Millettia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die etwa 100 Arten sind in der Paläotropis verbreitet.
Beschreibung mini|links|Illustration aus Bulletin de la Société royale de botanique de Belgique, 1866 von Millettia versicolor mini|Illustration von Millettia xylocarpia aus Blanco
Erscheinungsbild und Blätter Millettia-Arten sind verholzende Pflanzen und wachsen je nach Art als Baum, Strauch oder Liane. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind unpaarig gefiedert und die Fiederblätter sind gegenständig oder selten fast wechselständig an der Blattrhachis angeordnet. Die Laubblätter besitzen einen Pulvinus. Es können Nebenblättchen der Fiederblätter vorhanden sein. Die Nebenblätter sind haltbar oder fallen früh ab.
Blütenstände und Blüten Die scheintraubigen Blütenstände sind meist scheinbar unverzweigt, aber bei Millettia ichthyochtona verzweigt. An den Blütenstandsachsen befinden sich an jedem Knoten zu Büschel reduzierte Verzweigungen, die jeweils zwei bis fünf Blüten enthalten. Es sind Trag- und Deckblätter vorhanden; sie fallen oft schon vor der Anthese ab.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen und der Kelch endet in fünf kurzen Kelchzähnen, von den die oberen zwei mehr oder weniger vollständig verwachsen sind. Die fünf Kronblätter sind blau oder weiß. Die Blütenkronen besitzen die typische Form der Schmetterlingsblüte. Die Fahne ist relativ groß und kann an ihrer Basis Schwielen besitzen. Die Flügel sind nicht mit dem Schiffchen verwachsen. Das Schiffchen ist nach innen gebogen und endet stumpf. In der Knospe ist manchmal ein Staubblatt frei und verbindet sich später mit den anderen neun verwachsenen Staubblättern. Die Staubbeutel sind alle gleich. Es ist ein röhrenförmiger Diskus um das Fruchtblatt herum vorhanden. Das einzige Fruchtblatt ist linealisch und meist sitzend oder selten gestielt. Der kahle Griffel ist gerade oder nach innen gekrümmt.
Früchte und Samen Die Hülsenfrüchte sind flach, manchmal zylindrisch oder sind nur über den Samen etwas verdickt. Es können an einer oder an beiden Nähten Kanten vorhanden sein. Reife Hülsenfrüchte öffnen sich langsam mit zwei Fruchtklappen und enthalten einen oder einige Samen. Die Samen sind kugelig oder linsenförmig. Der Samenstiel (Funikel) ist fleischig sowie oben angeschwollen und umhüllt das Hilum als kurzer ringähnlicher Arillus.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Millettia wurde 1834 durch Robert Wight und George Arnott Walker Arnott in Prodromus Florae Peninsulae Indiae Orientalis, Volume 1, S. 263–264 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Millettia ehrt Charles Millett ; er war ein Pflanzensammler und Beauftragter der East India Company und sammelte viele Herbarbelege von unbestimmten Millettia-Exemplaren als er in Canton und Macao war. Synonyme für Millettia sind: Neodunnia , Berrebera , Galedupa , Otosema , Lonchocarpus sect. Caudaria . Der Umfang (90 bis 200 Arten) der Gattung Millettia wird kontrovers diskutiert.
Die Gattung Millettia gehört zur Tribus Millettieae in der Unterfamilie Faboideae innerhalb der Familie der Fabaceae.
Die Gattung Millettia ist im subtropischen sowie tropischen Afrika, Madagaskar und Asien verbreitet. Etwa 90 Arten kommen im tropischen Afrika vor. Acht Arten sind in Madagaskar beheimatet. In China kommen etwa 18 Arten vor, davon sechs nur dort. Vorkommen in Australien werden nur von wenigen Autoren angegeben. Millettia-Arten gedeihen im tropischen Regenwald und vom saisonal trockenen Tiefland bis zum Hochlandwald sowie an Waldrändern, in Waldländern, im Dickicht, im baumbestandenen Grasland und Sekundär-Vegetationstypen.
In der Gattung Millettia gibt es etwa 100 Arten:
mini|Habitus von Millettia duchesnei mini|Millettia dura mini|Blütenstand von Millettia grandis mini|Gefiederte Laubblätter und Hülsenfrüchte von Millettia grandis mini|Blütenstände von Millettia griffoniana mini|Blütenstände von Millettia japonica mini|Blütenstände von Millettia peguensis mini|Millettia pinnata mini|Habitus von Millettia reticulata mini|Gefiederte Laubblätter und Hülsenfrüchte von Millettia stuhlmannii mini|Blütenstände von Millettia thonningii
Millettia aboensis : Sie kommt in Kamerun, Nigeria und Äquatorialguinea vor. Millettia achtenii : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia acuticarinata : Sie kommt nur in Angola vor. Millettia acutiflora : Sie kommt in Thailand vor. Millettia ahernii : Sie kommt auf den Philippinen vor. Millettia angustidentata : Sie kommt in Tansania und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia angustistipellata : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia aromatica : Sie kommt nur in Angola vor. Millettia aurea : Sie kommt nur in Madagaskar in den Provinzen Mahajanga sowie Toliara vor. Millettia austroyunnanensis : Dieser Endemit gedeiht in lichten Waldländern in Höhenlagen von etwa 2000 Metern nur im südlichen Yunnan. Millettia barteri : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis zum Sudan und Angola vor. Millettia bassacensis : Sie kommt nur in Laos vor. Millettia bequaertii : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia bibracteolata : Sie kommt nur in Gabun vor. Millettia bicolor : Sie kommt in der Republik Kongo vor. Millettia bipindensis : Sie kommt in Kamerun, Gabun und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia boniana : Sie kommt in Vietnam vor. Millettia borneensis : Sie kommt in Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur vor. Millettia brachycarpa : Sie kommt auf den Philippinen vor. Millettia brandisiana : Sie kommt in Thailand und in Myanmar vor. Millettia bussei : Sie kommt in Mosambik und Tansania vor. Millettia buteoides : Sie kommt in Thailand und Laos vor. Millettia cabrae : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia caerulea : Sie kommt in Thailand und in Myanmar vor. Millettia capuronii : Sie kommt in Madagaskar in den Provinzen Antsiranana, Fianarantsoa sowie Toliara vor. Millettia caudata : Sie kommt in Indien, Bangladesch und Myanmar vor. Millettia chrysamaryssa : Sie kommt in Malaysia vor. Millettia chrysophylla : Sie kommt in der Elfenbeinküste, in Kamerun, Gabun, Ghana, Guinea, Liberia, Nigeria, Togo und Sierra Leone vor. Millettia comosa : Sie kommt in Kamerun, in der Demokratischen Republik Kongo und Angola vor. Millettia conraui : Sie kommt in Kamerun und Nigeria vor. Millettia coruscans : Sie kommt in Kamerun und Äquatorialguinea vor. Millettia cubittii : Sie kommt in Myanmar, Vietnam und im südlichen Yunnan vor. Millettia decipiens : Sie kommt auf der Malaiischen Halbinsel vor. Millettia dinklagei : Sie kommt in Liberia, Sierra Leone, Kamerun und Nigeria vor. Millettia diptera : Sie kommt in Vietnam vor. Millettia discolor : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia drastica : Sie kommt in Kamerun, Gabun, Äquatorialguinea, Nigeria, in der Demokratischen Republik Kongo, Angola und im Sudan vor. Millettia dubia : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia duchesnei : Sie kommt in Kamerun und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia dura : Sie kommt in Tansania, Kenia, Uganda, in der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda, Burundi, Südafrika, Mauritius, Indien und Sri Lanka vor. vor. Millettia eberhardtii : Sie kommt in Vietnam vor. Millettia eetveldeana : Sie kommt in Angola, Sambia, in der Demokratischen Republik Kongo, in der Republik Kongo, Mosambik, Tansania und Uganda vor. Millettia elongatistyla : Sie kommt in Tansania vor. Millettia elskensii : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia entadoides : Dieser Endemit gedeiht an Hängen in Höhenlagen von 1500 bis 2600 Metern nur im südwestlichen Yunnan. Millettia eriocarpa : Sie kommt nur in Tansania vor. Millettia erythrocalyx : Sie kommt in Thailand, Kambodscha, Laos und Yunnan vor. Millettia eurybotrya : Sie kommt in Laos, Vietnam und China vor. Millettia exauriculata : Sie kommt in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia extensa (Syn.: Millettia auriculata , Millettia macrophylla ): Sie kommt in Pakistan, Indien, Myanmar, Nepal, Sikkim, Bhutan, Vietnam, Thailand und Kambodscha vor. Millettia fallax : Sie kommt in Thailand vor. Millettia ferruginea : Sie kommt nur in Äthiopien vor. Millettia foliolosa : Sie kommt in Laos vor. Millettia fordii : Sie kommt in Guangdong und in Guangxi vor. Millettia fruticosa : Sie kommt in Indien, Nepal und Myanmar vor. Millettia fulgens : Sie kommt in Gabun, in der Demokratischen Republik Kongo und Angola vor. Millettia gagnepainiana : Sie kommt nur in Gabun vor. Millettia galliflagrans : Sie kommt auf der Malaiischen Halbinsel vor. Millettia glabra : Sie kommt in Indonesien vor. Millettia glaucescens : Sie kommt in Indien, Nepal, Sikkim, Bhutan, Myanmar und Thailand vor. Millettia goossensii : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia gossweileri : Sie kommt in Angola und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia gracilis : Sie kommt nur in Angola vor. Millettia grandis : Sie kommt in Mosambik, Simbabwe, Malawi, Südafrika und Mauritius vor. Millettia griffithii : Sie kommt in Myanmar und im südlichen Yunnan vor. Millettia griffoniana : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Millettia harmandii : Sie kommt nur in Laos vor. Millettia harmsiana : Sie kommt in der Demokratischen Republik Kongo und in Äquatorialguinea vor. Millettia hedraeantha : Sie kommt nur in Kamerun vor. Millettia hemsleyana : Sie kommt in Malaysia und Thailand vor. Millettia hitsika : Sie kommt in Madagaskar vor. Millettia hockii : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia hylobia : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia hypolampra : Sie kommt in Kamerun und in Nigeria vor. Millettia ichthyochtona : Sie kommt in Thailand, Vietnam und Yunnan vor. Millettia impressa : Sie kommt in Angola, Mosambik, Tansania, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Republik Kongo vor. Millettia irvinei : Sie kommt in Ghana vor. Millettia japonica (Syn.: Wisteria japonica ): Sie kommt in Japan und auf den Ryūkyū-Inseln vor. Millettia kangensis : Sie kommt in Thailand vor. Millettia kityana : Sie kommt in Thailand vor. Millettia klainei : Sie kommt in Gabun vor. Millettia lacus-alberti : Sie kommt in Uganda und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia lane-poolei : Sie kommt in Sierre Leone, Elfenbeinküste und Liberia vor. Millettia lantsangensis : Dieser Endemit gedeiht in Gebüschen an Hängen in Höhenlagen von 1200 bis 1600 Metern nur im südwestlichen Yunnan. Millettia laotica : Sie kommt in Laos vor. Millettia lasiantha : Sie kommt in Kenia, Tansania, Malawi und Mosambik vor. Millettia lastoursvillensis : Sie kommt in Gabun vor. Millettia latifolia : Sie kommt in Thailand und in Vietnam vor. Wenge (Millettia laurentii ): Sie kommt in Kamerun, Gabun, in der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Äquatorialguinea vor. Millettia le-testui : Sie kommt in Angola, Gabun und in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia lebrunii : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor. Millettia lecomtei : Sie kommt in Gabun vor. Millettia lenneoides (Syn.: Millettia grandidieri , Millettia polyphylla ): Sie kommt in Madagaskar in den Provinzen Antsiranana, Mahajanga sowie Toliara vor. Millettia leonensis : Sie kommt in Sierra Leone vor. Millettia leptobotrya : Sie kommt in Laos, Vietnam und im südlichen Yunnan vor. Millettia leucantha : Sie kommt in Thailand, Myanmar, Laos und im südlichen Yunnan vor. Millettia liberica : Sie wurde 2003 erstbeschrieben und kommt in der Elfenbeinküste, Sierre Leone und Liberia vor. Millettia limbutuensis : Sie kommt nur in der Demokratischen Republik Kongo vor.