Fritz Beckert (* 8. April 1877 als Carl Friedrich Beckert in Leipzig; † 27. September 1962 in Dresden) war ein deutscher Architekturmaler und Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Dresden.
Leben Beckert wurde als Sohn eines Eisenbahners geboren. Nach mehreren Wohnortwechseln, bedingt durch den Beruf des Vaters, legte er seinen Schulabschluss in Plauen ab. Bereits in der Schulzeit zeigte sich seine Zeichenbegabung.
Nach dem Schulbesuch begann Beckert 1894 ein Studium an der Leipziger Kunstakademie. Von dort wechselte er 1897 an die Dresdner Kunstakademie als Schüler von Friedrich Preller d. J. und Gotthardt Kuehl. Studienreisen führten ihn in verschiedene deutsche Regionen, besonders Thüringen und Franken, sowie nach Österreich und Italien. Bereits während der bis 1902 dauernden Studienzeit wurden seine Arbeiten mit der "Kleinen Silbernen Medaille", der "Großen Silbernen Medaille" und der "Kleinen Goldmedaille" der Dresdner Kunstakademie ausgezeichnet.
Nach Studienabschluss gehörte Beckert zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Die Elbier, die 1909 in der impressionistischen Dresdner Secession aufging, insofern wird er dem Dresdner Kolorismus zugerechnet. Beckert brachte in die Gruppe insbesondere Darstellungen heimatlicher Landschaften und süddeutscher Kleinstädte ein. Durch Ausstellungen, Veröffentlichungen und der Publikation von Ansichtskarten erlangten seine Werke eine hohe Bekanntheit.
1909 schlossen sich die Elbier mit der 1905 gegründeten Künstlergruppe Die Zunft um Hans Erlwein, Otto Gussmann, Fritz Schumacher und Georg Wrba zusammen. Die Bekanntschaft mit dem Dresdner Stadtbaurat Hans Erlwein beeinflusste Beckerts Wirken maßgeblich. Bereits ab 1905 schuf er zunehmend architektonische Schaubilder, die u. a. geplante Bauprojekte in der Umgebung darstellten. Dies brachte ihm Aufträge namhafter Architekten wie z. B. des Büros Lossow und Kühne, ein. Ab 1908 lehrte er als Privatdozent für Architekturmalerei an der Technischen Hochschule Dresden, wurde 1921 zum etatmäßigen außerordentlichen und 1925 zum ordentlichen Professor bis 1945. Er stand unter dem Einfluss von Cornelius Gurlitt, dem die genaue Architekturabbildung vor der Erzeugung einer Stimmung wichtig war.
Beckert trat bereits 1932 für den Nationalsozialismus ein, schloss sich zum 1. Mai 1933 der NSDAP an (Mitgliedsnummer 1.963.471)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/2100499 und unterzeichnete im November 1933 das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler.Beate Gläser: Entnazifizierung an der Technischen Hochschule Dresden 1945 bis 1980. Hochschulschrift, TU Dresden 2000. Für die Zeit des Nationalsozialismus ist seine Teilnahme an vierzehn großen Ausstellungen sicher belegtMartin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000, darunter 1942, 1943 und 1944 an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München mit acht Bildern, die das Interesse höchster Nazi-Führer und -Institutionen fanden. 1945 verlor Beckert sein Atelier und den größten Teil seines etwa 2.000 Arbeiten umfassenden Werkes am 13. April 1945 bei der Bombardierung Dresdens.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich in verschiedenen Vorträgen für den historischen Wiederaufbau der Dresdner Innenstadt ein und folgte damit der Intention von Fritz Löffler. 1955 hatte er mit Martin Clemens (1884–1968) eine Ausstellung von Aquarellen und Zeichnungen in der Dresdner Galerie Kühl. 1957 erfolgte eine weitere Ausstellung an der TH Dresden. Hans Joachim Neidhardt bezeichnete Beckerts Gemälde als „die letzte und großartigste künstlerische Dokumentation des alten Dresden vor seiner Vernichtung“.
Werke Petritürme in Freiberg (Öl; ausgestellt 1942 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung und von Nazi-Führer Arthur Greiser erworben) Tauberbrücke (Aquarell; ausgestellt 1942 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung und von Arthur Greiser erworben) Meißen im Winter (Öl; ausgestellt 1942 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung und von Nazi-Führer Martin Bormann erworben) Pirna (Öl; ausgestellt 1943 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung und von Bormann erworben) Dresdner Türme (Öl; ausgestellt 1943 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung und von der Obersten SA-Führung erworben)
Publizistische Arbeiten Die Aquarellmalerei und ihre Anwendung auf Architektur und Landschaft. Polytechnische Verlagsgesellschaft Max Hittenkofer, Strelitz, 1923 Das Zeichnen von Architektur und Landschaft. Polytechnische Verlagsgesellschaft Max Hittenkofer, Strelitz, 1924 Dresden. Eine kunstbetrachtende Wanderung, mit 13 farbigen Abbildungen nach Gemälden und 27 Zeichnungen. W. und B. v. Baensch Stiftung, Dresden, 1924 (mit Robert Bruck)
Literatur Aus den Skizzenbüchern eines Malers. Verlag der Kunst, Dresden, 1960 Erhard Frommhold: Unvergängliches Dresden. Aus dem Lebenswerk des Städtemalers Fritz Beckert. Verlag der Kunst. Dresden 1955. S. 14 Michael Kunze: Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Politik. Der sächsische Architekturmaler Fritz Beckert (1877-1962) in Sächsische Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte, Landeskunde, Natur und Umwelt 4/2023. Niederjahna 2023. ISSN 0486-8234. S. 417–421 Frank Petrasch: Fritz Beckert - Architekturmaler und Impressionist. in: Landesverein Sächsischer Heimatschutz (Hrsg.): Kalender Sächsische Heimat 2027 (Erklärung zum Titelbild) Dorit Petschel: 175 Jahre TU Dresden. Band 3: Die Professoren der TU Dresden 1828–2003. Hrsg. im Auftrag der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e. V. von Reiner Pommerin, Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-02503-8, S. 72 ().
Weblinks https://skd-online-collection.skd.museum/Home/Index?page=1&pId=11087100
Saxonia
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Die Elbier Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1877 Kategorie:Gestorben 1962 Kategorie:Mann