Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (2001)Der Laguna II im Euro-NCAP-Crashtest, 2001 (abgerufen am 29. Mai 2014, englisch) 105px Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (2003)Der Laguna II im Euro-NCAP-Crashtest, 2003 (abgerufen am 29. Mai 2014, englisch) 105px

Renault Laguna II (Typ G) bezeichnet die zweite Generation des Mittelklassewagens Laguna von Renault.

Allgemeines Entwicklungscode: X74 geplant und konstruiert im Renault Technocentre bei Paris Entwicklungszeit: 42 Monate Entwicklungskosten: 1 Mrd. Euro gebaut: März 2001 bis September 2007 Tagesstückzahl: 1600 Einheiten

Modellgeschichte Im März 2001 erschien der komplett neu entwickelte Laguna II. Das ihn charakterisierende sogenannte „Nasenpflaster“, ein Element zwischen Motorhaube und Kühlergrill, ist ungeachtet jeder Außenfarbe serienmäßig in Silbergrau lackiert. Als erstes Auto erreichte der Laguna II fünf Sterne (33 Punkte = 97 %, +1 Punkt für den Gurtwarner) beim Euro-NCAP-Crashtest.

Ebenfalls als erstes Auto erhielt der Laguna II anstelle eines herkömmlichen Schlüssels eine Chipkarte. Diese Karte gab es in den Versionen Keyless Drive sowie Keyless Entry & Drive. Erstere verfügte über je eine Taste zum manuellen Ver- und Entriegeln des Fahrzeugs. Die Variante Keyless Entry & Drive mit drei Knöpfen (aufpreispflichtige Ausstattung, Serie ab der Variante Privilège) hatte zusätzlich einen Automatikmodus. War er aktiv und näherte sich der Fahrer mit der Chipkarte dem Fahrzeug, so erkannte das Fahrzeug die Chipkarte. Bei Berührung eines Türgriffs wurde das Fahrzeug automatisch entriegelt (Sensor in der Griffmulde). Entfernte sich der Fahrer vom Fahrzeug, so wurde es automatisch wieder verriegelt. Zum Starten des Motors musste aber bei beiden Varianten die Karte in den Leser in der Mittelkonsole gesteckt (Freigabe der Lenksäulenverriegelung und Deaktivierung der Wegfahrsperre) und ein separater Start-/Stoppknopf gedrückt werden. Das Keyless-Drive-System wurde nach und nach auch in anderen Modellreihen (unter anderem Mégane) eingeführt und zur Keycard Handsfree weiterentwickelt (Option im Laguna III). Damit kann der Motor ohne vorheriges Einführen der Chipkarte in das Lesegerät gestartet werden.

Im Vergleich zum Vorgänger baute Renault die Ausstattungsvarianten stark aus. Die Basis-Version wurde Authentique genannt und bot serienmäßig unter anderem elektrische Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer und Klimaanlage. Darüber rangierte die Variante Expression, die zusätzlich unter anderem elektrische Fensterheber hinten, ein Lederlenkrad, neigungsverstellbare Sicherheitskopfstützen und Nebelscheinwerfer bot. Die eher sportliche Version Dynamique erhielt Sportsitze, Leder-/Stoffpolsterung und 17"-Aluräder. Daneben gab es noch die Privilège-Ausstattung, die schon nahezu komplett ausgestattet war (unter anderem mit Klimaautomatik, Regensensor und automatisch abblendendem Innenspiegel) und später sogar noch zur Privilège Plus erweitert wurde. Topmodell war die Ausstattung Initiale, die über Lederpolsterung, Xenon-Scheinwerfer und elektrische Sitzverstellung verfügte und darüber hinaus weitgehend alles Erdenkliche serienmäßig enthielt, sodass die Liste der weiteren Extras entsprechend kurz war.

Als Motoren gab es die schon aus dem Laguna I bekannten 1,6- und 1,8-Liter-Benziner mit 107 bzw. 120 (später 115) PS. Hinzu kamen ein 2,0-Liter-16V mit 135 PS, der kurzzeitig durch einen 2,0-Liter-16V-Direkteinspritzer (2,0 IDE) mit 140 PS ersetzt wurde, und ein 3,0-Liter-24V mit 207 PS (nur erhältlich mit der Proactiv-Automatik). Später folgte noch eine Turboversion des 2,0-Liter-16V mit 163 PS. Als Diesel-Motorisierungen gab es die Neuentwicklungen 1.9 dCi (105 PS und 120 PS) und den 2.2 dCi (135, später 150 PS).

Der 2.2 dCi erwies sich als nicht sehr haltbar, was für viele Laguna-Fahrer Motorenprobleme zur Folge hatte. Diese Qualitätsmängel sollen durch das Facelift im Frühjahr 2005 behoben worden sein. Der Wagen belegte jahrelang den schlechtesten Platz der Pannenstatistik.Pannenstatistik – autobild.de

Auf Basis des Laguna wurden ab 2002 auch die Limousine Vel Satis sowie der Van Espace IV im französischen Werk Sandouville gefertigt.

Technische Daten 1.6 16V 1.8 16V2.0 16V2.0 IDE2.0 16V Turbo3.0 V6 1.9 dCi 2.2 dCi Bauzeitraum03/2001–03/200503/2001–10/200401/2003–03/200508/2002–03/200503/2001–01/200301/2003–03/200503/2001–03/200508/2004–03/200503/2001–08/200403/2001–01/200203/2001–03/200511/2004–03/200508/2002–03/2005 Motorkenndaten Motortyp R4-OttomotorV6-Ottomotor R4-Dieselmotor Anzahl Ventile pro Zylinder 4 2 4 Ventilsteuerung DOHC, Zahnriemen2 × DOHC, Zahnriemen OHC, Zahnriemen DOHC, Zahnriemen Gemischaufbereitung SaugrohreinspritzungBenzindirekteinspritzung Saugrohreinspritzung Common-Rail-Einspritzung Motoraufladung— Turbolader,Ladeluftkühler— Turbolader,Ladeluftkühler Kühlung Wasserkühlung MotorkennungK4M F4PF4RF5RF4RtL7XF9Q 664F9Q 754F9Q 718F9Q 670 G9T Bohrung × Hub79,5 × 80,5 mm 82,7 × 83,0 mm 82,7 × 93,0 mm87,0 × 82,6 mm 80,0 × 93,0 mm 87,0 × 92,0 mm Hubraum1598 cm³ 1783 cm³ 1998 cm³2946 cm³ 1870 cm³ 2188 cm³ Verdichtungsverhältnis10,0:1 9,8:1 10,0:19,5:110,5:1 19,0:1 max. Leistung79 kW(107 PS)bei 5750/min88 kW(120 PS)bei 5750/min85 kW(115 PS)bei 5750/min99 kW(135 PS)bei 5500/min103 kW(140 PS)bei 5500/min120 kW(163 PS)bei 5000/min152 kW(207 PS)bei 6000/min68 kW(92 PS)bei 4000/min74 kW(100 PS)bei 4000/min79 kW(107 PS)bei 4000/min88 kW(120 PS)bei 4000/min102 kW(139 PS)bei 4000/min110 kW(150 PS)bei 4000/min max. Drehmoment148 Nmbei 3750/min170 Nmbei 3750/min168 Nmbei 3750/min191 Nmbei 3750/min200 Nmbei 4250/min270 Nmbei 3250/min285 Nmbei 3750/min230 Nmbei 2000/min200 Nmbei 1500/min250 Nmbei 1750/min270 Nmbei 2000/min320 Nmbei 1750/min320 Nmbei 2000/min Kraftübertragung Antrieb Vorderradantrieb Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe 4-Stufen-Automatikgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe6-Gang-Schaltgetriebe5-Stufen-Automatikgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe Getriebe, optional — 4-Stufen-Automatikgetriebe — 5-Stufen-Automatikgetriebe Messwerte Höchstgeschwindigkeit195 km/h203 km/h190 km/h205 km/hmit Automatik: 200 km/h210 km/h218 km/h235 km/h180 km/h185 km/h193 km/h200 km/h210 km/h215 km/hmit Automatik: 208 km/h Beschleunigung, 0–100 km/h11,5 s10,8 s12,9 s9,9 smit Automatik: 12,1 s9,8 s8,5 s8,1 s14,2 s13,0 s12,3 s10,7 s9,8 s9,8 smit Automatik: 10,9 s Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)7,2 l S7,6 l S8,3 l S7,9 l Smit Automatik: 8,4 l S7,7 l S8,2 l S10,1 l S5,6 l D5,4 l D5,6 l D7,2 l D6,8 l D6,5 l D mit Automatik: 7,6 l D Bemerkungennicht für E10-Kraftstoff geeignetListe der nicht E10-geeigneten Renault-PKW-Modelle Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.

Modellpflege Im April 2005 wurde der Laguna II überarbeitet (Phase II). Auffälligstes Merkmal ist die Anpassung der Front an das Markengesicht, daher entfiel das „Nasenpflaster“. Hauptaugenmerk bei Renault war eine Verbesserung der Qualität sowohl der Materialien im Innenraum als auch der Mechanik und Elektronik.

Im Innenraum wurden zum ersten Mal Sicherheitskopfstützen für Kinder verbaut. Die Kopfstützen auf den hinteren Plätzen lassen sich aufklappen. Dahinter befinden sich zwei seitlich gepolsterte Stützen, die zum einen als Kopf- und Nackenstütze, zum anderen als Schutz vor zu schnellem Vor- und Zurückschnellen des Kopfes bei einer Kollision dienen.

Die Chipkarte zum Öffnen und Starten des Wagens wurde verbessert. Es war nun nicht mehr nötig, die Karte zum Starten in den Schlitz zu stecken, denn sie konnte in der Tasche des Fahrers verbleiben. Zusätzlich gab es ein neues DVD-Navigationssystem Carminat 3, das über ein zentrales Bedienelement in der Mittelkonsole (ähnlich dem Audi MMI) gesteuert wurde. Platz dafür wurde durch den Wegfall der normalen Handbremse geschaffen, die jetzt elektrisch zu betätigen war. Das Navigationssystem konnte wichtige Streckenteile (beispielsweise sich teilende Autobahnen) in 3D darstellen, so dass der Fahrer frühzeitig erkennt, welcher Fahrspur er folgen muss.

Die Basis-Version wurde Emotion genannt; vor dem Facelift war dieser Name für ein Sondermodell des Laguna II verwendet worden, die Privilège Plus-Linie wurde wieder in Privilège geändert. Außerdem gibt es eine Sportversion, die GT genannt wird. Als Antrieb dient der auf 204 PS leistungsgesteigerte 2,0 Turbo (nahezu baugleich mit dem 225-PS-Motor aus dem Mégane RS). Neben einem strafferen Sportfahrwerk mit einer Tieferlegung von 10 mm wurde vor allem der Innenraum mit schwarz-rotem Lederbezug und roten Ziernähten optisch der Leistung angepasst. Außerdem sind spezielle 17"-Alufelgen und die Sonderfarbe Curacao-Blau erhältlich.

Die 1,6- und 1,8-Liter-Benziner des Phase I wurden mit der Modellpflege durch den schon aus dem Mégane bekannten 1.6 16V mit 82 kW (112 PS) ersetzt. Außerdem wurde die Leistung des 2.0 16V Turbo auf 125 kW (170 PS) gesteigert. Den 1.9 dCi stattete Renault mit einem Rußpartikelfilter aus und wurde in den Leistungsstufen 81 kW (110 PS) und 96 kW (130 PS) angeboten. Der 2.2 dCi wurde von 110 kW (150 PS) auf 102 kW (139 PS) gedrosselt.

Ab Anfang 2007 gab es noch eine zusätzliche Ausbaustufe des 2.0 dCi mit 127 kW (173 PS) sowie ein neues 6-Gang-Getriebe, das aus der Kooperation mit Nissan hervorging.

Technische Daten