Usha (auch Uscha) war eine antike Siedlung im unteren Galiläa, die im 2. Jahrhundert nach Christus zu einem wichtigen Zentrum rabbinischer Theologie wurde.Martin Goodman: Die Geschichte des Judentums. Glaube, Kult, Gesellschaft. Klett-Cotta, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-608-96469-1, S. 361 mini|300px|Lokalisation von Usha in Israel (), ca. 18 km östlich von Haifa mini|300px|Eine ausgegrabene Mikwe im antiken Usha
Historische Bedeutung Der Ort wurde im 2. Jahrhundert (ca. 135 n. Chr.) nach den „Hadrianischen Verfolgungen“ bedeutsam, als der Sanhedrin oder rabbinische Gericht von Yavne in Judäa nach Usha und dann von Usha zurück nach Yavne und dann ein weiteres Mal verlegt wurde. Die Historiker nehmen an, dass der Sanhedrin dort blieb, bis er während der Herrschaft von Lucius Verus aufgelöst und unter Marcus Aurelius in Shefar'am wiederhergestellt wurde. Gemäß der jüdischen Tradition fand hier die „Synode von Usha“ zu Rechtsfragen statt, die ein wichtiges Stadium in der Entwicklung der Halakha markieren.Martin Jacobs: Usha In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Band 8, 4. Auflage, Sp. 859
Darüber hinaus war Uscha für einige Zeit, ab circa 100 n. Chr., der Sitz von Rabbi Simeon ben Gamaliel II. und Lehrstätte für Rabbi Jehuda ha-Nasi, der hier von Rabbi Jehuda ben Ilai ausgebildet wurde.Michael Avi-Yonah: Usha. In: Encyclopaedia Judaica. Band 20, S. 431. mini|300px|Nach einer archäologischen Ausgrabung freigelegte Gebäudereste in Usha
1937 wurde 3 km westlich vom historischen Ort der gleichnamige Kibbuz Usha gegründet.
Literatur Martin Jacobs, Usha in: Religion in Geschichte und Gegenwart, Band 8, 4. Auflage, Sp. 859 Michael Avi-Yonah, Usha in: Encyclopaedia Judaica, Band 20, S. 431
Einzelnachweise
Kategorie:Jüdische Geschichte Kategorie:Antike Stadt