Die Abfallintensität bezeichnet als volkswirtschaftliche Kennzahl das Verhältnis von Gesamtabfallaufkommen zu Bruttoinlandsprodukt und wird als Indikator einer nachhaltigen Abfallwirtschaft herangezogen.

Verwendung als umweltökonomische Kennzahl In § 6 Abs. 1 KrWG regelt der Gesetzgeber die Abfallhierarchie, bei der an erster Stelle die Vermeidung von Abfällen gesetzt wurde.Abfallrecht - Kreislaufwirtschaftsgesetzt mit Verordnungen Abfallverbringungsrecht. 16., überarb. Auflage. München 2012, S. 10. Um die Nachhaltigkeit der Abfallvermeidungsmaßnahmen über den Zeitverlauf nachvollziehen zu können, wird die Abfallintensität als umweltökonomische Kennzahl herangezogen:

Um die Inflationsschwankungen unberücksichtigt zu lassen, wird zur Berechnung der Abfallintensität das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt als Grundlage verwendet.Klaus Sauerborn u. a.: Innovationspotentiale für Umwelt- und Klimaschutz in Europäischen Förderprogrammen Nordrhein-Westfalens. Trier 2010, S. 17. Verläuft die Abfallintensität im gegenläufigen Verhältnis zu der Wirtschaftsleistung, so wird von einer nachhaltigen Abfallwirtschaft gesprochen.Steffi Krenzke: Gesamtabfallaufkommen in Baden Württemberg 2008 - Baumassenabfälle nahmen deutlich zu. In: Statistisches Monatsheft Baden Württemberg. Nr. 9, 2009, S. 1.

Entwicklung der Abfallintensität in Deutschland Das Statistische Bundesamt berechnet drei verschiedene Abfallintensitäten, jeweils in Abhängigkeit vom preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt: Das Bruttoabfallaufkommen: Die Gesamtmenge allen erfassten Abfalls in Deutschland.

Das Nettoabfallaufkommen: Die Gesamtmenge allen erfassten Abfalls in Deutschland reduziert um den Output der Abfallverwertungs- und Abfallbeseitigungsanlagen im Inland.

Bau- und Abbruchabfälle: Diese stellen mit knapp 56 % des Gesamtabfallaufkommens die größte Abfallfraktion in Deutschland dar und werden daher zusätzlich gesondert erfasst.Johann Wackerbauer: Entsorgungswirtschaft: Branchenkonjunktur wieder aufwärts gerichtet. In: ifo Schnelldienst. Nr. 7, 2008, S. 32.

Seit dem Jahr 1996 sank die Abfallintensität in Deutschland von 194 kg/1000 € auf 141 kg/1000 € im Jahr 2011, was einem Rückgang von zirka 38,5 Prozent entspricht. Der starke Rückgang wird jedoch vor allem der seit 2005 stark nachlassenden Bautätigkeit zugeschrieben.Statistisches Bundesamt: Umwelt – Abfallintensität. Wiesbaden 2013.

Literatur K. Kutzschbauch, I. Heiser: Die Abfallintensität weist sinkende, die-Verwertung steigende Tendenz auf. In: Müll und Abfall. Band 12, Nr. 05, 2005, S. 605.

Einzelnachweise

Kategorie:Volkswirtschaftliche Kennzahl Kategorie:Abfallwirtschaft Kategorie:Nachhaltigkeit