Das Netzwerk Museen ist ein Verbund von Museen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, welches im Dreiländermuseum Lörrach (D) koordiniert wird.

Ausgangssituation Mit der Ausstellung Nach dem Krieg/Après la guerre"Nach dem Krieg/Après la guerre", Website des Dreiländermuseums. Abgerufen am 26. Juni 2014. von 1995 begann erstmals am südlichen Oberrhein die trinationale Zusammenarbeit von Museen: 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs thematisierte das deutsch-schweizerisch-französische Projekt Kriegsende und Nachkriegszeit am südlichen Oberrhein. Die Ausstellungen der beteiligten Museen Dreiländermuseum Lörrach (damals Museum am Burghof), Museum.BL (Schweiz, damals Kantonsmuseum Baselland) und Musée Historique Mulhouse (Frankreich) fanden zeitgleich statt. Die Zusammenarbeit erstreckte sich auf Konzeption, Rahmenprogramm und Öffentlichkeitsarbeit der Ausstellungen. Es gab einen gemeinsamen Katalog und ein gemeinsames Ausstellungsplakat für die drei Ausstellungen. Im Lauf der Jahre folgten vier weitere Ausstellungsreihen:

Revolution 1848/49 – Nationalität trennt, Freiheit verbindet (1998)"Revolution 1848/49 – Nationalität trennt, Freiheit verbindet", Website des Dreiländermuseums. Abgerufen am 26. Juni 2014. Verrückte Regio: Fasnacht – Fasnet – Carnaval (2004)"Verrückte Regio: Fasnacht – Fasnet – Carnaval", Website des Dreiländermuseums. Abgerufen am 26. Juni 2014. Mythische Orte am Oberrhein (2007)"Mythische Orte am Oberrhein", Website des Dreiländermuseums. Abgerufen am 26. Juni 2014. Der Oberrhein um 1900 (2009)"Der Oberrhein um 1900", Website des Dreiländermuseums. Abgerufen am 26. Juni 2014.

Idee und Ziel Grundlegende Idee des Netzwerks ist es, die Möglichkeiten grenzüberschreitender Museumszusammenarbeit zu nutzen, um Geschichte im transnationalen Kontext darzustellen. Um eine kontinuierliche Zusammenarbeit von Museen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz sicherzustellen und eine ständige und flexible Zusammenarbeit zu ermöglichen, die projektbezogen wechselnde Museen zusammenführt, wurde das Netzwerk Museen im Jahr 2012 vom Dreiländermuseum Lörrach gegründet. Das Dreiländermuseum verfügt selbst über eine grenzüberschreitend konzipierte Dauerausstellung und hatte sich schon zuvor an allen grenzüberschreitenden Projekten federführend beteiligt. Die Förderung durch die Europäische Union, Website des Förderprogrammes INTERREG IV Oberrhein. Abgerufen am 26. Juni 2014. ermöglichte es, das Netzwerk nun auf das gesamte Oberrheingebiet auszudehnen. Das Netzwerk Museen wurde darum auch wesentlicher Teil des INTERREG-Projektes B 34 mit dem Projekttitel „Dreiländermuseum – trinationales Netzwerk für Geschichte und Kultur“, Website des Förderprogrammes INTERREG IV Oberrhein, Projekt B 34 – Dreiländermuseum – Trinationales Netzwerk für Geschichte und Kultur (pdf), abgerufen am 26. Juni 2014. des Dreiländermuseums Lörrach. Ziel des Netzwerkes ist es, alle 3 bis 4 Jahre zu einem übergeordneten Themenschwerpunkt grenzüberschreitende Ausstellungsreihen zu konzipieren und Synergie-Effekte im Bereich Sammlung und Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Mit dem Netzwerk Museen wurde ein Instrument geschaffen das breiten Bevölkerungsschichten die Geschichte und Gegenwart der Region am Oberrhein näherbringt und die Menschen der Region dazu anregen soll, Ausstellungen zu einem Themenschwerpunkt sowohl im eigenen Land als auch den jeweiligen Nachbarländern zu besuchen.Markus Moehring: Das Dreiländermuseum und die trinationalen Netzwerke am Oberrhein. In: Museumskunde. Bd. 78, 2013, S. 47–49.

Organisation mini|Logo Netzwerk Museen 2014 mini|Organigramm Netzwerk Museen Die Geschäftsstelle des Museums-PASS-Musées und das Dreiländermuseum Lörrach initiieren alle drei Jahre Arbeitstagungen der teilnehmenden Museen. Das erste „Kick-Off“-Arbeitstreffen fand am 8. März 2013 statt. Großes Kulturprojekt „Dreiländermuseum – trinationales Netzwerk für Geschichte und Kultur startet am Oberrhein“, Website REGIO TRENDS – Die Internetzeitung für Strasbourg – Freiburg – Basel – Schwarzwald. Abgerufen am 28. Juni 2014. Die Museen binden sich jeweils nur für ein Ausstellungsprojekt an das Netzwerk. Die Zusammensetzung der Arbeitstagungen kann sich alle 3 Jahre je nach Ausstellungsthema ändern. Alle 4 Jahre präsentieren die teilnehmenden Museen eine grenzüberschreitende Ausstellungsreihe. Im Abstand von 6 Monaten treffen sich die Museen zu einer ganztägigen Arbeitssitzung. Dort geht es neben den Ausstellungskonzeptionen um Themen wie grenzüberschreitende Museumspädagogik, Begleitveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen. Koordiniert und organisiert wird das Netzwerk vom Dreiländermuseum in Lörrach. Für Entscheidungen, die zwischenzeitlich getroffen werden müssen, wurde ein von den beteiligten Museen bestimmter trinationaler Ausschuss eingesetzt. Ihm gehören jeweils ein Vertreter der Museen pro Land und der Leiter der Geschäftsstelle des Netzwerkes an. Um öffentlich wahrgenommen zu werden, wurde ein Logo entwickelt und eine Website erstellt. Da die Zusammenarbeit der Museen projektbezogen ist, erhält das Logo die Jahreszahl des aktuellen Projektes. Grundlage der Zusammenarbeit des Netzwerkes ist die Gleichberechtigung aller Partnermuseen unabhängig von der Größe des Museums, nationaler Zugehörigkeit oder finanzieller Ausstattung. Die Intensität der Zusammenarbeit bestimmt jedes Museum selbst.Markus Moehring: Das Dreiländermuseum und die trinationalen Netzwerke am Oberrhein. In: Museumskunde. Bd. 78, 2013, S. 50.

Bisher abgeschlossene Ausstellungsprojekte 2014: Ausstellungsreihe zum Ersten Weltkrieg Die erste Ausstellungsreihe des Netzwerkes 2014 widmet sich dem Thema „Erster Weltkrieg am Oberrhein“. Die teilnehmenden Museen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz thematisieren in 35 Ausstellungen den Ersten Weltkrieg am Oberrhein aus nationaler, lokaler oder thematischer Perspektive. Eine Übersicht aller Ausstellungen gibt die Broschüre Der Erste Weltkrieg am Oberrhein."Der Erste Weltkrieg - die zerrissene Region", Broschüre zur Ausstellung, Website des Dreiländermuseums. Abgerufen am 11. Mai 2015. Damit ist das Netzwerk Museen, das bislang größte grenzüberschreitende Projekt im Bereich Museen. "Wie der Große Krieg alles veränderte – Das Netzwerk Museen – trinationales Projekt zur Völkerverständigung", Website des SWR. Abgerufen am 28. Juni 2014

2018/2019: Zeitenwende 1918/19 Das zweite Projekt des Netzwerks Museen ist eine gemeinsame Ausstellungsreihe unter dem Titel Zeitenwende 1918/19. Diese widmete sich ab Mitte 2018 der politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg.

Kerngebiet des Netzwerks ist wieder das Oberrheingebiet, aber auch Museen angrenzender Regionen beteiligen sich. 30 Museen zwischen Straßburg, Bern und Stuttgart präsentieren das größte grenzüberschreitende Ausstellungsnetz zur Zeitenwende 1918/19 in einer europäischen Region. Den Überblick bietet die Ausstellung im Dreiländermuseum, das das Netzwerk wieder koordiniert. Die Ausstellungen der Netzwerkpartner beleuchten die Zeit aus jeweils einem nationalen, regionalen oder thematischen Blickwinkel.

2022/2023: Der Rhein In diesem aktuellen Ausstellungsnetzwerkprojekt, in dem rund 40 Institutionen wie Museen, Universitäten und auch kommunale Behörden beteiligt sind, wird der Oberrhein in den Fokus genommen: Bereits im Herbst 2019 fand das erste entsprechende Treffen im Dreiländermuseum statt, weitere trotz COVID-19-Pandemie im Herbst 2020, im Oktober 2021 sowie im Mai 2022.Auf dreilaendermuseum.de, abgerufen am 2. Juni 2022

Beteiligte Orte Beteiligte Museen und Einrichtungen 2014 mini|Ausstellungsorte 2014 zum Ersten Weltkrieg Deutschland Dreiländermuseum, Lörrach Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart Historisches Museum der Pfalz, Speyer Keramikmuseum Staufen im Breisgau, Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums Karlsruhe Landesarchiv Baden-Württemberg in Kooperation mit Archives Départementales du Haut Rhin, Colmar Markgräfler Museum Müllheim Melanchthonhaus (Bretten) Museum am Lindenplatz, Weil am Rhein Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden Museum für Stadtgeschichte Freiburg im Breisgau Stadtarchiv Lörrach Stadtarchiv & Erinnerungsstätte Ständehaus Karlsruhe Stadtmuseum Rastatt Stadtmuseum Rheinfelden Stadtmuseum Schopfheim Stadtmuseum und Pfinzgaumuseum Karlsruhe Wehrgeschichtliches Museum Rastatt

Frankreich Archives Départementales du Haut Rhin, Colmar in Kooperation mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg, Karlsruhe Archives et Musée Historique, Strasbourg Bibliothèque nationale et universitaire, Strasbourg Écomusée d’Alsace, Ungersheim Fort de Mutzig – Feste Kaiser Wilhelm II, Mutzig Hartmannswillerkopf, Hartmannswiller Le Musée des Beaux-Arts, Mulhouse Mémorial du Linge, Orbey Musée Archéologique, Strasbourg Musée Historique, Mulhouse Musée Serret, Saint-Amarin Musée Sundgauvien, Altkirch

Schweiz Historisches Museum Olten Musée de l‘Hôtel-Dieuv, Porrentruy Musée jurassien d‘art et d’histoire, Delémont Museum.BL, Liestal Museum der Kulturen Basel Museum für Geschichte, Barfüsserkirche Spielzeugmuseum Riehen

Beteiligte Museen und Einrichtungen 2018/19 Basel - Verkehrsdrehscheibe Schweiz Bern - Zentrum Paul Klee Biel - Nouveau Musée Bienne Colmar - Musée d’Histoire Naturelle et d’Ethnographie Colmar / Strasbourg: Archives départementales du Haut-Rhin, Archives départementales du Bas-Rhin Esslingen - Stadtmuseum Esslingen im Gelben Haus Ettlingen - Museum Ettlingen Frankfurt - Historisches Museum Frankfurt Hartmannswillerkopf - Historial franco-allemand du HartmannswillerkopfHistorial franco-allemand de la Grande Guerre au Hartmannswillerkopf Heidelberg - Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Karlsruhe - Badisches Landesmuseum Karlsruhe - Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais Kehl - Hanauer Museum Kehl Liestal - Dichter- und Stadtmuseum Liestal Lingekopf - Champ de Bataille du Linge Lörrach - Dreiländermuseum / Musée des Trois Pays Müllheim - Markgräfler Museum im Blankenhorn-Palais Olten - Kunstmuseum Olten Rastatt - Stadtmuseum Rastatt Rheinfelden (Aargau) - Fricktaler Museum Rheinfelden (Baden) - Haus Salmegg Saint-Amarin - Musée SERRET Speyer - Historisches Museum der Pfalz Stockach - Stadtmuseum Strasbourg - Archives de la Ville et de l’Eurométropole de Strasbourg / Musée Historique de Strasbourg Strasbourg - Musée Tomi Ungerer - Centre international de l’Illustration Stuttgart - Haus der Geschichte Baden-Württemberg Uffholtz - Abri-Mémoire d‘Uffholtz Weil am Rhein - Museum Weiler Textilgeschichte Weil am Rhein - Museum am Lindenplatz

Beteiligte Museen und Einrichtungen 2022/23 Beim trinationalen Projekt Der Rhein sind bislang folgende 38 Institutionen beteiligt:Auf dreilaendermuseum.de, abgerufen am 2. Juni 2022 Andlau: Les ateliers de la Seigneurie Bad Säckingen: Schloss Schönau Basel: Antikenmuseum Basel & Verkehrsdrehscheibe Schweiz und unser Weg zum Meer Bingen am Rhein: Museum am Strom Birsfelden: Museum Birsfelden Breisach am Rhein: Museum für Stadtgeschichte Efringen-Kirchen: Alte Schule Freiburg im Breisgau: Regierungspräsidium Freiburg Grenzach-Wyhlen: Regionalmuseum Römervilla Gunsbach: Albert-Schweitzer-Haus Hartmannswillerkopf Heidelberg: Kurpfälzisches Museum Huningue: Musée historique et militaire Karlsruhe: Badisches Landesmuseum & Stadtmuseum Kehl: Hanauer Museum Kembs: Maison du Patrimoine de Kembs Laufenburg AG: Museum Schiff Laufenburg Liestal: Museum.BL Lörrach: Dreiländermuseum Mannheim: Reiss-Engelhorn Museen (Museum Zeughaus) Mulhouse: Musée Electropolis Müllheim im Markgräflerland: Markgräfler Museum Müllheim Oberkirch (Baden): Heimat- und Grimmelshausenmuseum Pratteln: Salzkammer Rastatt: Stadtmuseum Rheinfelden AG: Fricktaler Museum Rheinfelden (Baden): Haus Salmegg & Rathaus