. die Opponenten zu Apostaten zu erklären, wobei Apostasie ein Kapitalverbrechen ist –
Werke (Auswahl) Risālat al-idschtihād wa-l-achbār
Literatur Hamid Algar: Behbahānī, Moḥammad-Bāqer (Encyclopædia Iranica), 1989 Robert Gleave: Inevitable doubt : two theories of Shī'ī jurisprudence. Leiden; Boston; Köln: Brill 2000 (zugl.: Bristol, Univ., Diss., 1999); ISBN 90-04-11595-1 (außerdem Yusuf al-Bahrani (1695–1772) und Muhammad Baqir al-Bihbahani) Hamid Algar: Āḳā Sayyid Muḥammad Bāḳir Bihbihānī, Encyclopaedia of Islam (Teilansicht a, b) Abbas al-Abiri: Al-Wahid Al-Behbahani (Man Of Intellect) / ديدار با ابرار وحيد بهبهاني / Übers. H. M. Najafi (Meeting the pious) (ein aus zwölferschiitischer Perspektive verfasstes Werk) Moojan Momen: An introduction to Shi’i Islam : the history and doctrines of Twelver Shi’ism, Oxford: G. Ronald, 1985, ISBN 0-85398-201-5 Hamid Algar: Religion and State in Iran, 1785–1906. The Role of the Ulama in the Qajar Period, Berkeley and Los Angeles, 1969 Heinz Halm: Die Schia. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-03136-9
Weblinks imamreza.net: Waheed Behbahani islamicinsights.com: Allama Waheed Behbahani tahoor.com: Imam Hossein’s life
Einzelnachweise und Fußnoten
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