thumb|Peter Buxtun Peter Buxtun (gelegentlich auch Peter Buxton; geboren 29. September 1937 in PragDonald Granberg, John F. Galliher: A most human enterprise: controversies in the social sciences. Lexington Books, Lanham 2010, p. 3. als Peter Jan Buxbaum; gestorben 18. Mai 2024 in Rocklin, Kalifornien) war ein amerikanischer Sozialarbeiter und Mitarbeiter des United States Public Health Service, der aufgrund seiner Veröffentlichung der Tuskegee-Syphilis-Studie als Whistleblower bekannt wurde. Das Experiment wurde nach seinem öffentlichen Bekanntwerden eingestellt.

Leben Peter Jan Buxbaum wurde in Prag als einziges Kind des Chemikers Pavel Buxbaum und seiner aus Österreich stammenden Ehefrau Elfrieda, geb. Reichardt, geboren. Die jüdische Familie Buxbaum besaß eine Hutfabrik im nordböhmischen Úpice. 1938 floh Pavel Buxbaum mit seiner Frau und dem einjährigen Sohn Peter vor der Nazi-Okkupation in die Vereinigten Staaten. Er nahm den Namen Paul Buxtun an und ließ sich auf einer Farm im Willamette Valley in Oregon nieder. Peter Buxtun studierte an der University of Oregon Europäische Geschichte und diente anschließend in der US-Armee als Sanitäter. Anschließend ging er nach San Francisco und nahm 1965 eine Stelle beim Public Health Service an. Er verließ den PHS und schloss 1971 ein Jura-Studium am University of California College of the Law in San Francisco ab. Er praktizierte jedoch nicht als Jurist, sondern lebte anschließend durch das Erbe seines Vaters zu Vermögen gekommen als Privatier. Er verstarb 86-jährig an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung.

Aufdeckung der Tuskegee-Syphilis-Studie

1965 arbeitete Buxtun als 27-Jähriger als Sozialarbeiter und Epidemiologe in San Francisco, bevor er vom US Public Health Service als Interviewer für Patienten mit sexuell übertragbaren Erkrankungen eingestellt wurde. Während seiner Arbeit erfuhr er über Kollegen von der Tuskegee-Syphilis-Studie des Mediziners John Charles Cutler, bei der in Tuskegee in Alabama die Folgen unbehandelter Syphilis-Infektionen an fast 400 infizierten afroamerikanischen Landpächtern untersucht wurden.

Im November 1966 legte Buxtun bei der Abteilung für Geschlechtskrankheiten seiner Behörde offiziell Protest aus ethischen Gründen gegen die Studie ein. Der Protest wurde abgelehnt, weil die Studie noch nicht beendet war. Im November 1968 legte er erneut Protest ein, der ebenfalls als bedeutungslos abgelehnt wurde. miniatur|Untersuchung im Rahmen der Tuskegee-Syphilis-Studie 1972 informierte er schließlich die Journalistin Jean Heller vom Washington Evening Star über die Studie. Heller machte das Experiment in einem am 25. Juli 1972 erschienenen Artikel öffentlich bekannt; bereits am folgenden Tag war das Thema die Titelgeschichte der New York Times. In der Folge wurden von Senator Edward Kennedy Kongress-Anhörungen einberufen, bei denen Buxtun und offizielle Vertreter des United States Department of Health and Human Services angehört wurden. Die Studie wurde anhand der Ergebnisse kurz danach eingestellt.

Im Mai 1999 nahm Buxtun an der Einweihung eines Gedächtniszentrums mit öffentlicher Ausstellung zum Experiment in Tuskegee teil.

Literatur Susan Reverby: Examining Tuskegee: The Infamous Syphilis Study and Its Legacy. The University of North Carolina Press, Oktober 2009; ISBN 978-0-8078-3310-0

Belege

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